Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Philippsburg

Kommandant Rudolf Reiß begrüßte am 18.11.2017 um 19:30 Uhr in der Huttenheimer Bruhrainhalle alle Anwesenden der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Philippsburg zur Hauptversammlung, insbesondere Bürgermeister Stefan Martus, Leiter des Fachdienst 20 Mario Berny, Kreisbrandmeister Thomas Hauck , Unterkreisführer Klaus Steinle, stellv. Kreisjugendwart Manfred Wolf, Ehrenkommandant Rudi Bauer, Ortsvorsteherin Jasmine Kirschner, sowie zahlreiche Gemeinderäte insbesondere den Fraktionsvorsitzenden Joachim Pöschl (SPD), Ingo Kretschmar (ULi), Christopher Moll (FWV) und Werner Back (stellv. Fraktionsvors. CDU) und stellte die Beschlussfähigkeit fest. Die Versammlung gedachte den verstorbenen und verunglückten Feuerwehrkameraden, insbesondere den Kameraden Dieter Scheuer (Rheinsheim), Günther Stehmer (Philippsburg) und Walter Brecht (Rheinsheim).

Jugendfeuerwehrwart Sebastian Schäfer, stellvertretend für alle drei Jugendfeuerwehren, legte den Tätigkeitsbericht vor. Die Jugendfeuerwehr besteht zur Zeit aus 30 Mitgliedern davon 18 Jungen und 12 Mädchen (9 Philippsburg(6m,3w), 9 Huttenheim(3m,6w), 12 Rheinsheim(9m,3w)). Leider mussten wir im vergangenen Berichtsjahr einen Mitgliederrückgang verzeichnen, resultiert aus Weitergabe der Jugendlichen in die Aktive Wehr. Im zurückliegenden Jahr wurde in allen Jugendabteilungen 14-tägige Dienstabende angeboten. Dies waren nicht nur feuerwehrtechnische Themen sondern auch andere Freizeitaktivitäten. So trafen sich die Verantwortlichen zu einem Jugendleiterwochenende in Schonach. Das 40 jährige Huttenheimer Jugendfeuerwehrjubiläum wurde mit einer gemeinsamen Löschübung „Rund um die kath. Pfarrkirche“ gefeiert. Eine gemeinsame Werbeaktion beim REWE in Philippsburg diente der Mitgliederwerbung. Als alternative zum klassischen Zeltlager wurde ein Jugendwochenende im Bernhardushof (Schwarzwald) veranstaltet. Brandschutzerziehung in den Grundschulen war ein weiteres Highlight 2017. Am Anschluss seiner Rede gab Sebastian Schäfer bekannt, nach 10 jähriger Tätigkeit als Jugendwart, dass er das Amt als Jugendwart zur Verfügung stellen werde. Schäfer dankte allen Jugendleiterinnen und –leitern, sowie allen Helfern für die tatkräftige Unterstützung, ohne sie wäre die Aufgabe nicht zu stemmen gewesen.

In seinem Jahresbericht (Stichtag 31.10.2017) konnte Kommandant Rudolf Reiß über 97 Aktive, 30 Jugendfeuerwehrmitglieder und 34 Kameraden der Altersabteilung berichten. Die drei Abteilungen wurden insgesamt 70 mal alarmiert (54 Philippsburg, 40 Huttenheim, 37 Rheinsheim). Statistisch gesehen waren es 131 Einsätze aus den Bereichen Brandeinsätze, Technische Hilfeleistungen, Brandsicherheitswachen, Öleinsätze, Umwelt- und Strahlenschutz. Besonders erwähnenswerte Einsätze waren: 15.01. Gasgeruch Bruhrainstr., 28.01. Eisrettung Huttenheimer Altrhein, 02.02. Bergung Wasserleiche Philippsburger Altrhein, 05.02. Privater Rauchmelder Prinz-Eugen-Str., 24.02. Person in Not – Hilfeleistung für Rettungsdienst – Hauptstr., 05.03. Gartenhüttenbrand ausserorts Nähe Kreisel L555, 28.04. Strahlenschutzeinsatz in Oberhausen, 01.05. PKW Brand Angerbergstr., 29.05. Dachstuhlbrand Kirchstr., 28.06. Brand Kleidercontainer Altrheinstr., 05.07. Gartenhüttenbrand Thüngenstr., 15.07. Mähdrescherbrand Kronenstr., 27.08. Kellerbrand (Waschmaschine) Kl. Rheinstr. um nur einige zu nennen. Alle Abteilungen führten jeweils im 2 wöchigen Rhythmus Übungsabende durch. Zusätzlich gab es noch 2 gemeinsame Übungen, 2 Strahlenschutzübungen, 3 Atemschutzgeräteträger Belastungsübungen und 2 Bootsführerweiterbildungen.

