Der Unfalltod dreier Menschen beim Stadtbahnunglück bei Zeutern war eine schreckliche Tragödie, doch was danach kam, steht diesem Drama in kaum etwas nach.
Eine Meinung von Stephan Gilliar
Liebe Leserinnen, liebe Leser, lassen Sie mich als Journalist in diesen Text einsteigen, lassen Sie mich Ihnen darlegen, was wir über den schrecklichen Unfall bei Zeutern am 11. März wissen. Um 14:15 Uhr an diesem Dienstagnachmittag prallte eine Stadtbahn der Linie S31 an einem unbeschrankten Bahnübergang nahe des Ubstadt-Weiherer Ortsteils Zeutern auf einen Tanklastwagen. Beide Fahrzeuge fingen Feuer, der Fahrer des Lastwagens wurde schwer verletzt, in der Stadtbahn kamen die Fahrerin sowie zwei Fahrgäste ums Leben.
Das war es. Genau das wissen wir. Alles andere mögen wir glauben, erraten, spekulieren oder ahnen, aber – und das ist wichtig – wir wissen es nicht. Wir wissen nicht, warum der Fahrer auf die Gleise gefahren ist, wir wissen nicht, was sich in diesen letzten Sekunden im Führerstand der Bahn abgespielt hat, wir wissen nicht, aus welchen Gründen wer wie gehandelt hat, was die Hintergründe sind, wie es letztlich zu diesem Unglück kommen konnte… Wir wissen es nicht!
Nicht zu wissen, nicht zu begreifen und nicht zu verstehen sind keine zufriedenstellenden Zustände. Wir wollen eine solche Tragödie einstufen können, wir wollen Verantwortlichkeiten und auch Schuldige benennen, wollen die Deutungshoheit über ein solches Unglück auf unserer Seite wissen. Das sind nicht unsere schönsten Wesenszüge, aber es sind zumindest menschliche.
Was im Nachgang der Katastrophe von Zeutern geschehen ist, ist aber längst nicht mehr menschlich. Es ist nach meinem Empfinden grausam, todtraurig, ein Blick in echte und schwindelerregende Abgründe. Sie merken, ich habe die Rolle des Journalisten verlassen, denn was ich zu sagen habe, lässt sich nicht mehr neutral, mit ruhigem Kopf und rein faktenbasiert wiedergeben. Die unwürdige Farce, die im Grunde direkt nach der Kollision ihren Anfang nahm, erfüllt mich mit Trauer, mit Scham und, ja, auch mit Entsetzen.
Liebe Leserinnen, liebe Leser, ich arbeite seit rund 25 Jahren als Journalist, habe in dieser Zeit viel erlebt und viel gesehen. Ich war damals einer der ersten Reporter vor Ort, als die zwei Flugzeuge über dem Bodensee bei Überlingen zusammenstießen. Ich habe Zerstörung und Tod gesehen, die Überreste von Kindern und Jugendlichen – zerfetzt und verbrannt auf dem Boden liegend. Und ich habe Kollegen anderer Medien gesehen, die direkt daneben standen, sich locker und scheinbar unbeschwert unterhalten haben. Ich war damals noch jung und habe mich darüber sehr empört; über all die Jahre aber zunehmend verstanden, dass man sich als Journalist und Reporter ein Stück weit abgrenzen muss, um mit solchen Bildern überhaupt umgehen zu können. Dass die Distanz kein Affront, sondern ein notwendiger Akt der Selbstfürsorge ist. Ich würde so weit gehen und sagen, dass dies überlebensnotwendig ist, um in dieser Branche physisch und psychisch bestehen zu können.
Was ich aber niemals akzeptieren werde, ist der Umstand, eine solche Tragödie zum Anlass zu nehmen, jede Anstand und jede Pietät über Bord zu werfen, um zu lasten trauernder Menschen immer tiefer zu graben, auch noch den letzten kleinen Brocken Fleisch vom schon blanken Knochen zu schälen. Was im Nachgang des Unglücks in Zeutern geschehen ist, macht mich unsagbar traurig, muss aber ausgesprochen werden, denn hier wurden Grenzen überschritten.
