Heidesee wird zur Einsatzkulisse: 130 Kräfte meistern dramatische Großlage

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von Barbara Fleck / DLRG

Am 10. Oktober 2026 wurde der Heidesee in Forst zum Schauplatz einer außergewöhnlich realistischen Bezirksübung. Rund 130 Einsatzkräfte aus DLRG Bezirk Karlsruhe, Feuerwehr Forst, DRK Forst und Bruchsal, der PSNV Karlsruhe sowie RUND‑Mimen stellten sich einem Szenario, das in seiner Intensität einem echten Katastropheneinsatz kaum nachstand.

Schon der Auftakt ließ erahnen, wie anspruchsvoll der Tag werden würde: Nach einer Unterweisung zu Sonder- und Wegerechten und der praktischen Einführung in die neuen Hochwasserboote des Katastrophenschutzes im Landkreis Karlsruhe wurden die Kräfte abrupt aus dem Übungsmodus gerissen. Ein realer Einsatz in Grötzingen unterbrach das Training – ein Moment, der die Professionalität und Einsatzbereitschaft der Organisationen eindrucksvoll unter Beweis stellte. Erst nach der Rückkehr konnte die eigentliche Großübung beginnen.

Foto: DLRG

Was dann folgte, war ein Szenario, das die Kräfte an ihre Grenzen führte. Ein schweres Unwetter über dem Heidesee, ein Auto, das durch einen umgestürzten Baum in den See gedrückt wird, eine Person unter Wasser eingeschlossen, eine zweite panisch am Ufer – die Lage entwickelte sich innerhalb von Minuten zu einem dramatischen Rettungseinsatz.

DLRG‑Taucher kämpften sich durch trübes Wasser zum Fahrzeug vor, während Strömungsretter das Ufer nach weiteren Betroffenen absuchten. Die geretteten Personen wurden umgehend an das DRK übergeben.

Doch damit war der Tag längst nicht vorbei. Ein Zeltlagerleiter meldete eine zweite Einsatzstelle – und die Situation eskalierte erneut. Umgestürzte Bäume blockierten den Weg, ein Lagerfeuer war durch den Sturm außer Kontrolle geraten, Zelte wurden umgeworfen, Menschen verletzt und verschüttet – eine chaotische und doch realistische Lage.

Foto: DLRG

Die Einsatzkräfte trafen auf Brandwunden, Pfählungsverletzungen und eine unklare Lage einer vermissten Person im Wasser. Feuerwehr, DLRG und DRK arbeiteten unter Zeitdruck und schwierigen Bedingungen eng zusammen, während Rettungshunde und Strömungsretter nach der vermissten Person suchten. Die PSNV übernahm die mentale Betreuung der Betroffenen.

Erst als feststand, dass keine Personen mehr vermisst sind und alle Verletzten versorgt wurden, konnte die Übung beendet werden. Die Abläufe funktionierten trotz der enormen Komplexität weitgehend reibungslos.

Die Bezirksübung am Heidesee zeigte eindrucksvoll, wie leistungsfähig das Ehrenamt ist – und wie wichtig es bleibt, auch in selten beübte Einsatzgebieten und Szenarien unter realistischen Bedingungen zu trainieren.

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