Vier für Ubstadt-Weiher

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Vier Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um das Amt der Bürgermeisterin beziehungsweise des Bürgermeisters von Ubstadt-Weiher. Wer sind Sie, wo stehen Sie, was wollen Sie? Wir haben nachgefragt, alle vier haben geantwortet.

Im Mai 2025 steht in Ubstadt-Weiher eine wichtige Entscheidung an: Am Sonntag, den 18. Mai, wählen die Bürgerinnen und Bürger ihre neue Bürgermeisterin oder ihren neuen Bürgermeister. Amtsinhaber Tony Löffler hatte vor einigen Monaten bekannt gegeben, seine derzeitige Amtszeit vorzeitig zu beenden. Daher wählt das Kleeblatt Ubstadt-Weiher nun, früher als gedacht, ein neues Gemeindeoberhaupt.

Sollte im ersten Wahlgang keine absolute Mehrheit erreicht werden, ist eine Stichwahl für den 1. Juni vorgesehen. Zur Wahl stehen insgesamt vier Kandidaten: Ingo Licha, Alexander Seifert, Arved Oestringer und Katharina Kimmich. Die Reihenfolge auf dem Stimmzettel wurde per Los entschieden, da zwei Bewerber ihre Unterlagen zeitgleich am ersten Tag der Bewerbungsfrist eingereicht hatten.

Wer die Kandidaten persönlich kennenlernen möchte, hat dazu bei vier öffentlichen Vorstellungsabenden Gelegenheit. Diese finden an folgenden Terminen jeweils von 19:30 bis 22:00 Uhr statt:

  • Montag, 28. April: Mehrzweckhalle Weiher
  • Dienstag, 29. April: Sport- und Kulturhalle Ubstadt
  • Montag, 5. Mai: Mehrzweckhalle Stettfeld
  • Mittwoch, 7. Mai: Mehrzweckhalle Zeutern

Jeder Bewerber erhält eine Redezeit von 15 Minuten. Die Einzelvorstellungen aller vier Termine werden im Nachgang veröffentlicht, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Wer die Positionen der Vier schon jetzt in Erfahrung bringen möchte, hat ihm Folgenden dazu die Gelegenheit.

Für diesen Beitrag haben wir allen vier Kandidaten identische Fragen gestellt, die zentrale Themen und persönliche Hintergründe beleuchten. Die Antworten werden im Folgenden strukturiert nach Fragen gegenübergestellt, sodass Sie direkt vergleichen können, wie die Bewerber jeweils auf dieselben Aspekte reagieren. Sämtliche Antworten werden im Originalwortlaut der Kandidatinnen und Kandidaten wiedergegeben – ohne redaktionelle Kürzungen oder Änderungen. Die Reihenfolge haben wir per Zufallsgenerator festgelegt.


1. Verraten Sie uns etwas Persönliches über sich: Was sind Ihre Vorlieben, Ihre Hobbys – woher beziehen Sie Ihre Stärke?
Katharina Kimmich
Katharina Kimmich
Meine Leidenschaft fürs Theaterspielen habe ich bereits in der Mittelstufe am Gymnasium entdeckt. Auch heute noch gehört ein großer Teil meiner Freizeit dem Theaterspielen – und das schon seit vielen Jahren. Auf der Bühne zu stehen, eine Rolle zu verkörpern und gemeinsam mit anderen eine Geschichte zum Leben zu bringen, fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Theater erdet mich, schenkt mir Energie und fordert zugleich viel Konzentration, Empathie und Teamgeist – Eigenschaften, die mir auch im Berufsleben wichtig sind. Es erinnert mich immer daran, wie viel Kraft im Miteinander steckt und dass hinter jeder Perspektive ein Mensch mit seiner eigenen Geschichte steht.
Alexander Seifert
Alexander Seifert
Ich bin gerne mit Menschen zusammen. Deshalb treffe ich mich mit Familie und Freunden, mit den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr und den Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates. Es motiviert mich, wenn wir gemeinsam diskutieren, über unsere Wünsche sprechen und zusammen unsere Ziele erreichen. Im Sommer liege ich gerne am See, im Winter bin ich gerne in den Bergen beim Skifahren.