Wenn Medienvertreter vor Kindergärten und Schulen nicht zurückschrecken, um dort Informationen habhaft zu werden, oder wenn im Dorf von Haus zu Haus gegangen wird, um mehr über Verstorbene oder Angehörige zu erlangen, dann ist der Rubikon weit überschritten. Wenn menschliches Leid mit heißer Nadel gestrickt in Zugriffszahlen und Quoten konvertiert werden soll, dann ist nichts mehr heilig, nichts mehr teuer. Darüber hinaus wurde uns berichtet, dass eine unbekannte Person telefonisch versucht haben soll, sich als Mitarbeiter eines Ordnungsamtes auszugeben, um den Namen des verunglückten Fahrers zu erfragen. Ob hier aber tatsächlich ein Zusammenhang mit journalistischer Recherche besteht, ist jedoch unklar.
Diese Dinge sind geschehen, sie beruhen nicht auf Spekulationen oder Vermutungen. Sie sind unter anderem die Erkenntnis aus mehreren unabhängigen Rückmeldungen aus unserer Leserschaft, aus Berichten unmittelbar Betroffener, wurden uns auch von offizieller und vertrauenswürdiger Stelle bestätigt. Gäbe es diese Quellen nicht, so könnte ich kaum glauben, dass ein solches Vorgehen gegenüber Menschen, die gerade andere geliebte Menschen verloren haben, überhaupt möglich wäre.

Es sind bittere Erkenntnisse, über die sich am Freitag auch die drei Bürgermeister der anliegenden Städte und Gemeinden ausgetauscht haben, das Erlebte gemeinsam aufgearbeitet haben. Tony Löffler, Bürgermeister von Ubstadt-Weiher, wo sich die Tragödie abgespielt hat, Tobias Borho, aus dessen Stadt Kraichtal die verunglückte Fahrerin der Straßenbahn kam, und Felix Geider, Bürgermeister der Stadt Östringen, die Heimat weiterer Opfer. Alle drei können nicht fassen, wie sich dieses Gift auch zwei Wochen nach dem Unglück unbeirrt in den Adern der Region verbreitet, die Menschen aufhetzt, für Unruhe und Spaltung sorgt. Felix Geider berichtet, wie ihn verstörte Mitbürgerinnen und Mitbürger nach Presseanfragen anriefen, oder von fassungslosen Vertretern der Kirchen und Schulen, die ihm von den besagten Ereignissen in ihren Einrichtungen berichteten. Tobias Borho erzählt von wütenden Anrufen und E-Mails, wilden Schuldzuweisungen, aber auch von Menschen, die sich nicht davor scheuten, an den Haustüren wahllos nach Infos über die Opfer zu suchen. Tony Löffler wiederum weiß von ignorierten Absperrungen der Polizei zu berichten, von Schaulustigen und von Drohnenflügen über der Unglücksstelle.
Nicht alle diese Handlungen sind Journalisten zuzuordnen, doch aber gerade von Ihnen darf, ja muss mehr erwartet werden. Verstehen Sie mich nicht falsch, es ist die Aufgabe unseres Berufstandes, nach Informationen und der Wahrheit zu suchen, aber nicht um jeden Preis. Für unsere Arbeit gibt es Grenzen, und diese Grenzen sind, wenngleich nicht rechtlich bindend, unter anderem in den Statuten des Pressekodex zu finden. So heißt es in einer bis 2021 gültigen Formulierung der Ziffer 8: „Die Berichterstattung über Unglücksfälle und Katastrophen findet ihre Grenze im Respekt vor dem Leid von Opfern und den Gefühlen von Angehörigen.“ Es gibt noch weitere Ziffern, die hier zutreffen, die sich mit der Menschenwürde und der Privatsphäre befassen, zwei Werte, die hier nicht ausreichend beachtet wurden. Bürgermeister Felix Geider geht sogar noch weiter und sagt insbesondere auf die Vorfälle in den Östringer Kindergärten und Schulen bezogen: „Das war nicht nur pietätlos, das war perfide! und bezogen auf den schwer verletzten LKW-Fahrer: „ und auch er hat ein Recht, wenn er denn überlebt, wieder in ein Leben zurück zurückkehren zu können“. Hier noch einmal zur Erinnerung, wir wissen nicht wie der Unfall genau abgelaufen ist, ob überhaupt Schuld zu vergeben ist. Manchen scheint das nicht zu reichen, wie Rückmeldungen aus unserer Leserschaft nahe legen, sehen sich die Angehörigen des Schwerverletzten seit Tagen Hass, Anfeindungen und Anschuldigungen ausgesetzt.
