Wackelt das Bruchsaler Windkraftkonzept?

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Zeitplan für Windpark „Bruchsal Süd“ verschiebt sich – Realisierung ungewiss

Der geplante Windpark „Bruchsal Süd“ steht vor weiteren erheblichen Verzögerungen und einer ungewissen Zukunft. Nach dem Rückzug des erstplatzierten Bieters Ende 2025 wird es im Jahr 2026 keine neue Ausschreibung für das Projekt geben, darüber informiert aktuell die Stadt Bruchsal in einer Pressemitteilung an die Medien. Grund dafür sind Unklarheiten über die künftigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Gesetzliche Unsicherheiten stoppen Ausschreibung

Hintergrund ist die aktuell kontrovers diskutierte politische Gangart auf Bundesebene in umwelt- und wirtschaftspolitischen Belangen. Das Bundeskabinett hat zwar einen Entwurf zur EEG-Novelle vorgelegt, doch dessen finale Ausgestaltung ist unklar. Kommunale Spitzenverbände haben bereits Einwände gegen Teile des Entwurfs erhoben. Für die Stadt Bruchsal fehlen damit vorerst die rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen, um eine neue Ausschreibung verlässlich vorzubereiten – für 2026 sieht die Stadtverwaltung hier keine Optionen mehr.

Die Verwaltung beobachtet das laufende Gesetzgebungsverfahren zum EEG sowie das geplante Netzpaket weiter. Erst wenn verlässliche Regeln feststehen, will die Stadt bewerten, wie und wann das Projekt weitergeführt werden kann. Dies betrifft nicht nur den Windpark Süd, sondern auch anderen Windkraftprojekte auf städtischer Gemarkung.

Wirtschaftliches Risiko bedroht Umsetzung

Die erneute Verzögerung zeigt, wie wackelig das Gesamtprojekt inzwischen ist. Obwohl die Stadt betont, an ihren Klimaschutzzielen festzuhalten, lässt sich derzeit nicht belastbar einschätzen, ob der Windpark überhaupt noch reale Chancen auf eine Umsetzung hat.

„Wir brauchen regenerative Energien, wir brauchen aber auch kluge Konzepte, es muss immer wirtschaftlich sein.“ so Bruchsals Oberbürgermeister Sven Weigt im Hügelhelden Interview, die Frage sei nun, ob man so noch wirklich signifikante Einnahmen erzielen könne. Hintergrund hierbei ist, dass es derzeit schwer ist Projektentwickler zu finden, die wirtschaftlich gewichtige Angebote anbieten können, zudem sind die zu erzielenden, möglichen Pachtpreise zuletzt deutlich zurückgegangen. Große Fragezeichen stehen daher nicht nur hinter dem Windpark Süd, sondern auch hinter anderen städtischen Windkraftprojekten. Lediglich der Windpark Nord, als Kooperation zwischen den Stadtwerken und der EnBW, läge derzeit noch im Zeitplan, so Sven Weigt.

Der viel diskutierte Windpark Süd hat in Bruchsal im wahrsten Sinne des Wortes bereits für reichlich Wind gesorgt. Schon das Scheitern des ersten Anlaufs führte das finanzielle Risiko vor Augen: Im Sommer 2025 hatte die Stadt gemeinsam mit privaten Eigentümern eine Ausschreibung gestartet und verhandelte bis Dezember mit dem Sieger. Kurz vor dem geplanten Vertragsabschluss sprang der Betreiber jedoch aus betriebswirtschaftlichen Gründen ab, weil ihm die gesetzlichen Rahmenbedingungen ab 2027 zu unsicher waren.

Politische Rückendeckung ohne Zeitplan

Wenig später, am 14. Dezember 2025, stimmte die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger bei einem Bürgerentscheid für das Windpark-Konzept. Trotz dieses politischen Rückhalts ruht das Vorhaben nun auf unbestimmte Zeit.

Solange der Bund keine klaren Regeln schafft und sich keine Investoren finden, die bereit sind, das wirtschaftliche Risiko zu tragen, bleibt die Realisierung der Windkraftanlagen auf der Gemarkung Bruchsal vorerst offen.

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