Am Rande von Gölshausen lässt Berni seine persönliche Hommage an die deutsche Imbisskultur aufleben.
Ein schläfriger Freitagmorgen in einem Gewerbegebiet im Brettener Stadtteil Gölshausen. Die Sonne scheint, man hört sogar ein paar Vögel zwitschern. Dafür, dass nebenan in den großen Werkshallen bereits seit den frühen Morgenstunden geschafft wird, ist es hier ziemlich ruhig.
An einem Klapptisch auf giftgrünem Kunstrasen sitzt Berni über eine Tafel gebeugt und schreibt – mit zwischen die Zähne geklemmter Zunge – die heutigen Tagesgerichte auf. Die Spezialität della maison lautet heute: Mauldaschesupp– das muss man dem gebürtigen Schwaben lassen. Der Rest der Karte liest sich wie die traditionelle Top Ten der Imbiss-Klassiker: Bratwurst, Currywurst, Burger … einfach, deftig, lecker. Brutzeln, braten und grillen – das liegt dem gebürtigen Mühlackerer im Blut. „Ich hab schon immer wahnsinnig gerne gekocht“, sagt er, greift sich fast an den strammen Bauch, der sich gut sichtbar unter dem weinroten Poloshirt wölbt, und lacht gutmütig.
Berni hat man auf der Stelle gern – dagegen kann man sich kaum wehren. Er ist der klassische Kumpel-Typ, jemand, mit dem man gern einen Abend auf der Terrasse verbringt – mit einer Flasche Bier in der Hand. Genau in solch einer Konstellation fühlt auch er sich am wohlsten, auch wenn diese Erkenntnis noch gar nicht so alt ist. Die meiste Zeit seines Lebens hat Berni klassisch in einem Nine-to-Five-Job bei einem Industrieunternehmen in Illingen gearbeitet – und dabei doch immer gespürt, dass dies nicht der Platz ist, an dem er alt werden will. „Ich war einfach in so einem Loch gefangen – nicht depressiv, aber unzufrieden und unglücklich“, blickt er auf diese Zeit zurück und auf die Entscheidung, die er schließlich gemeinsam mit seiner Familie getroffen hat.

Die Rückendeckung seiner Frau war ihm dabei besonders wichtig – schließlich ist der späte Start in die Selbstständigkeit nicht ganz risikolos. „Ich habe eine richtig, richtig geile Frau, die hinter mir steht“, sagt er – und die Wangen unter seinen blauen Augen glänzen. Berni hat sich der Entscheidung mit Pragmatismus genähert, die Erwartungen realistisch gesteckt. „Ich will nicht reich werden – ich will ein gutes Leben haben“, sagt er und erinnert sich an das Lieblingszitat seines Opas, das ihm in dieser Zeit wieder in den Sinn kam: „Finde etwas, das dir Spaß macht – und du musst nie wieder arbeiten.“
In Bernis Fall war es ein eigener Imbiss, der ihm zum Glück gefehlt hat – etwas, das ihn mit Freude erfüllt. Wochenlang suchte und stöberte er im Netz, bis er einen passenden Wagen gefunden hatte – und einen Stellplatz dazu. Eigentlich wollte er in seiner Heimat bleiben, hatte bereits einen guten Standort am Illinger Eck in Aussicht. Doch wie so oft im Leben kam es anders: Durch einen glücklichen Zufall führte ihn sein Weg nach Gölshausen – genau dorthin, wo früher der Imbiss „Öl Öfele“ stand. „Ich wollte kein Supermarkt-Springer sein – ich wollte einen festen Standort“, begründet Berni seine Entscheidung. Denn es ging ihm nicht nur ums Geschäft – es ging darum, eine Beziehung zu seiner Kundschaft aufzubauen.
Und das ist ihm gelungen. In den neun Monaten, die er nun schon hier ist, hat er sich eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut. Auf Google bekommt er satte fünf von fünf Sternen, die Rezensionen lesen sich wie ein Liebeslied: „Sehr zu empfehlen – super freundlicher Chef – freundlich, lustig und kundenorientiert.“ So oder so ähnlich klingt fast jede Bewertung.
Und das wundert niemanden, der Berni erlebt hat: ein einnehmendes Wesen, bodenständig, verlässlich, mit offenem Ohr für jede und jeden. Er kommuniziert auf Augenhöhe, schenkt jedem so viel Aufmerksamkeit, wie es ihm möglich ist. Es fühlt sich gut an, hier zu sein. Es fühlt sich tatsächlich ein Stück weit nach früher an – als der klassische Imbiss in Deutschland noch Hochkonjunktur hatte. Zwar ist Berni nicht Brigitte Mira, die bei „Drei Damen vom Grill“ über die Theke tratscht – aber dieses „Good Old Times“-Gefühl, das gibt es bei Bernis Bude ohne Abstriche.