Alle drei Bürgermeister stehen dieser Entwicklung ein Stück weit ohnmächtig gegenüber, erleben sich selbst als Getriebene in dieser Situation. Es ist nicht an ihnen, Unfälle aufzuklären oder moralisch zu bewerten, das ist die Aufgabe der Ermittler. Dennoch steigt durch die aufgeputschte Stimmung dieser diffuse und emotional aufgeladene Erwartungsdruck immer weiter. Alle Gemeinden sollen doch bitte sofort Spendenkonten einrichten, Trauerfeiern organisieren, sich öffentlich positionieren und äußern. Formuliert wurde das oft nicht als Bitte, sondern als implizite Forderung, deren Ablehnung als emotionale Kälte bewusst fehlinterpretiert wurde, erzählen die drei Bürgermeister unisono in ihren Erfahrungen.
Es ist eine Situation, in der es unmöglich Gewinner geben kann – was sie auch gemacht hätten, es wäre ihnen von manchen zum Nachteil ausgelegt worden. Verständigt hat man sich nun auf eine Schweigeminute, Fahnen auf Halbmast – einem gemeinsamen Innehalten. Ein ruhiger, symbolischer Akt, der aber weitere Fragen nach sich zieht. Natürlich ist das Unglück bei Zeutern ein Ereignis, das heraussticht, das sich uns kollektiv in die Erinnerung gegraben hat, aber es ist bei weitem nicht der einzige Unfall, bei dem Menschen zu Schaden und zu Tode kommen. Sie müssen im Grunde nur wenige Tage zurückgehen, um auf menschliches Elend überall in der Region zu stoßen; besonders Verkehrsunfälle sind – so traurig das auch ist – leider an der Tagesordnung. Sollten nun auch für all jene Menschen, die hierbei ums Leben gekommen sind, Spendentöpfe eingerichtet und Flaggen auf Halbmast gesetzt werden? Das ist, dessen bin ich mir bewusst, eine verdammt schwierige Frage, auf die es ganz sicher keine einfache Antwort geben kann. „Wir können doch nicht Unfälle und Tote gegeneinander aufwiegen“, sagt Felix Geider und schüttelt sichtbar unglücklich den Kopf.
„Wir müssen jetzt Ruhe reinbekommen“, sagt Bürgermeister Tobias Borho, und damit hat er natürlich recht, denn alles andere, jeder weitere Tropfen Öl ins Feuer bringt nichts Gutes hervor. Das heißt nicht, dass alles zum Stillstand kommen soll, natürlich nicht. Die Ermittler werden weiter ihrer Arbeit nachgehen, Behörden und Verkehrsverbund werden Sicherheitsmaßnahmen unter die Lupe nehmen, prüfen, wie es zu dem Unfall kam und welche Lehren daraus zu ziehen sind. Die Angehörigen werden trauern, sich sortieren, sich mit der Finsternis und der Leere auseinandersetzen, die immer auf den Tod folgt, werden sich ihren Weg zurück ans Licht erarbeiten müssen.
Dies alles wird geschehen, auch wenn wir nicht jeden Tag hinsehen, immer noch mehr wissen wollen… Es sind Vorgänge, die ganz unabhängig von unserer kollektiven Wahrnehmung ablaufen, die wir einfach geschehen lassen können. Wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind, wenn tatsächlich Wichtiges unumstößlich feststeht, werden wir es sicher erfahren.
