Von Stettfeld nach Odenheim – Wandern auf dem Dach des Kraichgau

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Unterwegs auf einer der schönsten Wanderrouten unserer Heimat

Ein Wandertipp von Philipp Martin

Jeder von uns hat in den vielen Ecken und Winkeln unseres Hügellandes, seinen absoluten Lieblingsort – dort wo er sich geerdet, zuhause und geborgen fühlt. Für mich ist dieser Ort der langgezogene Höhenkamm zwischen dem Östringen Stadtteil Odenheim und dem Ubstadt-Weiherer Ortsteil Stettfeld. Wann immer ich eine kleine Auszeit von Hektik, Stress und Alltag brauche, gehe ich den fast kerzengerade verlaufenden Weg von der einen zur anderen Seite und wieder zurück. Ich lade Sie heute dazu ein, mich auf diesem Weg zu begleiten, bietet er doch die himmlische Kühle und Ruhe eines fast unberührten Waldes, zahlreiche Gelegenheiten innezuhalten und Platz zu nehmen, sowie die vielleicht schönste Fernsicht unserer Heimat. Nicht zu vergessen, ein paar sehr interessante Zwischenstopps, auf die ich im Folgenden auch eingehen möchte.

Der Eisengrubenwald Stettfeld

Am besten starten sie ihre Reise mit der Stadtbahn und fahren bis zur Haltestelle Stettfeld. Dies bietet sich insbesondere dann an, wenn sie am Ende ihrer Reise die gesamte Strecke nicht wieder zurück laufen möchten, denn der folgende Trip ist dieses Mal kein Rundweg. Alternativ gibt es Parkplätze direkt an der Mehrzweckhalle am Ende der Bergstraße. Ihr Ziel ist in beiden Fällen die Ringstraße am Ortsrand, von der ungefähr auf Höhe Robert-Koch-Straße ein kleiner Pfad ortsauswärts führt. Folgen Sie diesem und wenden Sie sich bei der ersten Kreuzung nach rechts. Als Orientierung können Ihnen die sakralen Denkmale, die in regelmäßigen Abständen am Wegrand stehen dienen. Am Waldrand haben Sie die Möglichkeit einen kleinen Abstecher nach links in den Eisengrubenwald, wo früher Stettfelder im Bergbau arbeiteten und zum Schwedenbrunnen einzulegen. Am oberen Ende des Waldes wartet ein schattiger Rast- und Grillplatz auf sie, der für die Kinder auch einen kleinen Spielplatz bereithält.

Wenn sie weiterziehen möchten, ist die Orientierung denkbar simpel. Folgen Sie einfach dem Weg immer weiter geradeaus, den Waldrand zu ihrer rechten. Sie sehen den kleinen Weinbauort Zeutern links vorbeiziehen, haben natürlich jederzeit die Möglichkeit diesen durch die Altackerhohle, den Dschungelweg oder die Hirschhohle als Zwischenstopp anzusteuern. Dabei gilt es allerdings ordentliche Höhenunterschiede zu überwinden, teilen sie ihre Kräfte gut ein.

Immer weiter dem Weg am Waldrand entlang folgend, erreichen Sie zuerst den Festplatz, wo nicht nur das alljährliche Vatertagsfest der Zeidama gefeiert wird und schließlich die Himmelreichhütte mit schattigen Rastplätzen und einer herrlichen Aussicht – an guten Tagen sogar bis hinüber nach Mannheim. Um die Qual der Wahl noch zu verschlimmern, können Sie von hieraus auch entweder einen Natur- und Erlebnispfad oder einen Barfuß- und Fußreflexzonen-Pfad hinab nach Zeutern nehmen.

Wald

Weiter geht es direkt auf der Gemarkungsgrenze zwischen Ubstadt-Weiher und Kraichtal durch den nun zu beiden Seiten liegenden, grünen Wald, bis sie die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Oberöwisheim und Zeutern erreichen. Überqueren Sie die wilde S-Kurve und bleiben sie konsequent, geradeaus auf dem gut erschlossenen Waldweg. Nachdem sie rechter Hand eine Lichtung passiert haben, gibt es direkt nach dem erneuten Eintritt in den Forst die Möglichkeit nach rechts zur Sternwarte Oberöwisheim abzubiegen. Dieses vorbildliche, private Projekt, lädt zum Staunen und Erforschen ein – jedoch nur jene, die der Einrichtung mit dem nötigen Respekt und Sorgsamkeit begegnen.

Die Hirschhohl nach Zeutern

Nach etwa ein bis zwei Kilometern stoßen sie auf eine Abzweigung, die nach rechts leicht den Berg hinunter führt. Sollten Sie dieser folgen, gelangen Sie zum Pfannwaldsee, einem kleinen Stausee voller Molche, Kaulquappen, Biberratten und Seevögel. Direkt an diesen schließt sich – besonders empfehlenswert an heißen Tagen – ein herrlich kühler Kneipp-Pfad an.

Sollten Sie nicht zwischenzeitlich einem der vielen schönen Wegpunkte entlang dieser Route verfallen sein, sind sie nun auf Östringer Gemarkung unterwegs. Nachdem der Weg einen weiteren Knick gemacht und sie über eine weitere Kreuzung geführt hat, öffnet sich die Landschaft zu ihrer Rechten nun in weite, wogende Kornfelder. Bleiben sie weiter unbeirrt auf ihrem Weg, ergießt sich dieser nach einer Weile in die herrliche Kühle eines engen Hohlweges. Dessen Ausläufer fließen direkt in die Odenheimer Michaelstraße, an deren Ende wiederum das Wahrzeichen Odenheims steht – die große Pfarrkirche St.Michael. Das über dem Ort thronende, imposante Gotteshaus bietet einen atemberaubenden Blick über Odenheim und markiert gleichzeitig das Ende ihrer Wanderung.

Von hier aus können Sie von der nahegelegenen Stadtbahnstation Odenheimer Bahnhof wieder zurück nach Stettfeld fahren oder alternativ auf dem Fuß kehrt machen und die herrliche Strecke einfach retour wandern. Wer seinen Tag noch weiter füllen möchte, für den gibt es übrigens sowohl am Start- als auch am Ziel. Tolle Möglichkeiten. Odenheim z.b. bietet eine Fülle an großartigen Weingütern und tolle Gelegenheiten bodenständig und rustikal essen zu gehen. Wir am Ende der Reise in Stettfeld noch Muße hat, kann sich das in Kürze wiedereröffnete Römermuseum ansehen.

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