So wirst du jeden Einbrecher im Handumdrehen los 

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Fünf ultimative Tipps gegen Diebe und Langfinger 

Eine Kolumne von Tommy Gerstner 

Zunächst einmal muss ich mich für die aus purem Mangel an Synonymen geborene Überschrift entschuldigen. Einbrecher sind keine niedlichen Langfinger, Einbrecher sind blöde Ar*****löcher. Entschuldigt die rüde Wortwahl, mir fällt einfach keine treffendere Umschreibung ein. Der Schaden den diese Soziopathen anrichten, liegt weniger im Verlust von Schmuck, Geld und Wertsachen, sondern mehr in jenem des so wichtigen Sicherheitsgefühls in den eigenen vier Wänden. Wer einmal von diesem Pack heimgesucht wurde, der wird Monate bis Jahre brauchen bis er wieder friedlich und fest schlafen kann und nicht bei jedem noch so kleinen Geräusch panisch aus den Federn hochfährt. 

Nachdem meinen alten Eltern genau so etwas widerfahren ist, habe ich mich ein wenig mit der Materie befasst und bin zu folgender Erkenntnis gelangt: Gegen Einbrecher helfen am besten drei wesentliche Punkte:

  1. Investiert in einbruchsichere Türen und Fenster. Die mechanische Sicherung eures Heimes ist das A und O, spart hier nicht an der falschen Stelle.
  2. Gebt euch nicht der trügerischen Sicherheit von Alarmanlagen oder Kameras hin. Erstere können die meisten Profis problemlos umgehen und zweitere zeichnen im besten Fall auf, wie ein maskierter Typ eure Wohnung leer räumt.
  3. Besorgt euch einen netten, aufmerksamen Hund der sein Hunde-Business wirklich versteht. Etwas besseres gibt es meiner Meinung nach nicht. 

Ich könnte jetzt noch weiter ins Detail gehen und ausführen wieso es Schwachsinn ist im Urlaub ständig die Rollläden runter oder den Briefkasten überquellen zu lassen…. Doch weil euer guter alter Tommy nun mal nicht für den Servicebereich dieser ehrenwerten Zeitung steht, kommt nun meine höchstpersönliche Top Five im Kampf gegen Ede Ars******ch:

  1. Schilder

Völlig unterschätzt wird oft die abschreckende Wirkung von Schildern. Wie wäre es mit einem “Einbrechen verboten” – Hinweis an der Haustür, in unserem obrigkeitshörigen und Verbote liebenden Land, schreckt ihr zumindest die einheimischen Einbrecher damit effektiv ab. Bei direkter Ansprache aber bitte auf den korrekten Gender-Zusatz (m/w/d) achten.

  • Von den Besten lernen 

Euer Eigenheim steht bereits auf der To-Do-Liste der Bösewichte? Kein Problem, Mithilfe der Ratschläge des Großmeisters Kevin, wisst ihr euch im Handumdrehen zu helfen. Einsteiger sollten sich an der Checkliste von “Kevin allein zu Haus” orientieren, Fortgeschrittene können zu den harten Bandagen aus “Kevin allein in New York” greifen. Ein schneller Hinweis noch hierzu: Wenn ihr Einbrechern aus 15 Metern Höhe einen Stahlträger auf den Kopf fallen lasst, reiben die sich nicht verdattert den Schädel, sondern sind auf der Stelle tot. Auch die anderen im Film dargestellten physischen Auswirkungen der Schutzvorkehrungen, sollten sicherheitshalber einer skeptischen Analyse unterzogen werden.

  • Erotische Abschreckung

Ihr habt ähnlich wie der alte Tommy zu viel Fett an der einen Stelle, zu wenig Haare an der anderen und würdet selbst beim Schönheitswettbewerb bei Monopoly keine 10 $ mehr einheimsen? Macht euch diese speziellen Eigenschaften zunutze und spielt eure sinnlich-erotische Seite voll aus. Setzt euch ohne Slip – dafür aber mit Minirock auf einen Drehsessel im Wohnzimmer und wartet bis der Einbrecher da ist. Steht er vor euch, knipst einfach das Licht an, sagt mit rauer, erotischer Stimme: “Ich habe auf dich gewartet” und bringt anschließend den “Beine übereinanderschlagen”- Move aus Basic Instinct. Vertraut mir, der Kerl lässt sich nie wieder blicken und kann zudem praktischerweise anhand seiner Kotzspuren von der Polizei schnell aufgegriffen werden.

  • Gaunerzinken nutzen

Einbrecherbanden die etwas auf sich halten, markieren Häuser in welche sie gedenken einzubrechen, vorab mit sogenannten Gaunerzinken. Dabei handelt es sich um kleine, unscheinbare Symbole, die die Vorhut der Bösewichte für die ausführende Abteilung anbringt. Dieses Gekrakel informiert beispielsweise darüber was im Haus zu holen ist, wer dort lebt und mit welchen Schutzvorkehrungen zu rechnen ist. Effektiv kann hier die Erweiterungen dieser Symbole mit freundlichen Hinweisen des Hausbewohners sein. Ich weiß zwar nicht was: “Hier erwartet dich ein mehrfach vorbestrafter Psychopath mit Lötkolben, Kneifzange und abgesägter Schrotflinte” heißt, aber zur Not lässt sich das bestimmt auch mit emojis darstellen.

  • Die Nachbarschaft sensibilisieren 

Da nicht alle Menschen in ihrer Straße ähnlich gut auf mögliche Einbrüche vorbereitet sind, empfiehlt es sich die gesamte Nachbarschaft mit einem Schlag auf die drohende Gefahr hinzuweisen. Perfekt geeignet dafür ist das Stilmittel der gnadenlosen Überspitzung. Mieten Sie sich mit einem Kumpel einen alten Ford Transit, streichen Sie diesen schwarz und bringen sie x-beliebige Nummernschilder aus einem osteuropäischen Land ihrer Wahl an. Danach fahren Sie im Schritttempo die Straße rauf und runter, halten bei jedem Haus an, fotografieren mit Skimaske und schwarzem Hoodie bekleidet jede Haustür und schreiben sich ein paar Notizen in ihr großes schwarzes Notizbuch. Glauben Sie mir, ihre Nachbarn werden Ihnen dankbar sein, spätestens dann wenn sie nach fünf Tagen aus der U-Haft entlassen werden.

Freunde, das sind nur die fünf besten Tipps die ich für euch auf Lager habe. Selbstverständlich könnt ihr zudem euren gusseisernen Gartenzaun direkt mit den Hochspannungsleitungen verbinden oder statt einem Schäferhund auf einen Grizzlybär und eine Armee aus Würgeschlangen umsatteln, Eurer Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Bei allem Spaß und Galgenhumor, wünsche ich euch aber von Herzen dass ihr niemals die Erfahrung eines Einbruchs machen müsst. Seid wachsam, lasst euren gesunden, badischen Menschenverstand walten, setzte um was man an sinnvollen Sicherungsmaßnahmen umsetzen kann und vertraut bei allen anderen Unwägbarkeiten auf den lieben Gott. 

Ich wünsche euch einen wunderbaren Jahreswechsel, danke euch für eure Treue bei meinem Kolumnen im zurückliegenden Jahr und verspreche euch für 2020 wieder jede Menge bärbeißige und tiefschwarze Ausgaben von “Achtung Gerstner”

So long folks

Euer Tommy

PS: Weitere handfeste Tipps gegen Einbrecher, findet ihr auf der folgenden Internetseite der Baden-Württembergischen Polizei: praevention.polizei-bw.de

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