„Mehr als ein Zeichen der Solidarität“

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Friedensgebet in Münzesheim mit großer Beteiligung der Bevölkerung

„Gott des Himmels und der Erde und Vater aller Menschen – Voll innerer Unruhe hören und sehen wir die Nachrichten. Mit Sorge schauen wir auf die Menschen im Kriegsgebiet. Erbarme dich der Menschen, die den Krieg erleiden.“ Mit diesen Worten für die Leidtragenden in der Ukraine betete eine große Zahl aus allen Stadtteilen Kraichtals und aus allen Kirchengemeinden beim Friedensgebet am Sonntagnachmittag vor dem Rathaus in Münzesheim.

Auf Initiative von Bürgermeister Tobias Borho hatte die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Kraichtal, ACK, zu diesem öffentlichen Treffen eingeladen. Es sind eindringliche Worte von Alexander Stavnichuk, eines Pastors aus der Ukraine, der mehrere Jahre in Kraichtal gewirkt hat, jetzt aber an anderer Stelle lebt und deshalb nicht persönlich anwesend sein konnte. Seine Eltern sind noch in Kiew und unmittelbar von dem Krieg betroffen. Betroffenheit kennzeichnete auch die Stimmung des Friedensgebetes.

Mit Liedern und Texten brachte man dies deutlich zum Ausdruck und ebenso die Ablehnung von Gewalt und ungerechter Machtausübung. In das Gebet eingeschlossen wurde auch die Brandkatastrophe in Unteröwisheim, bei der eine Mutter mit ihren drei Kindern ums Leben kam. Musikalisch unterstützten die Versammlung ein spontan in der vergangenen Woche zusammengestellter Posaunenchor unter der Leitung von Frieder Gabriel sowie Elisabeth Oberbeck mit der Querflöte. Dieses gemeinsame Gebet sei mehr als ein Zeichen, mehr als eine Demonstration der Solidarität mit den Opfern, sagte Pfarrer Wolfram Stockinger.

„Gebet kann eine große Kraft entfalten, über die Grenzen hinweg. Es kommt auf uns an!“ Dass diese Solidarität nicht in bloßen Worten stecken bleibt, zeigte sich noch am selben Abend, als Matthias Kerschbaum, Generalsekretär des CVJM Baden, mitteilte, dass am Montag, 7. März, zwei geflüchtete Familien aus der Ukraine in Kraichtal ankommen sollen und im CVJM-Lebenshaus aufgenommen werden. „Die Zimmer stehen bereit“, sagt Kerschbaum, „wenn die Menschen kommen.“ Die beiden Familien kommen über Kontakte der Evangelischen Jugend in Baden zunächst nach Karlsruhe und sollen dann weiterreisen nach Unteröwisheim. Aufgrund einer Anfrage des badischen Landesjugendpfarrers Jens Adam stellt der CVJM Baden die Zimmer zur Verfügung.

Redaktion: Martin Stock

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