Odenheimer sammelt mehr als 45.000 Brillen für den guten Zweck

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Brillen-Übergabe durch Heinrich Zibuschka (l.) an Johannes Klein von der Aktion „Brillen weltweit“.
Schon mehr als fünfundvierzigtausend „Brillen ohne Grenzen“ gesammelt

Heinrich Zibuschka engagiert sich für Bedürftige in aller Welt

Östringen (br) – Das Auge gilt gemeinhin als wichtigstes Sinnesorgan des Menschen, schon geringe Einschränkungen der Sehfähigkeit mindern die Orientierung im Alltag sowie die persönliche Leistungsfähigkeit erheblich und wirken sich sehr schnell auch nachteilig auf die Zukunftsperspektiven der Betroffenen aus. Doch was ist, wenn man sich passende Augengläser schlicht nicht leisten kann? Diese Frage beschäftigt auch den Odenheimer Heinrich Zibuschka, der seit 1998, also seit mittlerweile zwanzig Jahren, gebrauchte Brillen sammelt und sie vom Kraichgau aus über die Netzwerke ehrenamtlich organisierter Initiativen auf den Weg zu den Bedürftigen in aller Welt bringt. Jetzt konnte der frühere Rektor der Grundschule Tiefenbach weitere 5.687 solcher gut erhaltener Secondhand-Sehhilfen an die vom Deutschen Katholischen Blindenwerk getragene Aktion „Brillen weltweit“ für einen guten Zweck übergeben. Im Laufe der Jahre sammelte Zibuschka somit nun schon 45.693 Brillen ein.

Aufmerksam geworden auf diese besondere Notlage mittelloser Menschen ist Heinrich Zibuschka einst über seinen Einsatz für die gemeinnützige Andheri-Hilfe Bonn, die seit den 1960er-Jahren in Bangladesch und Indien Operationen am Grauen Star finanziert und damit maßgeblich dazu beiträgt, dass die Betroffenen, meist Menschen aus ärmlichsten Verhältnissen, zumindest ihr Augenlicht zurückerlangen. Dass aus der ersten spontanen Idee zu einer Brillensammlung für Bedürftige eine derartige Erfolgsgeschichte werden könnte, hätte sich Heinrich Zibuschka in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Erstmals im November 1998 hatte er die Besucher der Veranstaltungen der damaligen Östringer Kulturwochen dazu eingeladen, zur Konzert- oder Theatervisite ihre „zwar gebrauchte, aber noch brauchbare“ Brille mitzunehmen und sie in einen der aufgestellten Sammelkartons einzulegen. Nachdem auf Anhieb rund 2.400 Sehhilfen zusammenkamen, ließ ihn das Thema seither nicht mehr los.

Sehr dankbar ist Heinrich Zibuschka immer wieder für die vielfältigen und beeindruckenden Zeichen der Hilfsbereitschaft und Solidarität aus der ganzen Region zwischen Karlsruhe und Heidelberg. Immer wieder erreichen ihn auch große Kontingente gebrauchter Brillen, die anderorts zusammengetragen und ihm zur Weitergabe anvertraut werden. So wird er seit Jahren von der Frauengemeinschaft Angelbachtal unterstützt, von einer Privatinitiative in Münzesheim oder auch von vielen Optikergeschäften aus der Umgebung sowie vom dm-Drogeriemarkt in Östringen. Heinrich Zibuschka, dem 2014 der Bürgerpreis für vorbildliches ehrenamtliches Engagement verliehen wurde, will mit seinen Projekten jedenfalls so lange weiter machen, wie es seine Gesundheit erlaubt: „Ich bekomme jeden Tag 24 Stunden vom Herrgott geschenkt, ich schenke nur ein klein wenig von dieser Zeit an andere weiter!“

Redaktion: Wolfgang Braunecker

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