Achtung, Achtung – Seien Sie gewarnt!

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Diese Woche wird probeweise Großalarm ausgelöst…hoffentlich

Der letzte bundesweite Warntag im Herbst 2020 hat nicht nur in unserer Region zu einem kollektiven, hämischen Grinsen geführt. Obwohl eigentlich angedacht war, aus quasi allen Rohren zu feuern, blieb es vielerorts mucksmäuschenstill – der angekündigte Probealarm blieb in zahlreichen Kommunen einfach aus. Dieser Flop soll sich nun – zwei Jahre später – auf keinen Fall wiederholen.

Die Situation ist heute auch eine andere als 2020. Noch bis vor kurzem völlig undenkbar, ist auf europäischem Boden das erste Mal seit vielen Jahrzehnten Krieg ausgebrochen. Plötzlich diskutiert Europa konkrete Bedrohungsszenarien durch Atomwaffen und verzeichnete kürzlich sogar Raketeneinschläge auf dem Territorium eines Mitgliedstaates. Die Welt ist eine andere geworden, Anspannung statt Entspannung, Aufrüstung statt Abrüstung.

Auch wenn diese Entwicklungen ohne jeden Zweifel beklagenswert und todtraurig sind, gilt es doch nun den Umständen entsprechend pragmatisch zu agieren. Dazu gehört auch, die eigene, seit Jahrzehnten vernachlässigte Infrastruktur für Katastrophenvorsorge in den Blick zu nehmen. Der Frage: “Wie warnt man im Falle eines Falles die Bevölkerung” kommt nun eine große Bedeutung zu. Hierzu muss man wissen, dass nach dem Ende des Kalten Krieges in Europa zahlreiche Warnsysteme Stück für Stück deinstalliert wurden. Längst nicht in jeder Kommune finden sich heute noch Alarmsirenen in funktionierendem Zustand, auch eine vergleichsweise simples System zur Warnung per Smartphone hat in den letzten Jahren nicht die Priorität genossen, die man ihm ohne Probleme hätte einräumen können. “Cell Broadcast” nennt sich eine solche Technik beispielsweise, die in anderen Nationen schon seit langem eingesetzt wird. In Deutschland soll das System in dieser Woche das erste mal getestet werden. Netzübergreifend erhalten Nutzer dann entsprechende Kurznachrichten direkt auf Ihr Mobiltelefon, zumindest auf jene, die “Cell Broadcast” bereits unterstützen.

Neben Probewarnungen direkt über das Smartphone, z.b. via Cell Broadcast oder die gängigen Warn-Apps wie die NINA, KATWARN oder BIWAPP, soll das sogenannte „Modulare Warnsystem” in Gänze getestet werden. Dieses beinhaltet z.b. auch Warnungen über Rundfunksender, Fernsehsender, öffentliche Infotafeln oder Internetdienste.

Selbstredend werden an diesem Tag auch die klassischen Warnsysteme zum Einsatz kommen. Dazu zählen Lautsprecherdurchsagen oder die guten alten Heulbojen – die fest installierten Sirenenanlagen auf öffentlichen Gebäuden. Ältere Versionen kennt man noch als graue Pilze, neuere Modelle sehen aus wie eine Reihe silberner Trichter.

Angesetzt ist der bundesweite Warntag für diesen Donnerstag, den 8. Dezember. Ab 11 Uhr sollen alle oben genannten Systeme getestet werden, um eventuelle Schwachstellen ausfindig zu machen und diese im Nachgang zu eliminieren. Bleibt zu hoffen, dass die 2020 in erklecklichen Mengen entdeckten Schwachstellen bei der zweiten Auflage des Warntages nun samt und sonders geschlossen werden konnten.

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