Alles, was es bei ihm gibt, ist selbst gemacht. Die Zutaten stammen von regionalen Metzgereien und Bäckereien. Die Currywurst-Sauce kocht Berni selbst, Omas Kartoffelsalat ist – den vielen Online-Kommentaren nach – ein echter Knaller. Und natürlich rangiert auch die schwäbische Mauldasch hoch im Kurs. An diesem Freitagvormittag plätschert die Kundschaft noch gemächlich herein: ein Elektriker, der zwei Butterbrezeln braucht; ein Monteur, der sich ein Red Bull zum Frühstück gönnt … Für alle hat Berni ein freundliches Wort übrig – nicht anbiedernd, sondern echt und authentisch.
Ja, er scheint angekommen zu sein. Er hat seinen Platz an der Sonne gefunden.
„Ich bin 50. Ich brauch keine Villa. Ich will einfach mein Ding machen“, sagt er – und schmeißt eine Ladung Bratwürste auf den Grill. Schließlich ist bald Mittagspause – und dann wird Bernis Bude aus allen Nähten platzen.
Klingt stressig. Aber er freut sich darauf. Berni at its Best.

Eine gute Curry Wurst , ist eine Kunst aus Qualität und Preis ! Alles andere ist ein fertig Baukasten der Gastroindustrie , in diesem Sinne ein gutes Gelingen 👍
Absolut guter Imbiss mit tollem Inhaber. Er hat immer ein offenes Ohr und einfach eine gute Curry Wurst. Kommt bei ihm vorbei, es lohnt sich!
Ich arbeite dort um die Ecke.
Und ja, zu Berni geht man gern. Zum essen, aber auch um einfach mal wirklich Pause zu machen und runter zu kommen.
Die Atmosphäre ist toll.
Der Geschmack des Essens richtig gut.
Frisch, kein Einheitsbrei sonder selbstgemacht und lecker.
Hoffe er bleibt „uns“ dort noch lang erhalten.
Seit Bernis Bude wurde mir erst bewusst, wie gerne ich solche klassischen Imbissbuden eigentlich immer hatte. Bei Berni außerdem wirklich top Qualität.
Sehr schöner Bericht.
„Bis morgen Berni!“ *wink…Wink*
Das ist doch prima, wenn man gerne arbeitet und es dabei auch noch Spaß macht. so soll es eigentlich sein. Ich war gerade auf der Seite und wenn man alle Bewertungen sieht, dann kann man sagen der gute Berni macht nix verkehrt.
Ich bin überwältigt von diesem tollen Bericht!! Vielen lieben Dank dafür!!!
Jetzt auch mal ein Dank an meine tollen Gäste die mich vom ersten Tag an unterstützt haben. Ich komme jeden Tag wirklich liebend gerne zum Imbiss und freue mich, euch alle zu sehen und mich mit euch zu unterhalten. Meine Entscheidung, einen festen Platz gewählt zu haben wird Tag für Tag bestätigt.
Ich freue mich auf euch… bis später
Euer Berni