Ingo Licha
Ingo Licha
Seit fast 50 Jahren betreibe ich im Verein Wassersport. Heute noch bin ich jede Woche einige Kilometer schwimmen, früher auch als Trainer und Wasserballer. 1997 kaufte ich mir dann meinen ersten Oldtimer, den ich auch restaurierte. Hinzu kommen meine Obstwiesen in Zeutern. Meine Kraft und bedingungslosen Rückhalt für all dies kommt zum größten Teil aus der Ehe mit meiner Frau, aber auch aus den kurzen Auszeiten in der ruhigen Natur abseits des alltäglichen Lärms.
Arved Oestringer
Arved Oestringer
Ich bin sehr gerne in der Natur, wandere häufig in der Pfalz oder gehe in Malsch und der Umgebung nach der Arbeit spazieren. Zu meinen Hobbys gehört auch das Lesen, das bei mir eigentlich jeden Tag eine feste Zeit hat. Ab und zu findet man mich auch im Kino oder in der Oper, so oder so, ich finde immer einen Ausgleich.
2. Wie steht es um Ihre persönliche Verbindung zu Ubstadt-Weiher? Gibt es einen besonderen Ort oder Platz in der Gemeinde, an dem Sie sich besonders wohlfühlen?
Katharina Kimmich
Katharina Kimmich
Meine familiären Wurzeln liegen in der Nachbarschaft – konkret in Unteröwisheim und Landshausen. Als Hauptamtsleiterin in Kraichtal bin ich regelmäßig auch in Ubstadt-Weiher unterwegs: Wir tauschen uns interkommunal zu vielen Themen aus und arbeiten bei verschiedenen Projekten zusammen – das verbindet. Auch privat bin ich hier gerne unterwegs; zum Beispiel auf einem der vielen schönen Radwege zum Hardtsee und dann noch bei Gärtners einen vegetarischen Burger essen.
Alexander Seifert
Alexander Seifert
Ubstadt-Weiher ist toll. In jedem Ortsteil gibt es wunderschöne Plätze. Ich bin gerne am Hardtsee, genieße die Aussicht vom Himmelreich und den Weinbergen und nutze die vielfältigen Möglichkeiten von Gastronomie und Einzelhandel in Ubstadt-Weiher.
Ingo Licha
Ingo Licha
Meine Frau und ich haben uns vor 9 Jahren bewusst für Ubstadt-Weiher als Wohnsitz entschieden und unser Wohnhaus mit der Tierarztpraxis meiner Frau neu gebaut. Natürlich fühlt man sich in den eigenen vier Wänden zu Hause und im Garten am wohlsten. Ich kann aber keine der vier Ortsteile besonders hervorheben, da man mich überall antreffen kann. Im Sommer beispielsweise als Wassersportler des Öfteren im und am Hardtsee in Weiher. Während des ganzen Jahres verbringe ich viel meiner Freizeit auf meinen Obstwiesen in Zeutern. Die Pflege der knapp 800 Bäume ist ein guter Ausgleich zum Bürojob vor dem Computer. Und zwischen meinem Wohnort in Ubstadt und Stettfeld gehen meine Frau und ich regelmäßig mit den Hunden im Wald und Feld spazieren. Somit hat auch jeder Ortsteil seinen besonderen Charme und Wert, die erhalten bleiben müssen.
Arved Oestringer
Arved Oestringer
Es gibt zwei Plätze, die mir besonders nah sind, beide in Weiher. Zum einen ist das die Wendelinuskapelle im Lußhardtwald, die ich seit meiner Kindheit kenne. Zum anderen gehört der Hardtsee dazu. Als Kind- und Jugendlicher war ich häufig am Heidesee in Forst, aber auch am Hardtsee schwimmen. Damit sind viele schöne Erinnerungen verbunden. Jeder Ortsteil hat jedoch Plätze zu bieten, die für mich besonders sind. Als Historiker gehört das Römermuseum in Stettfeld dazu. Als Wanderer liegen mir die Hohlwege in Zeutern und als Kommunalpolitiker und Spaziergänger gefällt mir natürlich auch das gesamte Areal um das Rathaus in Ubstadt.
