Östringen: Weiter Bedarf an zusätzlichen Kindergartenplätzen

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Anteil der Elternentgelte an den Betriebskosten steigt auf 15,3 Prozent

„In den letzten Jahren haben wir bei der Erweiterung der Platzkapazitäten der Kindergärten schon sehr viel getan und wir wissen zugleich, dass wir noch mehr tun müssen!“ – Mit dieser Formulierung brachte jetzt in Östringen Bürgermeister Felix Geider bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats seine Einschätzungen zu einem bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbetreuungsangebote im Stadtgebiet auf den Punkt. Nach den Angaben des Rathauschefs verwendete Östringen binnen weniger Jahre rund 12 Millionen Euro oder umgerechnet rund 60 Prozent aller im gleichen Zeitraum getätigten kommunalen Investitionen für die Bereitstellung zusätzlicher Kindergarten- und Krippenplätze beziehungsweise für die Ertüchtigung der insoweit schon vorhandenen Infrastruktur.

Wie Geider vorrechnete, konnte der Bestand binnen fünf Jahren von 430 Plätzen im Ü3- und U3-Bereich (2016) auf 600 Plätze zum neuen Kindergartenjahr 2021/2022 gesteigert werden.

Momentan gibt es im Stadtgebiet neun Einrichtungen für die Kinderbetreuung, davon im Kernort vier, in Odenheim zwei, in Tiefenbach und Eichelberg jeweils eine und zudem den im vorigen Jahr in zentraler Lage auf dem Schindelberg in Betrieb genommenen neuen Waldkindergarten.

Das Angebot der Kindergärten im Stadtgebiet, die mit Ausnahme des Waldkindergartens in der Betriebsträgerschaft der katholischen Kirchengemeinde geführt werden, ist breit aufgefächert und versucht, mit unterschiedlichen Öffnungs- und Betreuungszeiten den individuell durchaus verschiedenen Bedürfnissen der Familien Rechnung zu tragen.

Stadtkämmerer Dominik Broll informierte bei der Ratsdebatte, dass für das Kindergartenjahr 2021/2022 mit 24 Gruppen für Jungen und Mädchen im Lebensalter zwischen drei und sechs Jahren sowie 12 Gruppen für „U3-Kinder“ geplant wird. Damit sei der rechnerische Bedarf bei der Alterskategorie „Ü3“ vollständig abgedeckt, während man sich bei den

Krippengruppen mit 120 Plätzen einer Quote von 35 Prozent annähere. Insbesondere in dieser Alterskategorie besteht nach Einschätzung der Verwaltung in der Zukunft zusätzlicher Handlungsbedarf, zumal man im Rathaus von einer weiter steigenden Nachfrage ausgeht.

Während in Odenheim zuletzt bereits zwei zusätzliche Gruppenräume im Kindergarten St. Michael bereitgestellt wurden und sich der Kindergarten St. Josef derzeit auf den Umzug in den neuen Kindergarten Maria Stern vorbereitet, werden in der Kernstadt im Laufe des Jahres weitere Plätze am Kindergarten Johannes Bosco geschaffen.

Nachdem in den zurückliegenden Jahren die Außenspielflächen aller Kindergärten im Kernort saniert beziehungsweise neu hergestellt wurden, konnte zuletzt darüber hinaus die „Verjüngungskur“ für das Außengelände des Kindergartens St. Maria Tiefenbach abgeschlossen werden. Über die Sommermonate wird nun auch das Terrain um den Odenheimer Kindergarten Maria Stern hergerichtet und bedarfsgerecht mit Spielgeräten ausgestattet.

In der Frage einer Anpassung der von den Eltern für einen Kindergartenplatz zu leistenden Entgelte berücksichtigte der Gemeinderat nun unter anderem, dass die letzte Tariferhöhung bereits drei Jahre zurückliegt. Das Stadtparlament billigte nicht zuletzt auch vor diesem Hintergrund einstimmig einen Aufschlag auf die derzeit geltenden Entgelte von 10 Prozent ab dem Kindergartenjahr 2021/2022. Konkret bedeutet das beispielsweise, dass für einen Ganztagesplatz mit einer wöchentlichen Betreuungszeit von 45 Stunden statt bisher monatlich 218 Euro künftig 240 Euro berechnet werden.

Wie Stadtkämmerer Broll hervorhob, sind die neuen Tarife gerade auch im Vergleich mit den Konditionen in den Nachbarkommunen weiterhin noch vergleichsweise günstig, zumal die soziale Staffelung im Falle des Kindergartenbesuchs mehrerer Kinder aus einer Familie beibehalten wird.

Erklärte Zielsetzung des Östringer Gemeinderats war es in der Vergangenheit, einen Anteil der Elternentgelte an den Gesamtkosten von 16 Prozent zu erreichen.

Während die Kommunalen Spitzenverbände diesbezüglich sogar eine Quote von 20 Prozent empfehlen, liegt der Anteil der Elternentgelte an den gesamten jährlichen Betriebskosten der Kindergärten von aktuell rund 6,73 Millionen Euro in Östringen nun künftig bei 15,3 Prozent.

Von Wolfgang Braunecker / Stadt Östringen

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