Vor 511 Jahren siegte das alte Brettheim über seine Belagerer – noch ein halbes Jahrtausend später feiert die Stadt diesen bedeutsamen Moment.
Der schönste Moment beim Peter-und-Paul-Fest? Für mich ist er dann gekommen, wenn das allererste Mal, am ersten Abend, die rot-goldenen Straßenlaternen in der Altstadt aufleuchten, dann, wenn die Sonne versunken ist und das alte Bretten sich dem Punkt nähert, der jener Zeit, die auf dem Fest nachempfunden wird, am nächsten ist. Wenn die alten Straßen und Gassen in die Dämmerung und ihre unzähligen kleinen Ecken und Winkel in behutsames Zwielicht und sanfte Düsternis eintauchen, dann fühlt es sich schon an wie das alte Brettheim von einst.
Dann, wenn nur noch das Trommeln, das Zirpen unzähliger Glöckchen und das fröhliche Durcheinander tausender Stimmen zwischen Fachwerk, Gebälk und Kopfstein zu hören und Kerzenlicht, Feuerschein und Rauchschwaden zu sehen sind, dann ist für mich Peter und Paul – so wie ich es liebe. Schwer wie Samt liegt die Wärme des Tages über der alten Stadt, die Luft geschwängert mit unzähligen Gerüchen.
























Doch es sind nicht all diese Kleinigkeiten, all die Eindrücke oder das magische Elixier, das sie zusammen bilden, welche diesem Fest Herz und Seele geben … es sind die Menschen. Menschen, die Peter und Paul nicht einfach nur feiern, sondern es mit jeder Faser lieben und leben. Die wochenlang darauf hinfiebern, die sich einbringen, die sich voll und ganz dieser wunderbaren Anomalie im Brettener Jahreslauf hingeben.
Diese vier Tage sind Bretten … so wie es immer war, so wie es immer sein wird. Und wenn die Welt da draußen noch so verrückt sein mag – an diesen besonderen vier Tagen inmitten eines jeden Sommers ist sie in Bretten genauso, wie sie sein soll. Denn dann sind sie alle wieder hier, und alle sind sie ein Teil davon: die Gaukler, die Ritter, die Bauern, Knechte und Mägde, die Kleriker, die Adeligen, die Bettler, die Medikusse, Barbiere, Weber, Gerber und Schmiede. Aber auch die Lauten, die Leisen, die Gewandeten wie die Ungewandeten, die Jubler, die Bruddler, die Mauligen und die Himmelhochjauchzenden. Die Braven, die Trunkenbolde und Asketen. Sie alle gehören dazu, wenn Bretten die eigene Wildheit längst vergangener Tage wieder auferstehen lässt.






































































Dann klirren die Waffen, explodieren die Kanonen, ertönen Schlachtruf und Kampfgeschrei. Dann erinnert sich eine ganze Stadt daran, was es braucht, um das Joch der Unterdrückung abzuschütteln und jenes Grundrecht einzufordern, das jedem Menschen heiß und sehnsuchtsvoll höchstes Ziel ist: Freiheit. Denn nichts anderes feiert Bretten an diesen vier Tagen eines jeden Sommers – die Wiedererlangung der Freiheit. Der tapfere Befreiungsschlag einer ganzen Stadt, der auch Jahrhunderte später noch nachwirkt, damit er niemals in Vergessenheit geraten möge. Denn Freiheit beginnt dort, wo die Angst endet.

Und jetzt ist die Freiheit Pleite !!