Im Berichtszeitraum wurden vier Gesamtausschusssitzungen abgehalten. Reiß bedankte sich für die geleisteten Einsatz- und Übungsstunden und das große Engagement für unsere gemeinsame Sache. Die Hauptübung 2017 wurde bei der Firma Gawronski GmbH an der Huttenheimer Landstr. durchgeführt. In der Lackiererei kam es zu einer Verpuffung, zwei Arbeiter wurden vermisst. Die Aufgaben waren Menschenrettung unter Vollschutz(Chemieschutzanzüge), Dekontamination der Einsatzkräfte sowie Wasserförderung aus dem Hebelsee.

Im Zuge der Bedarfsplanung wurde das HLF20 in Philippsburg in Dienst gestellt. Das TLF 2000 für Rheinsheim ist gerade in der Fertigstellung. Bei den Schlauchprüfungen musste ein Großteil der Schläuche beanstandet und ausgesondert werden. Auch die erste Generation der damals beschafften digitalen Funkmeldeempfänger (Modell Patron) müssen sukzessiv wegen Funktionsstörungen ausgetauscht werden. 2018 steht der TÜV für Fahrzeug und Gerät an, Mittel wurden beantragt. Da für die Wartung der Geräte und Einsatzmittel die Ressourcen der ehrenamtlichen Tätigkeiten nicht mehr ausreichen, plädiert Reiß mit Nachdruck auf die Schaffung einer Stelle eines hauptamtlichen Gerätewartes. Er zitierte ein Schreiben der Unfallkasse Baden-Württemberg, worauf nochmal deutlich die Verantwortung der Stadtverwaltung betont wurde. Die neuen Feuerwehrhäuser sind in der Ausführung; Rheinsheim Fertigstellung 2018, Huttenheim Ausschreibungen Baugrundverbessung.

Rudolf Reiß bedankte sich bei den Kameraden die an Fort- und Weiterbildungen teilnahmen, u.a. Grundlehrgänge, Maschinistenlehrgang, Gruppenführerausbildung, Motorsägenlehrgang(Holz unter Spannung), Abt.Kommandatenlehrgang, Weiterbildung für Führungskräfte, Führerschein Klasse CE, UKW Funk Ausbildung für Bootsführer, Verkehrssicherheitstraining, Erste Hilfe Kurs, Sprechfunkerlehrgang, Weber Rescue Seminar(Hydraulische Rettungsgeräte) u. Flurfördermittelschein. Reiß dankte allen für diese zusätzliche Belastung zum normalen Einsatz- und Übungsdienst.
Bürgermeister Stefan Martus dankte im Namen der Gemeinderäte und der gesamten Bürgerschaft für die ständige Bereitschaft (24 Stunden/356 Tage) zum Wohl der Gemeinde. Der Feuerwehrbedarfsplan befindet sich im Soll und die Neubauten der Feuerwehrhäuser sind Ausführung. Mobile Stromerzeuger für Huttenheim und Rheinsheim sind in Planung. Für die geforderte Gerätewartstelle ist die Verwaltung in Verhandlung. Dass die aktuelle 30% Leihgabe eines Bauhofmitarbeiter nicht ausreicht wurde erkannt. Auch eine interkommunale Lösung wird in Betracht gezogen. Mit den zwei Werkfeuerwehren auf Gemarkung Philippsburg werden ebenso Gespräche hinsichtlich zukünftiger Synergien geführt.

