30 Jahre Aschingerhalle für Sport und Kultur in Oberderdingen

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Damals Bauvorhaben mit größtem Investitionsvolumen

Die Aschingerhalle ist bis heute Mittelpunkt von Sport- und Kulturveranstaltungen in der Gemeinde Oberderdingen. Durch ihre Größe und Nutzungsmöglichkeiten bietet die Halle ideale Bedingungen für Schulen und Vereine sowie Sport- und Kulturveranstaltungen.

Seit dem Bau der Halle können Veranstaltungen mit einer Kapazität von bis zu 1.400 Besuchern und rund 800 Besuchern bei Tischbestuhlung durchgeführt werden. Dies war zuvor nicht möglich. Bereits in den 70er Jahren war der Bedarf der Schulen nach adäquaten Möglichkeiten für den Sportunterricht sowie ein großes Interesse der Vereine an der Nutzung der Halle vorhanden.

Ende der 70er Jahre waren in der Gemeinde Oberderdingen die Weichen für den Bau einer Halle in der Nähe des Schulzentrums gestellt und ein städtebaulicher Vorentwurf erarbeitet. Erst aber, nachdem die die Finanzierung in der mittelfristigen Finanzplanung möglich war, konnte der Gemeinderat den Forderungen und Wünschen der Schulen und Vereine entgegenkommen.

Das Verfahren zum Bau einer Halle wurde durch eine Bürgerbeteiligung am 3. Mai 1985 in der alten Turnhalle eingeleitet. Dabei wurde über die Notwendigkeit des Bauvorhabens und über die Nutzung als reine Sport- oder Mehrzweckhalle diskutiert. Bereits zehn Tage danach fasste der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zum Bau einer Halle, die vorwiegend für sportliche Veranstaltungen konzipiert werden soll, aber auch für kulturelle Zwecke dienen kann. Damals wurde der früheste Baubeginn auf 1987 festgelegt.

Für den Bau war es wichtig Erfahrungen im Sportstättenbau zu haben. Deshalb wurde der Architekt durch ein Gutachterverfahren bestimmt. Der Gemeinderat entschied sich daraufhin für den Architekten Kurt Knecht aus Ludwigsburg und beauftragte ihn mit den Planung und der Bauleitung. Bei der gemeinsamen Sitzung des Gemeinde- und Ortschaftsrates Oberderdingen am 26.09.1986 erteilten diese die Freigabe der Baugesuchspläne. Die Pläne sahen eine stationäre Zuschauertribüne für die Sportnutzung und eine 100 qm große Bühne für kulturelle Veranstaltungen vor. Der Kostenvoranschlag wurde mit insgesamt 7,418 Mio. DM für den Hallenbau und 1,0 Mio. DM für die Außenanlagen veranschlagt.

Da die gewünschte Finanzierungszusage des Landes 1987 noch nicht vorlag, verschob der Gemeinderat den Baubeginn um 1 Jahr zum August 1988.

Das Raumprogramm des 21.352 cbm umbauten Raumes und 45m x 27m großer dreiteilbaren Halle ergibt 3.095 qm Nutzfläche. Die Herausforderung war, den Bau harmonisch in das Gebiet „Großer Gänsberg“ einzufügen. Eine ausgezeichnete Lösung war, laut Fachleuten, die in den Hang hineingebauten Geräte- und Umkleideräume und das eingedeckte Dach mit Titanzink.

Die Hallenfläche beträgt 1.215 qm. Eine Mehrfachnutzung für den Sportunterricht der Schulen und Vereine ermöglichen Trennvorhänge. Ein 63 qm Mehrzweckraum kann gemeinsam und getrennt vom Geschehen genutzt werden. Die Grund- Werkreal- und Realschüler nutzen die Halle sowie Umkleidekabinen und Geräteräume bis heute.

Bis dahin war der Bau der Aschingerhalle vom Investitionsvolumen das größte Bauvorhaben in der Geschichte der Gemeinde Oberderdingen. Die Halle ist im September 1986 mit den Außenanlagen, Parkplätzen und Fußwegen mit 8.418 Mio. DM veranschlagt worden.

Die Gemeinde erhielt auf Antrag vom Land Baden-Württemberg folgende Finanzhilfen:

  • Investitionszuschuss aus Sportfördermitteln: 1.194.000 DM
  • Zuschuss aus dem Landesinfrastrukturprogramm: 398.000 DM
  • Zuschuss aus dem Ausgleichsstock: 500.000 DM
  • Gesamt: 2.092.000 DM
  • Finanzierunganteil von rund 28,2 %

In den Haushalten der Jahre 1986-1990 konnte entsprechend dem Baufortschritts jeweils ein Anteil an freien Investitionsraten von insgesamt rund 18,7 Mio. DM bereitgestellt werden.

