Zum 20. Mal hat die Messe Life’s Finest auf Gut Schwarzerdhof bei Bretten begonnen. Keine Luxusmesse, sondern ein paar schöne Stunden für alle und jeden, betonen Baronin und Baron von Papius und freuen sich auf alle Besucherinnen und Besucher in ihren historischen Mauern.
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Wenn die Besucherinnen und Besucher der Messe Life’s Finest das erste Mal den Innenhof von Gut Schwarzerdhof betreten, bleiben sie zunächst einmal stehen und lassen ehrfürchtig den Blick kreisen. Eine Szene wie aus einem alten DEFA-Märchenfilm tut sich vor ihnen auf: Der alte, majestätische Baum in der Mitte, umrandet von sorgsam geschnittenen Hecken und eingebettet in grünen Rasen. Üppig blüht der Rhododendron in den perfekt gepflegten Beeten, sanft strahlen die in weichen Pastelltönen gestrichenen Sandsteinwände der umliegenden Gebäude in der Mittagssonne, sogar das erdige Rot der Simse, Friese und Fachwerkbalken scheint zu leuchten. Viele sehen hier erst mal nur eine märchenhafte Kulisse; andere Besitzer alter Gemäuer sehen die Arbeit, die dahintersteckt. Hecken müssen geschnitten, der Rasen gemäht, die Pflanzen gegossen, das Unkraut gejätet und die Wege vom Laub befreit werden. Dazu kommen noch eine Million weitere Aufgaben, denn alte Häuser halten für jene, die sich ihnen verschrieben haben, immer reichlich Arbeit bereit – die meiste davon kommt unverhofft. So wundert es nicht, dass Philipp Baron von Papius jeden Morgen in aller Herrgottsfrühe aufsteht, sich einen Kaffee aufbrüht und sich danach in die Arbeit wirft.



Und zwar Arbeit im wortwörtlichen und althergebrachten Sinne – es wartet kein reiner Bürojob auf den studierten Juristen, sondern dreckige Fingernägel, die Hände und Knie mitten in der Erde. Doch nicht Adel verpflichtet, wie er mir versichert, sondern vielmehr Eigentum. Im Falle seiner Familie bringt dieses Eigentum sogar reichlich Verantwortung mit sich, denn Gut Schwarzerdhof ist nicht nur irgendein kleiner Bauernhof auf dem Lande, sondern ein waschechtes Kulturdenkmal. Das historische Hofgut wurde zwischen 1795 und 1817 von Johann Adam Raber erbaut und gelangte nach mehreren Besitzerwechseln durch eine Versteigerung an die Familie von Saint-André. Über die Erbfolge ging das Anwesen dann an den heutigen Eigentümer Baron Philipp von Papius über, dessen Familie eine weit zurückreichende Historie als westfälisches Erbsälzergeschlecht aufweist.
Der Innenhof ist dabei nur ein kleiner Teil auf der endlos langen To-do-Liste; umrahmt wird er von mehreren historischen Gebäuden, Scheunen und Gärten. Es ist ein Anwesen, das mehr als nur bewohnt werden will. Ein solches historisches Ensemble muss genutzt werden. Diese Aufgabe ist tatsächlich auch ein Fulltime-Job für die Familie. Das ganze Jahr über stellen sie das Hofgut beispielsweise für private oder geschäftliche Feierlichkeiten zur Verfügung. Hier kann man heiraten, Geburtstage feiern, Jubiläen und all die anderen wichtigen biografischen Momente.



Eines der wirklich großen Highlights im Jahreskalender stellt aber zweifelsohne Life’s Finest dar. Am heutigen Donnerstag hat die Jubiläumsausgabe der renommierten Messe begonnen. Vier Tage lang präsentieren mehr als 130 Aussteller aus verschiedensten Branchen ihre Kreationen. Die Vielfalt an Raritäten, Designobjekten, kulinarischen Köstlichkeiten und modischen Accessoires verteilt sich stilvoll über die historischen Innenräume des Gutes sowie dutzende weiße Pagodenzelte im weitläufigen Park. Die gesamte Präsentation setzt auf ein ästhetisches Gesamtkonzept, das sich bewusst von gewöhnlichen Märkten abhebt und die Exponate in ein ansprechendes Ambiente einbettet.
Als 2005 die erste Ausgabe von Life’s Finest von sich reden machte, bekam die Messe von manchen gleich den Stempel „Etepetete“ aufgedrückt – nur etwas für die Reichen und Schönen. Ein Eindruck, dem Philipp Baron von Papius seither klar entgegentritt. Es sei keine Luxusmesse, hält er kategorisch fest und verweist auf die Vielfalt und das abwechslungsreiche Angebot, das jeden Geschmack und jede Zielgruppe im Blick hat. Mittlerweile hört man die Vorurteile nur noch selten; auf Gut Schwarzerdhof nimmt man es derweil mit Humor. Sie sei auch schon gefragt worden, ob man sich vor dem Besuch in Schale schmeißen müsse, im Jetset-Riviera-Chic à la Grace Kelly oder Brigitte Bardot, lacht Marianca Baronin von Papius. Tatsächlich spielt das aber keine Rolle. Hier darf jeder so bodenständig aufkreuzen, wie er möchte. Es geht einfach nur darum, eine gute Zeit zu haben und die Dinge im Leben zu genießen, die sich eben nicht tagtäglich im Alltag wiederfinden.




Wer Lust hat, dabei zu sein, ist herzlich eingeladen. Die Messe öffnet noch bis Samstag jeweils von 10:00 bis 19:00 Uhr ihre Tore, während am Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr gestöbert werden kann. Beim Ticketkauf lässt sich sparen: Während der Eintritt an der Tageskasse 18 € kostet, ist das Online-Ticket bereits für 15 € erhältlich. Für Kurzentschlossene gibt es zudem am morgigen Freitag zwischen 10:00 und 12:00 Uhr ein spezielles Schnupperticket für 13 €, und Jugendliche bis 16 Jahre haben komplett freien Eintritt. In allen Ticketpreisen sind das gesamte Rahmenprogramm, die Kinderbetreuung vor Ort sowie der Shuttle-Service bereits inbegriffen.