EnBW baut einen der größten Großbatteriespeicher Deutschlands
In Philippsburg entsteht aktuell einer der bundesweit größten Großbatteriespeicher. Wie das Energieunternehmen EnBW mitteilt, verfügt die Anlage über eine Leistung von 400 Megawatt sowie eine Kapazität von 800 Megawattstunden, womit rechnerisch der tägliche Strombedarf von rund 100.000 Haushalten gedeckt werden kann. Ziel des Projekts auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks ist es, die schwankende Einspeisung von Wind- und Solarenergie auszugleichen und das Stromnetz zu stabilisieren.
Am Standort befindet sich zudem bereits ein Umspannwerk des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW, das als Teil der Gleichstromverbindung Ultranet künftig Windstrom aus Norddeutschland im Südwesten einspeisen soll. Laut EnBW-Vorstand Peter Heydecker sind Batteriespeicher neben wasserstofffähigen Gaskraftwerken essenziell, um kurzfristige Schwankungen im Energiesystem abzufangen und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Auch Philippsburgs Bürgermeister Stefan Martus betont die Fortführung der traditionellen Rolle der Gemeinde als Energiestandort.
Die Finanzierung des Projekts erfolgt ohne staatliche Fördergelder und soll sich über die spätere Stromvermarktung sowie netzdienliche Leistungen tragen. Für den Bau ist zunächst eine Pilotanlage geplant, um zwei unterschiedliche Speichertypen zu erproben. Die schrittweise Erweiterung und die vollständige Inbetriebnahme des Gesamtsystems sind bis Ende 2027 vorgesehen.