Das Bruchsaler “Panzernest” steht nun in Sinsheim

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Seltener Zufallsfund aus Bruchsal im Technik Museum angekommen

Gruselig sieht er aus, der alte, rostige Koloss, der jahrzehntelang vergraben im Bruchsaler Untergrund auf seine Wiederentdeckung wartete. Nur wenige Exemplare dieser seltenen, mobilen Bunkeranlagen aus dem Bestand der Wehrmacht, sind heute noch erhalten. Das im Frühjahr diesen Jahres bei Abbrucharbeiten in Bruchsal entdeckte Exemplar, ist das einzige seiner Art, das in Baden-Württemberg bisher aufgefunden werden konnte, wenngleich nach alten Überlieferungen 1944 insgesamt 14 diese Anlagen nach Baden transportiert wurden.

Diese etwa dreieinhalb Tonnen schweren Kleinbunker wurden von der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges mobil eingesetzt, um militärische Stellungen im Feld flexibel zu verstärken. Im Inneren dieser sogenannten “Panzernester” hatte nur ein Soldat Platz um das verbaut Maschinengewehr zu betätigen. Die dafür installierte, kleine Schießscharte konnte mithilfe einer wuchtigen und massiven Mechanik geöffnet und geschlossen werden. Aufgrund seines hohen Gewichtes, war der Transport dieser mobilen Bunker aber in jedem Fall eine große, logistische Herausforderung.

Bild: Technik Museum Sinsheim

Nachdem das alte Panzernest im Frühjahr 2021 aufgefunden wurde, konnte es nach Rücksprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg durch die Ortsverbände des Technischen Hilfswerkes aus Waghäusel, Oberhausen-Rheinhausen und Ludwigshafen sicher geborgen werden. Seither wurde es eingehend begutachtet und wissenschaftlich untersucht. Es galt Fragen zu klären, wie beispielsweise jene, warum der mobile Bunker in Bruchsal und damit noch ein gutes Stück von der westlichen Frontlinie entfernt aufgefunden wurde.

„Denkmale wie das Panzernest sind unbequem, weil sie uns an die dunklen Abschnitte unserer Geschichte erinnern. Umso mehr ist es wichtig, sie für die Nachwelt zu erhalten. Das Kriegsrelikt ist aus wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen ein Kulturdenkmal, an dessen Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht. Anhand dieses kleinen Bunkers können die historischen und politischen Entwicklungen in der Endphase des zweiten Weltkrieges der Öffentlichkeit sehr gut vermittelt werden,“ so Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, in einer Mitteilungen aus dem März dieses Jahres.

Zwischenzeitlich ist auch bekannt, wie es für das alte Bruchsaler Panzernest weitergehen soll. Erst vor wenigen Tagen ist der Koloss als Leihgabe der baden-württembergischen Denkmalpflege im Technikmuseum in Sinsheim eingetroffen. Hier wird der mobile Bunker vorübergehend die militärgeschichtliche Ausstellung bereichern.

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