Am himmlisch schönen Kraichbach

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Eine kleine Liebeserklärung an unser “Flüssle”

Bächle, Gräben, Kanäle und Wasserläufe gibt es in unserer Heimat zuhauf. Da wäre zum Beispiel die Saalbach, die Weißach, die Salzach, der Kohlbach, der Katzbach, die Elsenz, oder die Hilsbach. Mein persönlicher Liebling ist aber der Kraichbach, der sich von Sternenfels aus durch den ganzen Kraichgau schlängelt. Über 50 Kilometer fließt er durch Flehingen, Kraichtal, Ubstadt-Weiher, Bad Schönborn und Kronau bis hinauf nach Ketsch um dort schließlich in den Altrhein zu münden.

Kraichbachschleife in Unteröwisheim

Sein Weg führt ihn durch Dörfer, durch kleine Wälder, entlang von Wiesen und Weiden – seine Ufer sind der ideale Rückzugsort für all jene, denen der Trubel und das Treiben der großen Welt manchmal einfach zu viel wird. Über weite Teile seines Laufes, wird der Kraichbach von kleinen Wander oder Radwegen flankiert. Seine Böschungen liegen aber meist zu hoch, um direkt am Wasser zu sitzen, doch hier und da finden sich kleine, oft versteckte Stellen, an denen es doch möglich ist. Am Ortsrand von Unteröwisheim gibt es so, direkt neben zwei hölzernen Liegesesseln, einen kleinen Pfad der direkt zum Wasser hinab führt. Dort kann man im Sommer auf zwei von der Strömung umspülten, alten Sandsteinen Platz nehmen und die Füße ins herrlich kühle Wasser hängen. Unbedingt erlebt haben, muss man auch den Lauf des Kraichbachs durch die Altstadt von Gochsheim. In dieser kleinen Ecke ist das Hügelland noch unberührt vom Drängen der Zeit, so wie es einst einmal war. Wilde Gärten mit knorrigen Obstbäumen und Gemüsebeeten, dazwischen Hühner und Gänse, verwitterte Steinmauern und dazwischen der gluckernde Kraichbach.

Der Kraichbach in Ubstadt

Auch in Ubstadt, dort wo der Kraichbach in die Oberrheinische Tiefebene einfällt, finden sich herrliche Ruhe und eine malerische Idylle an seinen Ufern. Zwischen Hammerschmiede und Rathaus läuft ein schmaler Weg entlang der begrünten Böschung und eine geschwungene Holzbrücke spannt sich über den kleinen Wasserlauf. Auf der kleinen Bank nebenan, direkt unter einer schattigen Trauerweide, vergeht die Zeit wie im Flug und das fließende Wasser nimmt Anspannung und Stress einfach mit sich davon.

Wer den Kraichbach einmal auf seinem gesamten Weg begleiten möchte, der kann dies seit etwa drei Jahren auf dem eigens dafür angelegten Kraichradweg tun. Die rund 60 Kilometer lange Strecke ist mit dem Fahrrad auch für weniger ausdauernde Radler geeignet, gilt es doch kaum nennenswerte Höhenunterschiede zu überwinden. Am schönsten aber lässt sich der Kraichbach zu Fuß entdecken. Wer ihm beharrlich folgt und auch bereit ist, das eine oder andere mal feste Wege zu verlassen, der wird ganz sicher die eine, besondere Stelle finden, an der er Frieden, Ruhe und herrliche Langsamkeit wiederzufinden vermag.

Tragischer Unfalltod in Ubstadt
Licht am Ende des Tunnels

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