3. Was bewegt Sie dazu, gerade hier als Gemeindeoberhaupt wirken zu wollen?
Katharina Kimmich
Katharina Kimmich
Ubstadt-Weiher ist für mich eine Gemeinde mit unglaublich viel Potenzial: vier lebendige Ortsteile, eine gute Infrastruktur, starke Vereine und engagierte Menschen. Hier kann man gestalten – und genau das treibt mich an. Ich sehe mich als Moderatorin zwischen Bürgerschaft, Gemeinderat und Verwaltung. Die Aufgabe, hier gemeinsam Zukunft zu gestalten, ist für mich nicht nur ein Amt, sondern eine Herzensangelegenheit.
Alexander Seifert
Alexander Seifert
Ich wohne bereits seit 39 Jahren in Ubstadt-Weiher und bin leidenschaftlicher Ubstadt-Weiherer. Meine bislang ehrenamtlich geleistete Arbeit als Feuerwehrkommandant und Gemeinderat möchte ich noch intensiver wahrnehmen. Erfahrungen, die ich als Führungskraft der Polizei gemacht habe, würde ich gerne in Ubstadt-Weiher einbringen. Es gibt viel zu tun und dazu möchte ich meinen Teil beitragen.
Ingo Licha
Ingo Licha
Seit über einem Jahr bin ich regelmäßig als Zuhörer in Gemeinderatsitzungen, habe dort auch bereits einige Vorträge gehalten und möchte Ubstadt-Weiher als liebens- und lebenswerte Gemeinde erhalten. In Ubstadt-Weiher wurde die vergangenen Jahre sehr viel Gutes und Wichtiges auf den Weg gebracht, was ich fortsetzen möchte. Gleichzeitig gibt es aber auch einige Dinge, die sich noch verbessern lassen. Dazu gehört insbesondere die Kommunikation und verbesserte Mitnahme der Einwohner. Gerade bei wichtigen Entscheidungen. Hierbei gibt es Nachholbedarf. Ebenso sollte sich der Bürgermeister, wie bei meinen im Flyer angekündigten Bürgerspaziergängen, direkt vor Ort einen Austausch von Ideen und Sorgen stellen. Auch wenn mal Dinge nicht so gut liefen.
Arved Oestringer
Arved Oestringer
Ubstadt-Weiher steht vor großen Herausforderungen – allen voran einer schwierigen Haushaltslage mit einem Defizit von über drei Millionen Euro im Ergebnishaushalt. Klar ist: Durchverwalten wird nicht reichen. Wer in dieser Situation Verantwortung übernehmen will, muss gestalten, reformieren und mutig Entscheidungen treffen. Genau dafür stehe ich. Als Gemeinderat habe ich bereits konkrete Projekte maßgeblich miteingebracht, die heute Wirkung zeigen – etwa die Ausstattung kommunaler Dächer mit Photovoltaik als nachhaltige Investition oder Mobilitätsboxen am Bahnhof für ein modernes Verkehrskonzept. Auch beruflich bringe ich Erfahrung mit: Als Teamleiter des Referats des Bürgermeisters arbeite ich direkt für den Bürgermeister. Ich kenne die Abläufe, Schnittstellen und Entscheidungsprozesse in der Verwaltung aus erster Hand – und weiß, wo man ansetzen muss, um wirklich etwas zu verändern. Und genau dort will ich weiter ansetzen und Verantwortung übernehmen– im Bürgermeisteramt, dort, wo Entscheidungen täglich getroffen werden. Das ist der Ort, an dem jeden Tag Weichen gestellt werden – für Finanzen, Infrastruktur, Bildung und das soziale Leben vor Ort. Wenn in der aktuellen Situation nicht aktiv gegengesteuert wird, drohen tiefe Einschnitte: weniger Unterstützung für Vereine, höhere Gebühren für Eltern, steigende Steuern. Diese Entwicklung erleben viele Gemeinden – noch gibt es die Chance, es besser zu machen. In Ubstadt-Weiher kandidiere ich, weil mich die Struktur der Gemeinde anspricht – sie ist mit Sachsenheim vergleichbar, wo ich aktuell beruflich Verantwortung trage. Auch hier gilt: Mehrere Ortsteile, unterschiedliche Prägungen, eigene Identitäten – und doch ein gemeinsames Ganzes.
