Was passiert bei einem Waldbrand?

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Gondelsheims Bürgermeister fordert Notfallplan für den Kraichgau

Rupp sieht Region unzureichend vorbereitet auf dieses Szenario

(PM) Was passiert, wenn im Kraichgau ein großer Waldbrand ausbricht – sind wir darauf gut vorbereitet? Diese Frage hat sich Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp gestellt und er befürchtet, dass die Antwort lautet: „Es gibt keinen wirklichen Notfallplan für solch ein Bedrohungs-Szenario.“ Deshalb ist für ihn klar: „Wir Verantwortlichen müssen so schnell wie möglich einen solchen Notfallplan entwickeln.“ Die Verantwortlichen, das sind für ihn alle zuständigen Stellen wie die Gemeinden, der Landkreis, das Land Baden-Württemberg sowie die Katastrophenschutz-Behörden. „Wir können doch nicht warten, bis es wirklich richtig brennt und dann erst handeln“, betont er.

Welche Gefahr vor allem im Kraichgau lauert, wurde Rupp jüngst deutlich, als für ihn der im Frühjahr gepflanzten Gondelsheimer Bürgerwald in den Fokus rückte. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit geht es darum, ob und wie die rund 4.000 kleinen Bäumchen zu bewässern wären, um deren Wachstum nicht zu gefährden. Rund 100 Kubikmeter Wasser sind für das einmalige Bewässern des ein Hektar großen Areals nötig. Das Problem dabei: vor Ort gibt es weder Brunnen noch größere Gewässer als Wasserquelle. Bleibt nur der Transport in entsprechenden Tankfahrzeugen.

Aber pro Fahrt lassen sich so nur zwischen drei und sechs Kubikmeter transportieren. „Selbst wenn wir alle verfügbaren Kapazitäten von Freiwilliger Feuerwehr, Bauhof und der hiesigen Landwirte einsetzen, ist das eine gewaltige logistische Herausforderung“, sagt Rupp und ergänzt: „Und hier geht es nur um das einmalige Bewässern eines überschaubaren Gebiets. Nicht auszudenken, was dann bei einem Brandfall passiert.“ Ein Szenario, das er sich mit seinen Konsequenzen für die Natur, die Menschen und die Kommunen nicht ausmalen möchte.

Ein entsprechender Notfallplan ist für Bürgermeister Rupp daher unerlässlich: „Die Verantwortlichen sind gefordert, sich schnell an einen Tisch zu setzen und entsprechende Maßnahmen auszuarbeiten.“

Im Kraichgau gebe es in der Nähe der Wälder oftmals keine leicht zu erschließenden Wasserreservoire, um schnell große Mengen an Löschwasser zum Einsatz zu bringen. Und das Problem werde in den kommenden Jahren angesichts des Klimawandels und längeren regenlosen Phasen stetig größer werden.

Deshalb, so Rupp: „Einfach darauf hoffen, dass nichts passiert, kann nicht die Lösung sein. Es muss gehandelt werden und zwar schnell. Wir brauchen eine moderne Gefahrenabwehr, welche auch die Verfügbarkeit von Löschhubschraubern etc. beinhaltet.In das Saalbachhochwasser 2013 sind wir damals alle relativ unvorbereitet hineingeschlittert. Dieses Defizit ist dann erst danach interkommunal erfolgreich angegangen worden. Nun sollten wir in Sachen Waldbrände dringend präventiv denken“.

Quelle: Mitteilung der Gemeinde Gondelsheim

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