Alles andere… das Leid der Menschen, Namen, Gesichter, Schicksale, Trauer und Verzweiflung, das geht uns nichts an, hat uns einfach nicht zu interessieren. Wir können für die Verstorbenen nichts mehr tun, wir können aber im stillen um sie trauern und ihren Angehörigen so viel Respekt entgegenbringen, dass wir sie in ihrer Trauer nicht noch mehr behelligen, ihnen nicht mehr Leid zufügen, als sie ohnehin schon durchleben müssen.
Respekt vor den Toten und noch viel mehr Respekt vor den Lebenden muss auch für uns Journalisten das oberste Ziel bleiben, eine Grenze, die niemals fallen darf. Nicht für mehr Aufmerksamkeit, nicht für mehr Klicks und selbst dann, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht.
Und hier spreche ich nur für mich: Wenn wir am Ende nur so überleben können, dann gehen wir besser zu Grunde.

Danke für diesen besondere Bericht.
Sehr gut geschrieben und hoffentlich ein Weckruf.
Ja, vielen Dank!
Spiegelt perfekt wieder, in welcher Gesellschaft wir zu leben scheinen.
Und wir gehen zu Grunde. Nur eine Frage der Zeit.
Wenn sich nicht bald was ändert.
Daher müssen solche Ereignisse Mahnungen sein, dass sich was ändert.
Die Reihenfolge ist richtig: erst mal Ruhe, dann Ursachenermittlung, dann Maßnahmen.
Genau das ist die Welt, wo ich seit 2021 empfinde ! Wir Menschen brauchen immer einen Sündenbock, eine Entwicklung wo sich seither immer in einem anderen Kontext weiterführt . Recht, Anstand , Respekt steht bei vielen (auch Behörden) nur noch auf dem Briefkopf . Ein selbstbestimmtes Leben, ist jedem sein Recht, genau das ist hier in diesem Fall auch geboten ! Anstand und Respekt
Vielen Dank für die mutigen Worte !
Es ist einfach Zeit diesen socialmedia Zirkus zu begrenzen.
Beinahe hätte ich gesagt zu beenden. Aber die Büchse der Pandora lässt sich nicht mehr schließen.
Hoffnung machen Menschen wie du, die zu ihrer Überzeugung stehen.
Weiter so !
Sehr geehrter, lieber Herr Gilliar,
das was Sie hier als Standpunkt beschreiben sehe ich genau so ! Achtung, Respekt und Anstand sind heute aus der Zeit gefallen. Ich bin ein alter weißer Mann. Mir wurde beigebracht, daß man sich genau so verhält.
Als Journalist hat man eine Verantwortung gegenüber den Lesern. Das finde ich bei Ihnen. Das WICHTIGSTE für mich ist das geht OHNE Bezahlschranke. Vielen Dank hierfür.
Dankeschön für die aufrichtigen Worte.
Recht herzlichen Dank für diese Gedanken. Das ist exakt das Problem dieser Gesellschaft: Sensationslust, wenn nicht gar „Sensationsgeilheit“.
Natürlich ist es „kein Unfall“ wie jeder andere…aber dennoch sind Unfälle leider alltäglich. Ich stimme hier in vollem Umfang Stephan und den Bürgermeistern zu. Die Untersuchungen werden ihre Ergebnisse bringen…und bis dahin weiß keiner (auch kein selbsternannter Experte, der nicht dabei war), was genau der Auslöser für diese Tragödie war…
Danke! 🌻✨
Vielen Dank für diesen Bericht. Ich fürchte nur, dass zumindest ein Teil derer, die er betrifft, ihn nicht lesen werden, weil es ihren Intellekt übersteigt soviel Text zu lesen, die lesen nur Überschriften.
Sehr geehrter Herr Stephan Gilliar,
vielen Dank für diesen Artikel…
Es freut mich dass es auch noch empathische Journalisten gibt.
