„Veränderte Gesamtsituation“ – Justizministerium und Finanzministerium ziehen den Stecker
Es ist – oder vielmehr war – eines der großen Bruchsaler Themen der vergangenen Monate und Jahre: die geplante große Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete, die auf dem Areal der früheren Landesfeuerwehrschule in Bruchsal entstehen sollte. Mehrere hundert Menschen hätten hier nach den Plänen der Landesregierung untergebracht werden können. Die EA war als Notunterkunft konzipiert – ein Vorhaben, das noch bis zuletzt höchst aktuell und alles andere als vom Tisch war. Umso überraschender nun die Kehrtwende in Stuttgart. Aufgrund einer veränderten Gesamtsituation habe man die Einstellung der Planungen für die Erstaufnahmeeinrichtung beschlossen, so der Tenor der Mitteilung der beiden Ministerien.
Kosten und sinkende Zugangszahlen entscheidend
Ausschlaggebend war letztlich die Kombination zweier entscheidender Faktoren: zum einen die Kosten des Bauvorhabens, zum anderen die Entwicklung der Zugangszahlen Geflüchteter. Die Kostenseite ist dabei entsprechend komplex – schließlich geht es nicht nur um die Ertüchtigung der Anlage zur Erstaufnahmeeinrichtung, sondern auch um den späteren Abbau und den Wiederaufbau an anderer Stelle. Hintergrund: Vereinbart wurde lediglich eine Betriebszeit von fünf Jahren – nicht gerade ein langer Zeitraum, wenn man ihn in Relation zu den entstehenden Baukosten setzt.
Bruchsal verfolgt eigene Pläne
Für die Stadt Bruchsal war diese Form der Nutzung ohnehin nicht das favorisierte Szenario. Vielmehr setzte man auf die Errichtung von Wohnraum in dem ohnehin von reinem Wohngebiet umgebenen Areal. Wie sehr man sich im Rathaus über die nun gefallene Entscheidung freut, darüber macht man kaum einen Hehl. In einem Statement kommentierte Bruchsals scheidende Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick den Vorgang als „eine wirklich außergewöhnlich gute Nachricht für Bruchsal“. Weiter heißt es: „Unsere Strategie, auf eine befristete EA zu setzen, war genau richtig und hat sich als zielführend erwiesen. Wir haben viel Energie und Zeit aufgewendet und viele Widerstände überwinden müssen, um unsere Strategie umzusetzen. Wir haben uns nicht auf das fokussiert, was wir nicht ändern konnten – auch wenn wir immer wieder betont haben, dass wir den Standort für eine EA für absolut ungeeignet halten und ich mich immer für dezentrale Unterbringung eingesetzt habe. Schlussendlich haben wir uns darauf konzentriert, Lösungen zu finden, um in den Besitz des Grundstücks zu kommen und damit die von uns schon lange angestrebte Wohnbebauung auf dem Areal zu realisieren. Das ist gelungen – mit dem Vertrag, der Ende des vergangenen Jahres mit dem Land abgeschlossen worden ist.“
Auf dem Weiherberg bleibt es ruhig
Der Enthusiasmus der Oberbürgermeisterin über die in Stuttgart gezogene Reißleine dürfte auf dem Weiherberg geteilt werden. In der Vergangenheit hatten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger vehement gegen das Projekt ausgesprochen – auch wenn es nach intensiven Verhandlungen mit der Stadt als zeitlich begrenzt angedacht war. Doch fünf Jahre können lang sein – nun ist diese Zahl vollends vom Tisch.
Wie es droben auf dem Berge in der seit dem Umzug in das Gewerbegebiet Wendelrot ruhig gewordenen ehemaligen LFS nun weitergeht, das ist zur Stunde noch nicht ganz klar. Die Ministerienvertreter stellen eine enge Abstimmung mit der Stadt Bruchsal in Aussicht. Doch selbst wenn das Areal nun kurzfristig wieder zur Verfügung steht, darf nicht vergessen werden, wie angespannt die derzeitige Haushaltslage in der Stadt aussieht. Kurzfristig können hier voraussichtlich keine großen Sprünge erfolgen.
Den Bruchsalern wird es wohl mehrheitlich recht sein,
und den Anwohnern sowie so. Auch wenn unter den
Anwohnern einige ergrünte sein dürften,denn wenn es
einen selber betrifft hört die ach so tolerante bunte
Haltung vor der eigenen Haustüre doch auf.
Dann wird der BHF weiter die erste Wahl sein !! Ich warte nur drauf bis erste Zeltdörfe entstehen …
Die Zauberformel heißt bezahlbare Wohnraum ! Net Gier und Rendite …
Nun, im Kapitalismus wird man kaum bezahlbaren Wohnraum finden.
Hier muß ich meinen Vermieter loben, der in der Zeit in der ich bei ihm wohne noch keine Erhöhung der Miete vorgenommen hat. Jemand der hier schon seit sehr langer Zei wohnt berichtete mir, daß er in einem Zietraum von 25 Jahren keine Mieterhöhung hatte.
Da hat der / die nächste OB – und ich – aber Glück !
Ich befürchtete, dass sich die meisten der 500 Menschen in der Innenstadt aufhalten und viele mit uns nichts zu tun haben wollen und umgekehrt.
Dennoch muss der / die neue OB mit allen verfügbaren Mitteln dafür sorgen, dass es mit der Innenstadt nicht weiter bergab geht und ich – und viele andere – wieder gern in die Stadt gehen.
Aber die Preise der umliegenden Immobilien bleiben stabil!!!😉
Ich fand es sehr interessant wie sich die Bewohner des „gehobenen Wohngebiets Weiherberg“ in dem auch viele Bruchsaler Stadträte wohnen dagegen gewehrt haben.
Wenn es um die Unterbringung in den „weniger gehobenen Wohngebieten“ ging fand man nur Gründe was dafür spricht die Leute dort unterzubringen.
Die Städte sterben so oder so.
Stadt und Land leiden unter Lärm, Staub und Hitze.
Und es werden mehr als 500 sein, die BR rumlungern.
Und zahlen tun wir das alle.
Insgesamt gute Entscheidung. Bruchsal ist und war eine idyllische Kleinstadt die in letzter Zeit leider mit großstadtproblemen zu kämpfen hatte. Diese Fehlentwicklung sind sicherlich der Politik mit anzukreiden.
Ein erstaufnahmelager wäre sicherlich in Bruchsal fehl am Platz gewesen. Besonders da staatliche Stellen in den letzten Jahren wiederholt bewiesen haben, dass sie die erst aufgenommenen häufig nach der Aufnahme komplett im Stich lassen. Dies gilt ganz besonders in Hinblick auf psychologische oder auch psychiatrische Betreuung.
Nicht auszudenken falls es in der Stadt zu Gewalttaten von oder auch besonders gegen die erst aufgenommenen gekommen wäre.
Wohnraum fuer Bürger bauen, bezahlbar und schön, wäre doch eine Idee ?
Das Gelände gehört dem Land BW wann zeigt man mal Verantwortung fur die Wohnraumsituation der eigenen Bürger ?
Bewegt euch doch endlich statt zu lamentieren, dass euch Andere die Stimmen wegnehmen.Ihr könnt es ! Macht was draus!
Man tut immer nur so, als bewege man sich und täte etwas.