Kreisbrandmeister Thomas Hauck überbrachte Grüße vom Landratsamt Karlsruhe und den Feuerwehren des Landkreises und dankte für die geleistete Feuerwehr- und Jugendarbeit. Er stellte die sehr gute Ausrüstung hervor. Bei den Unterkünften sei man auf einem guten Weg. Betonte auch nochmal hinsichtlich hauptamtlicher Gerätewart, dass die Verwaltung die Verantwortung für eine funktionsfähige Feuerwehr hat. Die Wartung kann heute nicht mehr „nebenher“ laufen. Hier werden laufend spezielle Fortbildungen gefordert, damit die Aufgaben überhaupt bewältigt werden können. Er dankte auch Sebastian Schäfer für sein 10 jähriges Engagement als Jugendwart und nutzte dies als Übergang für das Werteprojekt der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg KaReVeTo, abgeleitet von den Anfangsbuchstaben „Kameradschaft, Respekt, Verantwortung und Toleranz“ die im Vordergrund stehen. Sie sollten die Grundlagen für gemeinsames Zusammenarbeiten sein und sind es auch. Die im März in Betrieb genommene ILS (integrierte Leitstelle in Karlsruhe; disponiert Rettungsdienst und Feuerwehr gemeinsam) ist ebenfalls auf einem guten Weg für die neuen Aufgaben, da es doch für alle Beteiligten Neuland gewesen sei. Er dankte auch Ralf Schönleber für sein kreisweites Wirken in Sachen Strahlenschutz.

Unterkreisführer Klaus Steinle hatte das Bedürfnis sich im Namen der Unterkreisübergreifende Ausbildung bei der Philippsburger Feuerwehr perönlich zu bedanken. Im Oktober 2017 fand ein Grundlehrgang im Feuerwehrhaus Philippsburg statt. Die Lehrgangsteilnehmer aus den Unterkreisen Lußhard, Pfinztal-Weingarten und Bruchsal waren vollauf begeistert bei diesem Lehrgang, nicht nur bei der Ausbildung sondern auch bei der Verpflegung während der Ausbildungsdauer. Er würde es Begrüßen wenn in Zukunft wieder Ausbildungslehrgänge in Philippsburg stattfinden würden.
Rico Dahm, Niklas Dossinger, Sabrina Bausenhaus, Aaron Maier, Sarah Gremmelmaier, Chris Gentner, Sven Roth und Ronald Gentner konnten als neue Mitglieder dienstverpflichtet werden.
Manfred Wolf (stellv. Kreisjugendwart Landkreis KA) dankte im Namen des Kreisjugendwart Jan Becker Sebastian Schäfer für seine geleistete Arbeit. Nicht nur ein hoher Zeitaufwand, sondern zusätzlich eine fachliche Kompetenz erfordern dieses Amt. 2005 begann Schäfer als Jugendwart in der Abt. Philippsburg. 2007 folgte die Wahl zum Jugendwart Feuerwehr Philippsburg. Fortan war er für die Durchführung des BF Tages, das Ferienprogramm, Schulaktionen und die Wochenend-Workshops verantwortlich. Abteilungsübergreifende Beschaffungen wie z.B. den Brandschutzerziehungskoffer liefen ebenfalls unter seiner Regie. Wolf überreichte Schäfer die „Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber“ für seine Verdienste.

Franziska Schäfer wurde von den 64 Wahlberechtigten mit 61 JA Stimmen zum neuen Jugendwart der Feuerwehr Philippsburg gewählt(2 Nein Stimmen, eine Enthaltung). Da Franziska die Schwester von Sebastian ist, bleibt das Amt quasi in der Familie. Reiß gab noch einige gemeinsame Termine bekannt; 13.11. Belastungsübung Atemschutzstrecke Linkenheim, 25.11. Weber Rescue Seminar, 16.12. Flurfördermittelschein Ausbildung, 24.01. Schlachtfest in Rheinsheim, 21.04. Hauptübung in Rheinsheim.

Reiß wies nochmal daraufhin, den Funkverkehr auf das Notwendige zu begrenzen, so die Anweisung der ILS. Statusmeldungen sind per SMS Verkehr abwickeln, um die Leitstelle zu entlasten. Für 2018 sind Ausbildungen zum Bootsführer und Motorsägen Grundlehrgang geplant. Die Versammlung endete um 21.20 Uhr. Am Anschluss wurde noch ein Vesper gereicht.

Bericht und Bilder: Frank Spindler

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