Radlers Only

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Zwischen Zeutern und Östringen testet das Land einen neuen “Schutzstreifen” nur für Radler

Mehrere hundert Tote, dazu zehntausende Schwerverletzte. Radfahrer haben es auf deutschen Straßen nicht leicht und kommen im wahrsten Sinne des Wortes noch viel zu oft unter die Räder. Um Radfahrer auch außerorts besser zu schützen, hat das Land Baden-Württemberg nun ein Modellprojekt gestartet, das für Radler – ähnlich wie bereits in Städten auch – hier eine eigene Fahrspur vorsieht. Auf der Kreisstraße zwischen dem Ubstadt-Weiherer Ortsteil Zeutern und der Stadt Östringen, wurde nun ein 1,25 Meter breiter Schutzstreifen auf beiden Seiten der Fahrbahn – exklusiv für Fahrradfahrer ausgewiesen. Die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg will mit Unterstützung des Verkehrsministeriums so herausfinden, ob diese Maßnahme zur Sicherheit der Radfahrer beitragen kann.

Die neuen Regeln sind denkbar einfach: Entlang der Strecke, auf der in weiten Teilen Tempo 50 gilt, sollten Radfahrer die neu ausgewiesenen Schutzstreifen nutzen. Autofahrer dürfen diese nicht befahren, es sei denn eine Ausweich-Situation macht dies unerlässlich. Nach dem erst kürzlich aktualisierten Bußgeldkatalog darf der Abstand zu Radfahrern beim Überholen ohnehin 2 Meter nicht unterschreiten, Schutzstreifen hin oder her. Natürlich kann ein solcher Streifen Fahrradfahrer nicht physisch vor Unfällen schützen, dient aber als wichtige optische und damit auch psychologische Stütze – sowohl für Radler als auch Autofahrer.

Ob diese Maßnahme sich auch außerorts bewährt, muss sich nun erst einmal zeigen. In einem Jahr weiß man vermutlich schon deutlich mehr – ob aus dem Modellversuch zwischen Zeutern und Östringen dann eine landesweiter Erfolgsstory wird, bleibt abzuwarten.

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10 Gedanken zu „Radlers Only“

  1. Es ist ein hervorragender Ansatz, aber ohne Kontrolle durch die Polizei wird sich kaum ein Autofahrer daran halten. Oft genug würde das einhalten der alten Regeln – also vor der Aktualisierung des Bußgeldkataloges – prinzipiell ausreichen, aber auch daran hat sich schon keiner gehalten. Es mangelt einfach an Verkehrsüberwachung, hier müsste etwas mehr getan werden, bis es in den Köpfen der Verkehrsteilnehmer angekommen ist. Das geht meistens leider nur über empfindliche Strafen und die Brieftasche.

  2. Die sollen lieber vernünftige Radwege machen und nicht so ein Mist. Ich bin LKW Fahrer da soll mir mal einer sagen wie ich da noch vorbei kommen soll ?

  3. Auf dieser Strecke auf beiden Seiten einen Radweg wegzunehmen ist für alle Parteien lebensgefährlich! Falls sich tatsächlich einmal 2 Radfahrer und 2 Autos oder gar LKW‘ S auf einer Höhe begegnen sollten, kracht es. 50 hin oder her. Mal davon abgesehen, dass es eine Zumutung ist, außerorts zwischen zwei Ortschaften nur 50 fahren zu dürfen…

    • Ihnen ist schon klar, dass die beiden entgegenkommenden Verkehsteilnehmer wie in ihrem Beispiel LKWs nur so schnell fahren dürfen, dass keine anderen Verkehsteilnehmer gefährdet werden (StVO §1) ?
      Es gibt kein Anspruch darauf ununterbrochen die erlaubte Maximalgeschwindigkeit zu fahren. Es gibt auch keinen Anspruch geschweige den eine Pflicht darauf andere, langsame Verkehrsteilnehmer wie Traktoren, Mofas oder Fahrradfahrer zu überholen.

  4. Grundsätzlich ist der Ausbau mit Radwegen zu begrüßen. Einfach einen Strich auf den Boden zu malen ist aber zu billig und senkt das Unfallrisiko wohl kaum.
    Leider ist im Kraichgau oft zu beobachten, dass Rennradfahrer trotz vorhandener Radwege alleine und im Pulk auf der Straße fahren und dadurch immer wieder gefährliche Situationen für sich und andere provozieren. z.B. Unteröwisheim-Münzesheim. Gerade im Vorfeld diverser Triathlon Veranstalltungen, wäre hier eine verstärkte Kontrolle wünschenswert. Auch sollte die Nicht-Nutzung vorhandener Radwege ähnlich geahndet werden, wie das Parken auf einem Radweg.

  5. Heißt das es wird auf jeder Seite der Fahrbahn 1,25 m für den Radweg abgenommen ? Wie Breit ist denn die Fahrbahn in diesem Abschnitt ?

    Ich stelle mir das bei schmalen Landstraßen schwierig vor und löst sicher nicht das Problem. Am Besten ist es doch wenn der Radweg baulich durch einen Grünstreifen getrennt neben der Fahrbahn verläuft. Davon haben Radler und Autofahrer was.

    Grüße

  6. Auf dem E-Bike: Sonnenbrille und stylische Radhandschuhe. Dafür aber kein Fahrradhelm.
    Hier gibt es Lern-Potential. Besonders beim Pressetermin (-;
    Erwachsene seid Vorbild und zieht Helme auf.
    Diese können Leben retten!

    Aber die Radstreifen eine sehr sinnvolle und gute Sache.
    Weiter so. Aber mit Helm (-;

    • Ist mir auch sofort negativ aufgefallen. Hauptsache cool auf dem Rad für die Kamera posiert, aber keine Helm !

  7. Würde man den auf der westlichen Seite parallel zur Straße verlaufenden, z.T. sehr steinigen ‚Pfad‘ mal ordentlich asphaltieren, hätte man eine wunderbar sichere Verbindung Zeutern-Östringen sowohl für Fußgänger als auch Radfahrer.
    Dieser Ansatz hier ist eine Zumutung für alle Verkehrsteilnehmer, wie in den anderen Kommentaren schon geschrieben.

    Aber da die komplette Fahrbahn ja eh noch saniert werden soll (nachdem jetzt über 1/2 Jahr gesperrt war für Amphibientunnel), sind diese super ‚Schutzstreifen‘ hoffentlich wohl bald Geschichte und werden auch nicht mehr aufgebracht.

    Auf der Straße macht es bald keinen Spaß mehr unterwegs zu sein, ich erkenne hier Taktik.
    Schritt für Schritt den bösen, bösen ‚Individualverkehr‘ von der Straße runter ekeln. So schafft man seine Klimaziele bestimmt…

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