4. Wo verorten Sie sich politisch – und welche Werte und Prioritäten leiten Sie in Ihrer Arbeit?
Katharina Kimmich
Katharina Kimmich
Ich bin in keiner Partei Mitglied und kandidiere bewusst unabhängig, weil ich mir sicher bin, dass es in der Kommunalpolitik nicht um Parteipolitik, sondern um gute, sachliche Lösungen für die Menschen vor Ort geht. Mein Handeln ist geprägt von Verlässlichkeit und Transparenz. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass gute Kommunalpolitik nur mit breiter bürgerschaftlicher Beteiligung funktioniert.
Alexander Seifert
Alexander Seifert
Seit 10 Jahren bin ich Mitglied der CDU und als Gemeinderat in meiner zweiten Amtszeit bereits seit 6 Jahren tätig. Gerade als Bürgermeister ist es wichtig, mit allen Fraktionen und damit parteiübergreifend und unabhängig zusammenzuarbeiten. Ich möchte eine nachhaltige Entwicklung für Ubstadt-Weiher erreichen und keine Politik auf Kosten nachfolgender Generationen machen.
Ingo Licha
Ingo Licha
Ich bin parteipolitisch unabhängig und frei von Parteisteuerung und Vorbestimmung. Ich bin für eine möglichst weitgehende Eigenverantwortung für den Mitbürger ohne Zwänge oder Bevormundung. Für eine Politik der Mitte mit gegenseitigem Respekt und Akzeptanz untereinander.
Arved Oestringer
Arved Oestringer
Ich würde mich als werteorientierten Menschen beschreiben. Ein zentrales Prinzip, das mich schon lange begleitet, ist die Idee von Leistung als innerer Haltung. Dabei geht es mir nicht um äußeren Status oder nur um messbare Ergebnisse, sondern um die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, dran zu bleiben und immer wieder neu anzusetzen – selbst wenn der Weg steinig ist. Für mich zeigt sich Leistung besonders in Momenten, in denen andere sagen: „Das geht nicht.“ Hätte ich solchen Stimmen zu oft geglaubt, wären viele wichtige Meilensteine in meinem Leben nicht möglich gewesen – sei es mein Einstieg als jüngster Gemeinderat mit einer eigenen Liste, mein Studium oder neue Impulse, die ich in meinem beruflichen Umfeld setzen konnte. Dabei sind mir Wertschätzung und Respekt zentrale Leitlinien – im Umgang mit anderen genauso wie mit mir selbst. Denn echte Leistung entsteht dort, wo Menschen sich gesehen, gehört und ernst genommen fühlen. Dieses Prinzip versuche ich, so gut es geht, zu verfolgen. Und es motiviert mich, auch andere zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen.
5. Welche Stärken würden Sie Ubstadt-Weiher zuschreiben – und wo sehen Sie Schwächen oder Verbesserungsbedarf?
Katharina Kimmich
Katharina Kimmich
Die größte Stärke von Ubstadt-Weiher ist der Zusammenhalt: das vielfältige Vereinsleben, das Engagement der Menschen und das starke Ehrenamt. Auch die verkehrliche Anbindung und die Lebensqualität in den Ortsteilen sind echte Pluspunkte. Gleichzeitig sehe ich – wie bei vielen Kommunen –auch Herausforderungen: bezahlbarer Wohnraum für junge Menschen und Familien, Erhalt und Erweiterung des Wirtschaftsstandortes, Anpassung der Verwaltung an aktuelle Herausforderungen oder auch die ärztliche Versorgung. Hier braucht es pragmatische Lösungen und eine klare Richtung, die gemeinsam erarbeitet werden.
Alexander Seifert
Alexander Seifert
Ubstadt-Weiher ist lebens- und liebenswert. Eine große Rolle spielt dabei das vielfältige Vereinsleben. In Ubstadt-Weiher ist immer etwas los und das führt zu einem unvergleichlichen Zusammenhalt und Miteinander. Verbesserungsbedarf gibt es insbesondere im Bereich der Finanzlage. Ich möchte eine starke Verschuldung vermeiden.
