Oder: The Return of the Riesenschnitzel
An diesen einen besonderen Sommertag vor wenigen Jahren kann sich Daniela noch ganz genau erinnern. Der Geruch eines warmen Abends auf ihrem Hof in der Weiherbachsiedlung, die fröhliche Musik der Band auf der kleinen Bühne, das Gelächter der Gäste, das Geklapper des Geschirrs – und dieser deftige Duft von Markus’ Grill. Das war der Moment, in dem sie wusste: Wir haben es tatsächlich geschafft. Aus dem Nichts hatten sie eine lebendige, fröhliche Einkehr erschaffen, die wirklich funktionierte.
Ein Kuchenplan wird zur Herzensangelegenheit
Angefangen hatte alles ganz leise, langsam und gemütlich. Aus dem Küchenfenster beobachteten Daniela und Markus regelmäßig die Heerscharen an Spaziergängern und Radfahrern, die an Sonntagen oder Feiertagen an ihrem Hof vorbeizogen. „Wenn wir denen allen ein Stück Kuchen anbieten könnten – das wäre doch was“, dachten sich die beiden. Und sie schritten zur Tat.

Zuerst noch anlassbezogen, mit Kaffee und Kuchen im kleinen Rahmen – doch schon bald mauserte sich Häberles Hofcafé zu einem echten Besuchermagneten für Ausflügler aus nah und fern.
Plötzlich offiziell – und so richtig losgelegt
Der Durchbruch kam, als nach langen Jahren des zähen Antragsverfahrens endlich die Genehmigung für eine vollwertige Gastronomie im Briefkasten landete. Daniela und Markus legten los – organisiert, improvisiert, mit den spärlichen Mitteln, die ihnen damals zur Verfügung standen. Es wurde umgebaut, dekoriert, geschraubt und geschwitzt. So entstand quasi aus dem Nichts eine echte Erlebnisgastronomie – auf einem bis dahin unscheinbaren Aussiedlerhof zwischen Münzesheim, Menzingen und Neuenbürg.
Ein Familienprojekt mit Herzblut
Die ganze Familie half mit: Mama in der Küche, Daniela im Service, Markus am Herd – dazu eine kleine Horde an Aushilfen, die vor allem an Feiertagen half, dem Besucheransturm Herr zu werden. Wer am 1. Mai mit dem Fahrrad vorbeifuhr, sah keinen einfachen Biergarten – er sah im Grunde ein kleines Volksfest.

Mit dem Winter zog ein gemütlicher Ofen ein, und auch bei Kälte liefen die berühmten XXL-Schnitzel – Markus’ Spezialität – wie geschnitten Brot. Der Laden brummte. Fast zu jeder Zeit.
Dann kam Corona
Du ahnst es schon – auch diese Geschichte nahm die vertraute Wendung. Die Pandemie brachte den gut geölten Motor zuerst ins Stottern, dann kam der Stillstand. Nicht, weil nach den Lockdowns keine Gäste mehr kamen. Auch nicht (nur) wegen der finanziellen Einbußen. Der wahre Grund war ein anderer: Personal.
„Ich habe einfach niemanden mehr gefunden, der bereit war, am Wochenende oder an Feiertagen zu arbeiten“, erzählt Daniela. Und man merkt ihr an, wie tief das sitzt. Das Hofcafé war ihr und Markus’ gemeinsames Baby. Es florierte, es funktionierte – umso bitterer, dass es am Ende schlicht an der nötigen Manpower scheiterte.

„Wir konnten ja nicht nur unsere Eltern in die Küche stellen – da hätten wir uns nach kürzester Zeit alle kaputtgemacht“, sagt sie mit einem bitteren Lächeln. So blieb ihnen am Ende nichts anderes übrig, als den Laden zu schließen.
Ein Neuanfang mit vertrauter Handschrift
Doch nun sind sie wieder da. Nicht am alten Ort, aber nur einen Katzensprung entfernt – mitten in Menzingen. Seit Anfang des Jahres führen Daniela und Markus das Gasthaus Laubfrosch, direkt neben der Kneipe Endstation – eine Adresse mit Geschichte.

Hier war früher schon vieles untergebracht: ein Kino, eine Kegelbahn, zahlreiche Lokale. Vom Bahnhofsgasthaus über ein griechisches Restaurant, von der Flüsterkneipe bis hin zur Wiedergeburt des Hofcafés Häberle – jetzt bekannt als Laubfrosch.
Wirtshaus trifft Kneipe – eine Menzinger Symbiose
Besonders schön ist die enge Verbindung zur benachbarten Kneipe. Hier gibt man sich nicht nur die Klinke, sondern auch die Gäste in die Hand. Wer drüben ein Bier trinken und eine Runde Dart spielen möchte, kann sich gleich nebenan eines von Markus’ patentierten Riesenschnitzeln oder einen deftigen Burger bestellen. Wenn es die Zeit erlaubt, wird das Essen sogar bis an den Kneipentisch geliefert. Ansonsten speist man einfach in der neuen, liebevoll renovierten Gaststube im Laubfrosch.

Nastja, die in der Endstation die Theke schmeißt, findet die Zusammenarbeit großartig – unkompliziert, herzlich und pragmatisch. So, wie man’s in Menzingen eben macht.
Die Tür steht wieder offen
Jetzt darf sich diese Neueröffnung natürlich gerne noch ein wenig herumsprechen – denn nicht nur aller Anfang ist schwer, sondern auch aller Neuanfang. Dass das Hofcafé Häberle in klassischer Besetzung nun an anderer Stelle wieder aufleben darf, weiß längst noch nicht jeder.

Wer aber die klassische, deftige Hausmannskost von Daniela und Markus vermisst hat, kommt auch hier wieder voll auf seine Kosten – ganz wie in den guten alten Zeiten.
Geöffnet ist der Laubfrosch:
Dienstag bis Samstag von 18 bis 22 Uhr – und ab Mai auch sonntags.

Ja, das ist mit dem schwer zu findenden Personal sehr bedauerlich. So ist das mit der Metzgerei hier vor Ort und auch in Büchenau..Geschlossen wegen Personalmangel und weil Nachfolger fehlen. So mancher Spargel und Erdbeerhof wäre ohne seine Saisonarbeiter ziemlich aufgeschmissen. Der erhöhte Mindestlohn wirkt sich zusätzlich auf die Endpreise für die Verbraucher aus.
Schön das es hier steht. Wusste man das? Mir wäre nicht bekannt!!
Quak…ich will ein Schnitzel!
Schön, dass ihr wieder da seid. Wohlfühlen, loslassen, gut essen zu fairen Preisen für ordentliche Portionen. Top 👍