Schlabbe und süffle

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Kraichtal im Glück – Weinwandern in Öwisheim

Weinwandertage sind lang, Weinwandertage sind lang, erst fange’ se janz langsam an, aber dann, aber dann. Gut, okay, ein klein bisschen geklaut bei den Gebrüdern Blattschuss … aber hey, nichts zu danken für den Ohrwurm, der Ihnen jetzt den kompletten Tag nicht mehr aus dem Schädel geht. Passt aber trotzdem ganz gut als Einstieg für diesen kleinen Rückblick, denn tatsächlich startete die diesjährige Neuauflage des Weinwandertags in Kraichtal recht verhalten und nahm dann schnell an Fahrt auf.

Das lag wahrscheinlich auch an der geradezu apokalyptischen Prognose in Sachen Wetter, die schauerartige Regenfälle den ganzen Tag über in Aussicht stellte – eine Sorge, die sich aber letztlich als unbegründet erweisen sollte. Vielleicht ein ganz, ganz kleines bisschen Nieselregen zu Beginn, später dann stabiles Wetter, und zwar vom Beginn bis zum Ende der Show. Diese beginnt übrigens traditionell im Innenhof des Weinguts Becker in Unteröwisheim mit einem kleinen Schlückchen Weißwein zum Frühstück und einem gemeinsamen Gruppenfoto, bevor dann die Winzer von Öwisheim (der Kraichtaler Weinwandertag spielt sich nämlich im Grunde zwischen Unteröwisheim und Oberöwisheim ab) zu ihren jeweiligen Ständen entlang der etwa 10 Kilometer langen Strecke ausschwärmen.

Mal ganz abgesehen vom Wetter ist diese Wanderung auch ohne alkoholischen Support ganzjährig sehr zu empfehlen. Von Unteröwisheim geht es entlang des Kraichbachs nach Oberöwisheim. Hinter der Mühle schlängelt sich der Weg durch Felder und Weinberge hinauf auf den Haugsberg, hinein in den alten Oweroisa-Dorflern, um sich dann erneut durch die typischen Kraichtaler Auenland-Hügel hinauf zum Schwallenberg zu schlängeln. Zum Schluss bekommt man noch eine fantastische Fernsicht vom Rande des Bennettwalds auf Unteröwisheim, wo sich der Kreis am Ende schließt.

Es ist ein wunderschönes, herrliches Stück Heimat, das jedem echten Hügelländer das Herz in der Brust ein paar Takte höher schlagen lässt. Wenn man dann – stolz wie früher als Kindergartenkind statt der 30 Pfennige zum Telefonieren im Brustbeutel ein Gläschen Wein vor sich her schaukelt, macht die Sache natürlich noch ein kleines bisschen mehr Spaß. Zum einen lernt man sehr, sehr viele Menschen kennen und zudem, dass in Kraichtal wirklich guter Wein gekeltert wird. Gleich acht Winzer und Weingüter, der absolute Löwenanteil direkt aus Kraichtal, schenkten entlang der Route nur das Beste aus dem eigenen Keller aus. Rot, Weiß, Rosé, Secco – alles, was das Herz begehrt. Nur auf die Nachfrage nach etwas Cola zum Mischen gab es gratis noch eine Kopfnuss aufs Haus.

Am Anfang tröpfelten die Wandersleut – darunter auch Bürgermeister Tobias Borho und weitere Vertreter der städtischen Politik – noch in homöopathischen Dosen durch die Hügel, später konnte man sich an jeder beliebigen Stelle in eine endlose Karawane einreihen. Der Kraichtaler Weinwandertag steht für Geselligkeit, für Spaß, für gute Laune, für viele nette Menschen, für ein bisschen Lokalpolitik (gugg, do hiwwe kumme die Windräder no …) und natürlich für Wein, Wein und noch mehr Wein. Jedes Jahr immer wieder von Neuem ein wunderbares Erlebnis. Natürlich sind wir die komplette Strecke zu Fuß gelaufen, die Kamera immer im Anschlag. Mitgenommen haben wir ein paar Dutzend tolle Fotos, die Sie sich hier anschauen können.

1 Kommentar zu „Schlabbe und süffle“

  1. War sehr schön gestern zu sehen
    Wie fröhlich und gutgelaunt die Menschen unterwegs waren.
    Und da wird gesagt dass der Weinkonsum abnimmt. Das kann ich nach dem gestrigen Tag nur verneinen.

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