Ingo Licha
Ingo Licha
Ubstadt-Weiher hat mit seinen vier gleichwertigen Ortsteilen zwar keinen Mittelpunkt wie andere Gemeinden und viele Einrichtungen müssen daher viermal errichtet werden. Das stellt natürlich eine Herausforderung für den Haushalt dar. Gleichzeitig jedoch sollte man dies auch als Chance erkennen. Vier Ortsteile, bei denen jeder seinen Reiz hat und individuelle Attraktivitäten ausmacht. Weiher mit seinem attraktiven Kirchplatz und dem Hardtsee, Zeutern beispielsweise mit einem tollen Firstständerhaus aus dem 15. Jahrhundert, welches auch mit viel Ehrenamtsarbeiten und Engagement des Heimatvereins Zeutern erhalten werden konnte. Stettfeld ein mit viel Engagement geführtes Römermuseeum und in Ubstadt haben wir unter anderem mit dem Alfred-Delp-Schulzentrum eine gefragte Schule, bei der auch Anfragen von außerhalb Ubstadt-Weihers nach einem Schulplatz an der Tagesordnung sind. Die Gemeinde hat attraktive Wohngebiete mit kurzen Wegen in die Natur, gute Anbindungen an die Städte Bruchsal, Karlsruhe oder Heidelberg. Weiterhin bietet Ubstadt-Weiher eine große Auswahl an Vereinen und kulturellen Angeboten. Dies alles gilt es zu erhalten und die richtigen Rahmenbedingungen zu setzten, um Ubstadt-Weiher für die Zukunft fit und noch attraktiver zu gestalten.
Arved Oestringer
Arved Oestringer
Ubstadt-Weiher liegt ideal – das wussten schon die Römer. Heute profitiert die Gemeinde weiterhin von ihrer hervorragenden Lage im Herzen der Region. Viele Menschen arbeiten in Bruchsal, Karlsruhe oder den angrenzenden Wirtschaftsstandorten. Gleichzeitig sind zahlreiche Betriebe hier ansässig, die gut in den beiden Metropolregionen Rhein-Neckar und Karlsruhe und darüber hinaus vernetzt sind. Kurze Wege, starke Verbindungen – das stärkt den Wirtschaftsstandort. Aber Ubstadt-Weiher hat mehr zu bieten als nur eine gute Lage: Es ist ein Ort für alle Generationen und Lebensstile. Wer die Nähe zur Stadt sucht, ist in Ubstadt selbst gut aufgehoben – Bruchsal ist nur wenige Minuten entfernt, Karlsruhe nicht weit. Wer das Ländliche liebt, findet in Zeutern ein Zuhause im Grünen. Auch sportlich Aktive kommen auf ihre Kosten – das Angebot ist vielfältig. Kurzum: Hier findet jeder seinen Platz. Die Gemeinde steht, wie alle Kommunen, vor Herausforderungen. Es gibt keine Probleme, die exklusiv Ubstadt-Weiher betreffen – aber Themen, die bei falscher Handhabung zu echten Schwächen werden können. Dazu zählen der Rückgang des Einzelhandels, etwa bei Metzgereien und kleineren Läden, eine überbordende Bürokratie, die das ehrenamtliche Engagement oder die Weiterentwicklung der Kommune hemmt, der Fachkräftemangel in Kindergärten – ebenso wie der steigende Bedarf an Pflegeplätzen und qualifiziertem Personal. Diese Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und ihnen mit Weitsicht zu begegnen, wird die zentrale Aufgabe der künftigen Gemeindeführung sein – damit Ubstadt-Weiher auch in Zukunft ein lebenswerter Ort für alle bleibt. Neben diesen Themen gibt es auch viele Anliegen aus der Bürgerschaft. Viele wünschen sich mehr Bürgernähe und pragmatische und unbürokratische Lösungen. Digitalisierung ist mir wichtig, aber die persönliche Ansprechbarkeit muss bleiben und sogar gestärkt werden.