Nach dem die Aschingerhalle fertiggestellt war veranstaltete die Gemeinde Oberderdingen gemeinsam mit den Vereinen, Schulen, Kindergärten, der Weingärtnergenossenschaft und den Weingütern eine Veranstaltungsreihe zur Einweihung der neuen Halle.

Am Freitag, 19. Januar 1990, um 18 Uhr waren alle Bürgerinnen und Bürger zur offiziellen Einweihung der Aschingerhalle eingeladen. Neben dem damaligen Bürgermeister Erwin Breitinger sprachen auch Landrat Dr. Bernhard Ditteney, MdL Franz Wieser, Kürnbachs Bürgermeister Karlheinz Hauser, Bürgermeister Franz Kofler aus der Partnergemeinde Heinfels, Realschulrektor Sebastian Gerber sowie Ewald Schneider, 1. Vorstand des Musikverein Oberderdingen Grußworte in einer vollbesetzten Aschingerhalle. Architekt Kurt Knecht aus Ludwigsburg überreichte Bürgermeister Erwin Breitinger den Schlüssel in Form eines Hefezopfes. Elfriede Meffle trug eine Rede vor. Der Musikverein Oberderdingen, der gemischte Chor Gesangverein Freundschaft Harmonie Oberderdingen sowie der Männerchor MGV Einigkeit Flehingen umrahmten das Programm musikalisch. Die Bewirtung a la Aschinger übernahm der TV Großvillars.

Zur festlichen Weinprobe haben am Samstag, 20. Januar 1990, um 19.30 Uhr in die Aschingerhalle die Weingärtnergenossenschaft und die Weingüter Kern, Lutz und Vincon-Zerrer eingeladen. Bei der Weinprobe präsentierte Kellereidirektor i.R. Alfred Hofmann eine Vielzahl an Oberderdinger Weine. Dazu gab es Käse und Brot. Der Musikverein Oberderdingen, der Gesangverein Freundschaft Harmonie Oberderdingen und der Jagdhornbläserkreis Stromberg sorgten für die musikalische Unterhaltung. Auch die württembergische Weinkönigin war zu Gast. Nach der Weinprobe hat das Duo Willi und Martin zum Tanz gespielt. Der Eintritt kostete damals 17 DM. Damit alle Gäste wohlbehalten nach Hause kamen, war ein Fahrdienst eingerichtet. Die Firma Wilk fuhr mit einem Bus von Flehingen nach Oberderdingen in die Aschingerhalle. Die Rückfahrt fand ab 23 Uhr in einem halbstündlichen Rhythmus statt. Eine einfache Fahrt kostete pro Person 3 DM.

Zum ökumenischen Gottesdienst hatten Pfarrer Palmbach von der evangelischen Kirchengemeinde Oberderdingen sowie Pfarrer Halama von der katholischen Kirchengemeinde Oberderdingen am Sonntag, 21. Januar 1990 um 10 Uhr in die Aschingerhalle eingeladen. Das Programm gestalteten die Kirchenchöre Oberderdingen, Flehingen, Sickingen sowie Großvillars und der Posaunenchor Oberderdingen.

Ein weiteres Highlight war der Tag der offenen Tür im Rahmen der Einweihung. Am Sonntag, 21. Januar 1990 öffneten die Türen der Aschingerhalle ab 11 Uhr für die Bevölkerung. Es bestand die Möglichkeit die Halle sowie die Nebenräume zu besichtigen. Beim Frühshoppen von 11-12 Uhr spielte der Musikverein Flehingen. Zum Mittagessen lud die Freiwillige Feuerwehr zu gegrilltem Schweinehals und Schnitzel ein. Die Kindergärten verkauften Kaffee und Kuchen. Nachmittags präsentierten sich der Kindergarten Richard-Wagner-Str. und Haustr. Auf der Bühne. Der Rudolf-Steiner-Kindergarten führte mehrmals am Nachmittag im Mehrzweckraum für Kinder ein Puppenspiel auf. Im Anschluss spielte die Schülerkapelle des Musikverein Oberderdingen.

