Landrat besucht Gemeinde Sulzfeld

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Bildtext (v.l.n.r.): Bürgermeisterin Sarina Pfründer informierte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel über das Großprojekt Generalsanierung Gemeinschaftsschule.

Corona-Pandemie, getrennte Biomüllsammlung und Verbesserung des ÖPNV

Kreis Karlsruhe. Im Rahmen seiner Gemeindebesuche, die Landrat Dr. Christoph Schnaudigel regelmäßig in vier bis fünf Gemeinden pro Jahr führen, war er am vergangenen Dienstag in Sulzfeld zu Gast, um sich mit Bürgermeisterin Sarina Pfründer und den Gemeinderäten über das aktuelle Geschehen auszutauschen sowie anstehende Herausforderungen aus erster Hand zu erfahren.

Den Auftakt bildete ein Gespräch mit dem Geschäftsführer des Alten- und Pflegeheims Auf der Gänsweide, Armin Schulz und der Heim- und Pflegedienstleiterin Andrea Eberle. Beide berichteten über die besonderen Herausforderungen und Belastungen durch COVID-19 für die Beschäftigten, die Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörigen. Insbesondere das temporäre Besuchsverbot habe einen großen Einschnitt bedeutet und war für die Bewohnerinnen und Bewohner und die Angehörigen schwer zu verkraften. Mit den gelockerten Bestimmungen habe sich die Situation wieder deutlich gebessert, berichteten die beiden. Sie waren sich mit Landrat Dr. Christoph Schnaudigel einig, dass umsichtiges Handeln weiterhin erforderlich sei und die Heime durch die Erfahrungen, ausreichend vorhandene Schutzkleidung und erfolgreiche Hygienekonzepte heute besser aufgestellt seien als zu Beginn der Pandemie.

Bei einem anschließenden Rundgang stellte Bürgermeisterin Sarina Pfründer aktuelle Großprojekte in der Gemeinde vor. „Dank des städtebaulichen Förderprogramms konnte ein Investor gewonnen werden, der das brachliegende Rentamt gekauft hat. Barrierefreie Wohnungen und Praxisräume sollen dort entstehen, die insbesondere für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf gedacht sind. Das ist eine große Chance für die Entwicklung der Ortsmitte, allerdings gibt es aufgrund der Denkmaleigenschaft natürlich viel Abstimmungsbedarf“, berichtete die Bürgermeisterin im Namen der Gemeinde, die das Projekt nach Kräften unterstützt. Die Sanierung der Gemeinschaftsschule und die Erweiterung des evangelischen Kindergartens sind weitere Großprojekte, deren Realisierung gut voranschreitet. „Mit der dritten Ganztagesgruppe sind wir bei der Kinderbetreuung dann sehr gut aufgestellt“, informierte Bürgermeisterin Sarina Pfründer ihren Gast. Rund zehn Mio. Euro lässt sich Sulzfeld die Generalsanierung der Gemeinschaftsschule, die stabile Zahlen aufweist und zweizügig geführt wird, kosten. „Wir wollen Laptop-Schule werden und erreichen, dass jede Schülerin und jeder Schüler ein Gerät bekommen, bisher hat das nur jeder zweite. Auch dank der Zusammenarbeit mit dem Landkreis Karlsruhe und dessen Kreismedienzentrum, das im Rahmen des Sofortausstattungsprogramm des Bundes mobile Endgeräte bereitstellt, werden wir unser Ziel in absehbarer Zeit erreichen können“, freute sie sich. Grundvoraussetzung ist allerdings eine schnelle Internetverbindung, die durch den Anschluss an das Backbone des Landkreises und den Aufbau eines leistungsfähiges WLAN gegeben sein wird.

Beim anschließenden Gespräch mit den Gemeinderäten nahm das Thema „Corona“ eine große Rolle ein. Mit großem Interesse wurde den Ausführungen des Landrats zur aktuellen Situation gefolgt, die das Gesundheitsamt weiterhin sehr fordert. Mehr als die Hälfte der Neuinfektionen könne auf Reiserückkehrer zurückgeführt werden; derzeit stehe das Geschehen an Schulen und Kindergarten im Fokus. Gemeinsam mit den Einrichtungen verfolge das Gesundheitsamt das Ziel, durch wirksame Hygienekonzepte das Infektionsgeschehen so handhaben zu können, dass nicht die ganze Einrichtung geschlossen werden muss, skizzierte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel das Vorgehen.

Der barrierefreie Ausbau der Stadtbahnhaltepunkte im ganzen Landkreis und damit auch entlang der Stadtbahnlinie S4, die Sulzfeld anbindet, wurde ebenso diskutiert wie die Einführung der getrennten Biomüllsammlung ab dem Jahr 2021. 80% der Sulzfelder Bürgerinnen und Bürger haben sich im Rahmen der Bedarfsermittlung bislang zurückgemeldet, von denen rund 1/3 den Biomüll im eigenen Garten kompostieren wollen. Knapp 10% haben eine Biotonne bestellt, der Rest setzt auf das Bringsystem. „Andere Kreise haben schon lange eine funktionierende Biomüllsammlung, daher sehe ich der Einführung im Landkreis Karlsruhe zuversichtlich entgegen. Der Kreis möchte den Einwohnerinnen und Einwohnern mit den drei Sammelsystemen möglichst weit entgegenkommen und ermöglicht auch kostenfreie Umbestellungen, wenn sich jemand im Jahr 2021 noch umentscheidet“, informierte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel das Gremium.

Bürgermeisterin Sarina Pfründer bedankte sich bei Landrat Dr. Christoph Schnaudigel für den umfassenden Überblick über das aktuelle Geschehen und den konstruktiven Austausch. Beide waren sich einig, im Interesse der Gemeinde auch künftig eng zusammenzuarbeiten.

Mitteilung des Landkreises Karlsruhe

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