Wenn „Alte“ Herren wandern – Odenheim zu Gast bei den Hügelhelden
„De letzschde Buggel häts nemmeh braucht“, stöhnt es geschafft, aber fröhlich aus den Reihen der AH-Wanderer des FC Odenheim. Gut drei Dutzend der „alten“ Herren (der jüngste noch keine 20) schleppen sich auf ihrer traditionellen Winterwanderung gerade den Eisenhut hinauf. Das Ziel: die Redaktion der Hügelhelden auf dem Rohrbacher Hof in Bruchsal. Diese Truppe nur mit dem Label „Fußballclub“ zu etikettieren, greift wie immer in Odenheim viel zu kurz. Am Katzbach ist man selten nur Mitglied in einem Verein, deswegen sind die Schnittmengen mit anderen Odenheimer Institutionen auch heute nicht nur marginal. Im Wesentlichen laufen hier neben dem FC zum Beispiel auch die OKG und nahezu geschlossen der Kienholzclub Odenheim. Über Letzteren haben wir während der letzten Faschingssaison bereits geschrieben, und im Zuge dieses Beitrages entstand das „verhängnisvolle“ Versprechen, den Club auf seiner Jahreswanderung bei uns einkehren zu lassen.

Versprochen ist versprochen, besonders im Hügelland gilt das Wort eines Ehrenmannes noch etwas. Na dann, auf in den nachweihnachtlichen Einkaufswahnsinn: 50 Würste, 50 Brötchen, 50 Flaschen Bier eingekauft, ein Feuer auf der Wiese entzündet und fertig ist der Lack. Dafür unterbrechen wir sogar unseren jährlichen Winterschlaf. Aber sie werden das bereits im Laufe der letzten zwölf Jahre gemerkt haben: Auch wenn wir den ganzen Kraichgau und all seine Bewohner innig lieben, haben wir doch eine besondere Schwäche für des Kraichgaus schönste Ecke zwischen Zeutern, Oberöwisheim und Odenheim.
Nun ja, so kam es eben, dass sich am Sonntag rund 30 Mann aus Odenheim um unser großes Lagerfeuer auf der Wiese vor der Redaktion scharten, Worschdweck aßen und miteinander auf das, was war, und das, was kommt, anstießen. Reichlich gute Laune, viel Gelächter und Geschichten aus good old Odna. Darunter echte Klassiker, die im kommenden Jahr ganz sicher jeweils einen eigenen Artikel erhalten werden: zum Beispiel, wie Uwe 45 Sekunden nach Einführung des Mofa-Führerscheins 1980 selbigen auch schon wieder verloren hat und vermutlich in dieser Sache bundesweit den ersten Punkt in Flensburg eingefahren hat. Oder vom „Mehlspur ziehen“, um heimliche Liebschaften in Odenheim, nun ja, etwas weniger heimlich zu machen. Dazu Geschichten von legendären Nächten im Schwänchen oder im Sternen.

Das Schöne in Odenheim: „Frieher war schee, hait awwa a.“ Am Katzbach feiert man nicht nur sehnsüchtig das Vergangene, sondern schaut auch selbstbewusst und optimistisch nach vorne. Die Vereinsjugend, die in manch anderen Gemeinden schlicht nicht existiert, hat in Odenheim längst den Generationenwandel eingeleitet, führt alte Traditionen fort, drückt ihrem Heimatort aber auch den eigenen Stempel auf, und das ist auch gut so. Es geht darum, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, sich gegenseitig den Rücken zu stärken und das eigene Dorf lebenswert und liebenswert zu halten – Disziplinen, in denen Odenheim von jeher glänzt.
Das fühlt man, das spürt man, und das unterstützt man gerne. Mit regelmäßigen Beiträgen aus Odenheim oder eben ab und zu auch mal mit 50 Würsten, 50 Brötchen und 50 Flaschen Bier. Auf dich, Odenheim, guten Rutsch und bleib so, wie du bist.

Und es funktioniert super mit den „Zugraisda un Reigschmegda“. Beim Heimatkundlichen Arbeitskreis heist es: „Odenheimer sein ist kein Geburtstecht sondern eine Philosphie“.