Trotz einer witzigen Panne beim Start war der Firmenlauf der Volksbank Kraichgau vor allem wieder eines: das schönste After-Work-Event der Region.
Man konnte sich das Schmunzeln nicht verkneifen. Weil ein unachtsamer Läufer gedankenverloren bei der Aufstellung offenbar mit den Füßen an einem Stromkabel hängen geblieben war, sank innerhalb von Sekunden der große, luftgestützte Bogen, der gleichzeitig Start und Ziel markiert, wenig elegant in sich zusammen. Er begrub dabei die Pole Position der Läuferinnen und Läufer unter sich. Doch auch hier entfaltete der gemeinschaftliche Gedanke, der sowieso das Grundgerüst des Firmenlaufs der Volksbank Kraichgau darstellt, ganz spontan und unerwartet seine Superkraft. Dutzende Hände stützten das schlaffe Gebilde und hielten es über ihren Köpfen, bis das Gebläse wieder genug Luft hineingepumpt hatte. Zu regelrechten Superheldinnen wurden dabei die Mädels der Heilbronner Cheerleader „Crystals“, die in Formation und Hebefigur zu einer Art menschlichem Gerüst wurden und den schlaffen Luftsack zusätzlich stabilisierten.
Prominenter Startschuss und sportliche Höchstleistungen
Dann ging es los. Kurz nach 19:00 Uhr krachte die Startklappe über den Köpfen der Läuferinnen und Läufer, zusammengeschlagen von Sinsheims Oberbürgermeister Marco Siesing, der sich unmittelbar danach als Teammitglied seiner Stadtverwaltung mit in den Kampf stürzte. Stolze sieben Minuten später ging der letzte Läufer über den Start, der zuvor fieberhaft nach seiner Startnummer gesucht hatte und nun breit grinsend mit dezenter Verzögerung auf die Strecke spurtete. Gerade mal acht Minuten später kehrten dann schon die ersten Läuferinnen und Läufer zurück ins Ziel. Ganz klar, in so einem breit gefächerten Starterfeld, wie dem, das alljährlich zum Firmenlauf antritt, gibt es natürlich auch ein paar waschechte Profis oder solche, die es werden wollen.

































In der Herrenwertung sicherte sich Vincent Escat vom KACO Team 1 mit einer herausragenden Zeit von 15:49 Minuten den ersten Platz, dicht gefolgt von Micheal Schulz von der Sozialstation Sinsheim (15:53 Minuten) und Christian Oechsler von den GebhardtRockets (16:01 Minuten). Bei den Frauen überzeugte Theresa Sitzler von der TSG Lauftreff IV als schnellste Läuferin mit einer Zeit von 18:39 Minuten. Den zweiten Platz auf dem Podest sicherte sich Sophia Hagenbuch vom DIEFFENBACHER TEAM 1 in 19:22 Minuten, gefolgt von Claudia Volz vom Team Wir laufen GeRN 3, die nach 19:29 Minuten die Ziellinie überquerte. Das nur als kleine Auswahl, die gesamte Liste und alle Ergebnisse finden Sie auf: firmenlauf-sinsheim.de
Wenn Kollegialität zur Superkraft wird
Doch diese Ergebnisse sind nur Zahlen, eine kleine Randnotiz und bedeuten im Grunde recht wenig. Denn beim Firmenlauf der Volksbank Kraichgau geht es nicht um einen verbissenen sportlichen Wettkampf und das Siegen um jeden Preis, sondern um eine schöne gemeinsame Zeit, einen guten Abend unter Kolleginnen und Kollegen – und das über alle Branchen und Gewerke hinweg. Hier treffen Makler auf Krankenschwestern, Banker auf Industriemechaniker, Pfleger auf Verwalter. Jeder kann und darf, ach was, jeder soll hier mitmachen. Ein besseres Teambuilding kann man sich vermutlich nicht vorstellen. Wer einmal Seite an Seite mit den eigenen Kolleginnen und Kollegen bei 30 Grad gemeinsam schwitzend die Laufstrecke gemeistert hat, den bringt im Geschäftsalltag so schnell nichts mehr ins Schwitzen. Danach sitzt man schließlich noch beisammen, feiert, genießt das Essen aus den Foodtrucks, gute Unterhaltung vom DJ und schöne Gespräche, die genau wie der Lauf selbst noch lange nachhallen.
Die Strecke durch Sinsheim
Knappe fünf Kilometer lang ist die Strecke, sie verläuft fast die ganze Zeit ebenerdig und ohne nennenswerte Steigungen. Im Grunde ist sie also für jeden machbar, ob man nun regelmäßig läuft oder nur ab und an. Start und Ziel befinden sich traditionell am Helmut-Gmelin-Stadion beim Schwimmbad. Danach ging es, auf einer baustellenbedingt zur 13. Ausgabe des Firmenlaufs leicht veränderten Strecke, am Flugplatz und dann an der Elsenz entlang. In der Innenstadt war der Wendepunkt diesmal die Dr.-Sieber-Halle, von dort aus ging es direkt zurück ins Stadion. Wie gesagt, die Schnellsten brauchen dafür gerade mal eine Viertelstunde.
Dabei sein ist alles
Aber auch wenn manche für die Strecke deutlich länger brauchen: Das spielt keine Rolle, dabei sein ist alles. Der Spaß muss übrigens auch nicht zu kurz kommen. Wer Lust hat, seine Runde in ausgefallenen Kostümen zu absolvieren, darf das natürlich gerne tun. Beim diesjährigen Firmenlauf sah man auch wieder die buntesten Gestalten, von einem ganzen Laufteam mit Mauseohren bis hin zu prähistorischen Dinosaurier-Pappkameraden. Und völlig egal, ob man als Erste oder Letzter durchs Ziel geht, eine Urkunde und eine Medaille gibt es für jeden, ein gekühltes Getränk sowieso. Beim Feiern im Anschluss spielen Zahlen dann überhaupt keine Rolle mehr.