Eine der beliebtesten Rundfunksendungen des Süddeutschen Rundfunks „SDR – Rundfunksendung Frühschoppen live“ war am Samstag, 27. Januar 1990 zu Gast in der Aschingerhalle Oberderdingen. Die Sendung wurde live aus der Aschingerhalle gesendet. Ruth Mönch und Wolfgang Walker präsentierten Gäste aus der Volksmusik: Isar-Express, Lydia Huber und viele mehr. Ein Stammtischgespräch der Moderatoren mit Oberderdingern, Flehingern und Großvillarser hat ebenso zum Programm gehört wie das Melodienraten zweier Mannschaften. Der Obst- und Gartenverein sorgte für die Bewirtung. Bereits im Vorfeld waren alle Eintrittskarten verkauft. Die Aschingerhalle war voll, bis auf den letzten Platz.

Die gesamtbadische Meisterschaften der Senioren und der Jugend im Tischtennis am Samstag und Sonntag, 28. + 29. Januar 1990 reihte sich in die Veranstaltungen zur Einweihung der Aschingerhalle ein. Veranstaltet wurde das Sportereignis vom Badischen und Württembergischen Tischtennisverband. Ausrichter war der TTC 72 Flehingen. 98 Senioren spielten ihren Einzelmeister aus. Die Schirmherrschaft sowie die Siegerehrung übernahm Bürgermeister Erwin Breitinger. Am Sonntag spielten die Jugendlichen um die Meisterschaft im Einzel und Doppel.

Das Kindertheater „Max und Moritz“ fand am Dienstag, 30. Januar 1990 um 15 Uhr statt. Das Sandkorn-Theater spielte nach Wilhelm Busch die Lausbubengeschichte, wie es damals in der Einladung hieß, von Max und Moritz.

Auch der traditionelle Lichtmesstanz am Freitag, 2. Februar 1990 um 20 Uhr in der Aschingerhalle mit der Band Blizzards gehörte zur Veranstaltungsreihe. Die Organisation und Bewirtung übernahm die Freiwillige Feuerwehr Abteilung Oberderdingen.

Das E + F-Fußball-Jugendturnier fand am Samstag 3. Februar 1990, ab 13 Uhr statt. Dazu hatte der SV Oberderdingen die Mannschaften den FC Flehingen, TSV Kürnbach, FVS Sulzfeld, Sternenfels und TSV Zaisenhausen eingeladen.

Am darauffolgenden Tag, Sonntag, 4. Februar 1990, um 13.30 Uhr hatte die Grund- und Hauptschule Oberderdingen ein großes Schulfest in der Aschingerhalle mit allen Schülerinnen und Schülern veranstaltet. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sportliche Darbietungen. Im Anschluss spielte die Jugendmusikschule Bretten beim gemütlichen Beisammensein.

Auch der Seniorennachmittag am Mittwoch 7. Februar 1990 um 15 Uhr fand bereits damals in der Aschingerhalle statt.

Am Samstag, 10. Februar 1990, ab 7.30 Uhr fand das Schulfest der Realschule Oberderdingen in der Aschingerhalle statt. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler sportliche Wettkämpfe durchgeführt, um die Möglichkeiten der damals neuen Halle zu erproben. Bis 11 Uhr konnten sich die Jugendlichen in Leichtathletik, Volleyball, Geräteturnen und vieles mehr messen.

Die Waldenser-Laienspielgruppe Kleinvillars war am Samstag, 10. Februar 1990, um 20 Uhr mit ihrer Theateraufführung zu Gast in der Aschingerhalle. Sie spielten das Theatherstück „Die glorreiche Rückkehr 1689“ oder „Der Schwur von Sibaud“. Pfarrer a.D. Fischinger erarbeitete die Quellen. Rainer Wolf übernahm die Spielleitung. Bereits im Vorfeld waren die Karten für die Halle ausverkauft, so dass es an der Abendkasse nur noch Karten für die Tribüne gab. Bei der Aufführung waren 700 Besucher in der Halle. Der Eintritt für Erwachsene kostete 6 DM, der für Schüler und Jugendliche 3 DM.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe machte der Abend der Vereine am Sonntag, 11. Februar 1990, um 19 Uhr. Die Vereine aus Oberderdingen, Flehingen und Großvillars präsentierten ein unterhaltsames Programm mit Musik, Tanz und lustigen Darbietungen. Die Bewirtung übernahmen die Kleintierzuchtvereine Oberderdingen und Flehingen. Der Eintritt war frei.

Bis heute wurden über 1200 Veranstaltungen, Schulsport und Trainingseinheiten der Vereine ausgenommen, in der Aschingerhalle durchgeführt. Veranstaltungen wie beispielsweise das AH-Fußball-Hallenturnier des SV Oberderdingen waren finden seit der Einweihung der Aschingerhalle in jedem Jahr dort statt.

Redaktion: Barbara Lohner / Gemeinde Oberderdingen

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