6. Wenn Sie gewählt werden: Welche Ziele möchten Sie in Ubstadt-Weiher umsetzen? Welche Vorhaben haben für Sie besondere Priorität?
Katharina Kimmich
Katharina Kimmich
Kinderbetreuung ausbauen: Ich möchte dafür sorgen, dass wir ausreichend Kita-Plätze für alle Familien bereitstellen – auch mit Blick auf neue Baugebiete. Wichtig ist mir dabei die Qualität: flexible Betreuungszeiten, gut ausgestattete Einrichtungen und die Unterstützung unserer Fachkräfte. Ganztagsbetreuung an Grundschulen stärken: Der Rechtsanspruch ab 2026 steht vor der Tür – wir brauchen jetzt Konzepte, Raumlösungen und starke Partner vor Ort, z. B. Vereine oder Kirchen. Bezahlbarer Wohnraum und Innenentwicklung: Neue Wohngebiete wie in Weiher und Ubstadt sollen schnell und gut umgesetzt werden. Auch die Innenentwicklung will ich in den Blick nehmen, Leerstandsmanagement, Baulücken schließen, Entwicklung der Ortsmitten zu Plätzen mit noch mehr Aufenthaltsqualität und Regelung der Parksituation. Ärztliche Versorgung sichern: Ich plane einen regelmäßigen Austausch mit den Ärzten, die Entwicklung in allen Ortsteilen muss aktiv begleitet werden – aufbauend auf der Lösung in Zeutern. Verwaltung digital und bürgernah aufstellen: Ich will die Digitalisierung vorantreiben und gleichzeitig für ein gutes, kompetentes Team in allen Bereichen der Verwaltung sorgen, sodass die Bürger kompetente Ansprechpartner haben und die Verwaltung in Zeiten des Fachkräftemangels auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber bleibt. Ehrenamt stärken: Vereine brauchen geeignete Räume und Ansprechpartner in der Verwaltung, die bei Zukunftsaufgaben unterstützen. Wirtschaft stärken: Ich plane einen regelmäßigen Wirtschaftsdialog, um Betriebe besser einzubinden. Ziel ist eine vorausschauende Flächenpolitik und gute Unterstützung bei Ansiedlungen und Erweiterungen. Hardtsee zukunftsfähig entwickeln: Die Zeit nach dem Kiesabbau ist eine Chance – ich will gemeinsam mit allen Beteiligten einen nachhaltigen Weg für Erholung, Natur und Freizeitnutzung finden. Ich möchte diese Themen nicht im Alleingang entscheiden – sondern im Dialog mit Bürgerschaft, Gemeinderat und Verwaltung. Es geht um Prioritäten und diese entwickeln wir am besten gemeinsam.
Alexander Seifert
Alexander Seifert
Wir haben für die vielfältigen Aufgaben in den nächsten Jahren keine ausreichende Finanzlage. Ich möchte neue Gewerbebetriebe in Ubstadt-Weiher ansiedeln, um die Einnahmensituation zu verbessern. Priorität hat für mich lebenswertes Wohnen. Dazu gehören die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, ausreichende und bedarfsgerechte Angebote zur Kinderbetreuuung und die Schaffung von Pflegeplätzen. Dabei müssen wir immer die Sicherheit und Ordnung in Ubstadt-Weiher im Auge behalten. Wir benötigen eine weiterhin leistungsfähige Feuerwehr und eine Parksituation, die erlaubt, dass Feuerwehr und Rettungskräfte ungehindert an Ihren Einsatzort kommen können.