Was in vielen Teilen der Gesellschaft fehlt, sind die Tugenden wie:
Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Friedfertigkeit, Mäßigung, Güte, Demut, Respekt und Dankbarkeit
Vielen Dank für diesen Artikel. Dazu kommen noch die Vorwürfe, die gegen die Feuerwehr erhoben wurden …
Sehr geehrter Herr Gilliar,
ich geben Ihnen in jeder Beziehung Recht. Wir wissen nicht, was genau geschehen ist. Und auch wenn wir es irgendwann wissen sollten, ist es dennoch nicht an uns, über einen Menschen den Stab zu brechen, der vielleicht einen Fehler mit furchtbaren Folgen gemacht hat. Über einen Menschen, der sich wahrscheinlich selbst nicht verzeihen kann. Über einen Menschen, der mit dem Wissen weiterleben muss, dass er den Tod dreier Menschen verursacht hat – wenn es denn so war. Denn wie gesagt: wir wissen es nicht.
Respekt für die deutlichen Worte.
Das ist der Zeitgeist!
Nichts ist so schlimm, wie wenn es nichts zu berichten gibt – und für den Hauch einer Neuigkeit werden Sachverhalte zusammenkonstruiert, die weiter hergeholt gar nicht sein könnten.
Dann gibt es dicke „Schlagzeilen“ die schön mit Fragezeichen versehen werden, denn nichts genaues weiß man nicht.
Aber Menschen werden beschuldigt, Opferfamilien belästigt, Menschen, die nichts zum Unfall sagen können, zu ihrer Meinung befragt.
Unabhängig davon, ob der LKW Fahrer etwas zum Unfall sagen kann (gut möglich, dass sein Gehirn vor diesen schlimmen Erfahrungen schützt und die Erinnerungen blockiert), wird man das Geschehen bewerten und dann je nach Einschätzung Maßnahmen ergreifen müssen. Aber, wo Menschen sind, passieren Fehler und manchmal münden diese Fehler in einer Katastrophe … das lässt sich leider Gottes nicht immer verhindern.
Es wird Zeit, dass Ruhe einkehrt.
Lieber Herr Gilliar,
Sie sprechen mir aus dem Herzen!
Aber Journalisten sind Teil der Bevölkerung und die gesellschaftliche und moralische Verrohung nimmt seit Jahren rapide zu. Diese Entwicklung macht auch vor Medienvertretern nicht Halt. Im Gegenteil, es sind „Gaffer“ mit der Lizenz zum unbegrenzten Nachbohren. Es ist gut, diese Missstände deutlich beim Namen zu nennen. Ob es aber ein Um- oder Nachdenken
bewirkt wage ich zu bezweifeln. Leider….
Der Verfasser dieses Berichtes hat es auf den Punkt gebracht!
Konnte über die Berichterstattung und manche Kommentare in den sozialen Medien nur noch den Kopf schütteln….
Ich drücke weiterhin allen Beteiligten die Daumen und den Angehörigen ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit!
Ein weiterer Dank geht an alle Einsatzkräfte! Ihr habt mit Sicherheit euer Bestes gegeben!
Lieber Herr Gilliar,
das haben Sie auf den Punkt gebracht. Diese Respekt- und Empathielosigkeit hat m.E. in den letzten Jahren stark zugenommen.
Und wie Sie schreiben: Wir wissen (noch) nicht, was passiert ist. Sei es ein menschlicher oder technischer Fehler gewesen – es ändert nichts an dem Unglück. Und da bin ich in Gedanken bei den Angehörigen und dem verletzten LKW-Fahrer, der dies nie mehr los wird – egal was die Ursache für das Unglück war.
Endlich sagt wer an was es unserer Gesellschafr fehlt
Anstand und Respekt .DANKE
Ö
So waren Worte, ja leider ist unsere Gesellschaft so geworden, manchmal sogar peinlich, schämen könnte man sich für so ein Verhalten.
Hallo Herr Gilliar, der Anlass für so ein Statement in den eigenen Reihen loszuwerden, ist sehr traurig, aber lobenswert. Das was Sie hier schreiben bzw. beschreiben ist leider der journalistische Standard. In Ihrem vorletzten Absatz treffen Sie den Nagel auf den Kopf. Richtige journalistische Arbeit ist heute sehr rar. „Witwenschütteln“ nennt man das. Und wenn man das selbst erlebt, und die abartigen Taktiken noch on top, dann weiß man leider was man von solchen Menschen und Blättern halten kann und soll. Nämlich nichts. Ich freue mich, dass Sie den Mut haben, gegen den Strom schwimmen zu wollen. Finde ich toll! Bleiben Sie Ihrer Linie treu.
