Seefunkeln

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15.000 Liebesgrüße aus Elsenz

Der See war schon immer das Herz von Elsenz. Im Winter wird drauf geschlittert, im Sommer reingesprungen, durchgepaddelt oder einfach drum herum gefeiert. Kaum ein anderes Dorf hat so einen charmanten Mittelpunkt zu bieten – und so viele Gelegenheiten, ihn zu nutzen. Wenn hier was los ist, dann meistens am Ufer der kleinen Elsenzer Riviera. Und das ist öfter der Fall, als man denkt – die Elsenzer feiern nämlich gerne. Und zwar gemeinsam. Jeder hilft mit, keiner duckt sich weg, und das Ergebnis ist fast immer: stimmig, herzlich und ein bisschen wie im Bilderbuch – nur eben in echt.

Ein Highlight im Festkalender ist dabei längst gesetzt: die Seetage im Sommer. Ein ehrliches, unkompliziertes Volksfest, das einfach alle mitnimmt – vom Kleinkind bis zum Tanzbein-Titan.

Rummel, Rhythmus, Riviera

Was genau einen bei den Seetagen erwartet? Grob gesagt: Essen, Trinken, Musik, Rummel und eine Prise Romantik. Die Ortsvereine fahren alles auf, was sie zu bieten haben – und das ist nicht wenig. Beim Essen reicht die Palette von Flammlachs über Arancini bis zum Schwenksteak, bei den Drinks geht’s von Elsenzer Wein bis zu neonbunten Cocktails direkt aus dem Shaker. Die Musik kommt handgemacht vom Chor „Atemlos“, vom Posaunenchor und abends von der Coverband midLIFE, die mit einer ordentlichen Portion Spaß im Gepäck das Ufer zum Beben bringt.

Auch für die Jüngsten gibt’s mehr als genug zu entdecken: Karussell, Wurfbude, Zuckerzeug – das volle Programm. Und das Beste: Niemand, der hier spielende Kinder mit hochgezogener Augenbraue maßregelt. Stattdessen: Laufen lassen, toben, Kind sein dürfen. Genau so, wie es sein sollte.

Von Mofas, Motiven und Momenten

Die Stimmung ist ausgelassen, das Gelände voll mit fröhlichen Gesichtern. Ob beim Planschen, Tanzen, Plaudern oder Anstoßen – jeder ist willkommen, egal ob man aus dem Ort kommt oder nur auf der Durchreise ist. Joachim Zorn etwa schaut aus dem Nachbardorf Eichelberg vorbei, plaudert mit Elsenzer Ortsvorsteher Mike Frank über dies und das – und da knattern auch schon ein Dutzend alter Mofas auf den Platz. Oben drauf: Eine Mädelsclique aus Plittersdorf bei Rastatt, die gleich vier 60. Geburtstage mit einem kleinen Roadtrip und einem Zwischenstopp in Elsenz feiern. Mehr Retro geht kaum.

Ein Lichtermeer für die Seele

Richtig magisch wird es aber mit der Dämmerung. Dann machen sich die Vereine und Gruppen des Dorfs auf den Weg – mit Feuerzeugen bewaffnet – um über 15.000 Teelichter zu entzünden. Sie wurden zuvor rund um den See in fantasievollen Motiven platziert – mal verspielt, mal kunstvoll, aber immer mit Herz.

„15 Motive sind’s in diesem Jahr“, sagt Steffen Dech vom Ortschaftsrat. „Mitgemacht haben die Fußballer, die Kleintierzüchter, die Schützen, die Kirchengemeinde, die Grundschule, das Hallo-Team und viele mehr.“

Eine knappe Stunde wird gezündet, gehockt und gepustet, bis alle Lichter leuchten – keine Minute zu früh, denn schon verschwindet die Sonne hinter dem Gelände. Dann zeigt sich: Der Aufwand hat sich gelohnt. Das bunte Leuchten der Lichter, das Glitzern auf dem Wasser, der Schein der Jahrmarktslichter im See – alles wirkt friedlich, vertraut und irgendwie ganz nah.

Kurz gesagt: Wer hier nicht ins Schwärmen kommt, hat den See nie gespürt.

2 Kommentare zu „Seefunkeln“

  1. Vielen Dank für die Bilder und den wunderschönen Artikel. Das was hier geboten wurde ist sehenswert. 15000 Teelichter ist eine enorme Anzahl.

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