Ingo Licha
Ingo Licha
Bessere Information der Mitbürger und Gewerbe seitens der Gemeindeverwaltung bei wichtigen Entscheidungen und zwar bereits vor den Entscheidungen. Ich bin mir sicher, dass hier oft neue Aspekte bei der Umsetzung zum Wohle aller berücksichtigt werden können. Ob über einen e-Mailverteiler auf dem man sich eintragen lassen kann, über das Gemeindeblatt oder andere Formen muss man austesten, was vom Mitbürger angenommen wird. Wichtig ist ein Haushalt, der nach Möglichkeit ausgeglichen sein soll. Man kann auf lange Sicht nur das ausgeben, was auch durch Einnahmen gedeckt ist. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Erhalt unseres Waldes im Sperbel, des Zeuterner Wichtelpfades. An diesem Standort dürfen keine Windkraftanlagen entstehen und dafür der Wald abgeholzt werden. Die Andacht und Ruhe an der Pauluskapelle wäre nicht mehr vorhanden, ein Feuerwehrfest am 1. Mai unter Windkraftanlagen wäre auch nicht schön. Leider hat der Regionalverband die Ablehnung unseres Gemeinderates nur zur Kenntnis genommen, aber nicht berücksichtigt. Das heißt, das Thema Windkraft in unserem Wald ist noch nicht vorbei. Ich werde alles unternehmen um unseren Wald zu erhalten. Dies sind nur drei wichtige Ziele die ich als Bürgermeister direkt angehen würde. Es gibt noch viele weitere wichtige Dinge, wie die Stärkung des Ehrenamtes und Unterstützung der Vereine, die Ubstadt-Weiher lebenswert machen. Alles hier aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Ich möchte in Ubstadt-Weiher gestalten und nicht nur verwalten, um mich auch in 40 Jahren in meiner Wahlheimat Ubstadt-Weiher wohlzufühlen.
Arved Oestringer
Arved Oestringer
Meine Ziele für Ubstadt-Weiher hängen eng zusammen. Im Mittelpunkt steht für mich eine stabile und zukunftsfähige Haushaltslage. Denn ohne finanzielle Handlungsfähigkeit bleiben auch die besten Ideen bloße Absichtserklärungen. Ein solider Haushalt entsteht nicht durch reines Sparen, sondern durch kluge Entscheidungen, effiziente Verwaltungsprozesse und ein wirtschaftliches Umfeld, das langfristig Wachstum und Stabilität ermöglicht. Nur so schaffen wir die nötigen Spielräume, um in das zu investieren, was die Gemeinde lebendig und stark macht: Bildung, Pflege, Ehrenamt und Infrastruktur Man sieht das ganz konkret: Die Feuerwehr in Weiher braucht ein neues Gerätehaus. Die Vereine stemmen Tag für Tag wichtige gesellschaftliche Aufgaben. Sie brauchen nicht nur Anerkennung, sondern aktive Unterstützung. Geld ist nicht immer das einzige Problem – siehe Bürokratie und Pragmatismus. Aber auch viele kleinere Projekte, die das tägliche Leben erleichtern, sind auf eine solide Haushaltsbasis angewiesen. Ein besonderes Anliegen ist mir der Blick auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Generationen. Gute Bildung ist für Familien unverzichtbar – von der Kita bis zur Schule müssen Eltern darauf vertrauen können, dass ihre Kinder sicher betreut und individuell gefördert werden. Das ist nicht leicht umzusetzen – es braucht Fachkräfte, Räume, moderne Konzepte und einen klaren politischen Willen. Gleichzeitig müssen wir auch den Bedarf der älteren Generation im Blick behalten: Der Pflegebedarf wird dynamisch zunehmen. Es gilt Menschen dort unterstützen, wo sie leben – mit Würde und Verlässlichkeit. Es geht nicht nur um Versorgung, sondern um Teilhabe und Lebensqualität im Alter. Zum Amt des Bürgermeisters gehört es aber auch, die Interessen der Gemeinde nach außen zu vertreten – gegenüber Kreis, Land, Förderstellen, Institutionen und Partnern. Das heißt: präsent sein, Position beziehen, verhandeln – und für Ubstadt-Weiher das Beste herausholen. Mir ist wichtig: Ich verspreche keine einfachen Lösungen, vieles wird harte Arbeit verlangen. Aber ich verspreche, das Ganze im Blick zu behalten – mit einem generationenübergreifenden Verständnis, mit neuen Ideen, und mit dem Bewusstsein, dass echte Veränderung keine Einzelmaßnahme ist, sondern gemeinsames, verlässliches Handeln braucht. Zuhören, anpacken, umsetzen ist für mich nicht nur ein Wahlkampfslogan.