Wertschätzung, Anstand, Respekt- und das respektieren von Grenzen. Grundlagen für ein soziales Miteinander. Man hält es nicht für möglich, aber es gibt echt Leute, die sich mit dem Schaden anderer hervortun und es womöglich noch für recht und heldenhaft halten.
Das ist wirklich ein Blick in zwischenmenschliche Abgründe.
Dieser Bericht ist absoult auf den Punkt getroffen. Mehr braucht man da nicht mehr sagen.
Danke für diese Worte!
Herr Gilliar, vielen Dank für ihren Bericht im Nachgang des schrecklichen Unglücks bei dem 3 Menschen ihr Leben verloren. Ich kannte niemand der Opfer oder derer Familien und habe gestern erstmals die Unglücksstelle aufgesucht. Meine Frau hat für die Opfer am Unglücksort Narzissen eingepflanzt. Ich wurde dort sehr traurig und mir kamen auch Tränen und natürlich die Frage, warum so etwas Schlimmes passieren muss. Noch fassungsloser und trauriger macht mich ihr Bericht. Ich frage mich immer öfter, wohin wir uns gesellschaftlich entwickeln?? Respektlosigkeit, Würdelosigkeit, Gewalt und Hetze nehmen immer mehr zu.
Ich frage mich immer öfter, warum. Was läuft verkehrt??
Wertevermittlung, Empathie und Resilenz an unsere Kinder und Kindeskinder mitgeben ist aus meiner Sicht ein wichtiger Teil davon.
Meine Gedanken gehören den Hinterbliebenen, aber auch dem Fahrer des Tanklasters und dessen Angehörigen. Ihnen wünsche ich Kraft und Zuversicht, denn das Leben muss weitergehen, auch wenn nichts mehr so ist, wie es war.
Lieber Stephan Gilliar,
alleine dieser Beitrag würde ausreichen, um jemanden zu erklären, warum Du für mich der Hügelheld unter den Journalisten bist.
Danke für Deine klare Haltung!
Sehr geerter Stephan Gilliar
Erstmal vielen dank für die liebevollen worte und alles Vielen lieben dank an alle einsatzkräfte ,Ersthelfer und alle die bei der unfallstelle vor ort waren. Es ist einfach Ein sehr sehr schlimmer unfall der bei uns im ort passiert ist und niemals je gedacht hätte das sowas Passiert . Ich wünsche allen hinterbliebenen mein herzliches beileid ,Auch den patienten die im krankenhaus sind eine gute besserung und eine schnelle genesung
Chapeau – der Bericht müsste in den Zeitungen stehen!
Sehr gut geschrieben!
Danke für diesen Bericht und für die vielen, anteilnehmenden Kommentare.
Ich bin Christ, und daher weiß ich, warum wir Menschen nun mal so sind, wie wir sind. Ich möchte deshalb die Menschen nicht verurteilen, sondern für sie beten. Ich hoffe, daß viele Leute das gleiche tun…
VLG und Gottes Segen
Danke für diese Worte, ich hoffe sehr das die etwas bewirken.
Dem Bericht ist nichts mehr hinzuzufügen.
Danke.
Danke für diese Worte. Es ist schon alles schrecklich genug und man darf nicht vergessen dass wir alle Menschen sind.
Lieber Herr Gillar,
vielen Dank für Ihren bewegenden und ehrlichen Artikel „Am Abgrund“. Ihre reflektierten Worte und Ihr respektvoller Umgang mit diesem schwierigen Thema sind beispielhaft. In einer Zeit, in der vorschnelle Urteile und Sensationslust oft dominieren, ist Ihr Appell an Menschlichkeit und Nachdenklichkeit umso wertvoller.
Danke für Ihre klare Haltung und Ihre einfühlsame Perspektive!