Ende Legende – Östringer Restaurant Venezia schließt nach mehr als vier Jahrzehnten

|

Über vierzig Jahre ein klangvoller Name für Gastlichkeit und Qualität

Lieferservice läuft weiter

„Wir hatten eine wunderschöne Zeit mit vielen tollen Gästen, von denen einige auch zu engen Freunden wurden“ – sichtlich bewegt blickten jetzt in Östringen Rino und Christa Colledan auf die erfolgreiche Ära ihres Restaurants Venezia in der Östringer Stadtmitte zurück. Dieser Tage schloss das Gastronomenehepaar aus Altersgründen die Pforten der Gaststätte, die jahrzehntelang weit über die Östringer Stadtgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf genoss.

Rino und Christa Colledan in ihrem „Venezia“ / Bild: Braunecker

Seit 1978, damals zunächst noch als Kompagnon des vormaligen Pächters Severino Donadonibus, und seit Dezember 1980 als alleinige Inhaber verwöhnten Rino und Christa Colledan ihre Kundschaft stets mit besonderer Gastlichkeit sowie mit exquisiter Qualität auf dem Teller und im Glas.

Rino Colledan, von den zahlreichen Stammgästen im Venezia ob seiner außergewöhnlichen Kochkünste mit großer Wertschätzung zuweilen auch der „echte Italiener“ genannt, war ursprünglich 1967 aus seiner italienischen Heimatregion Friaul nach Deutschland gekommen. Nach Anstellungen in Darmstadt und Heidelberg, bei denen er erste Berufspraxis sammelte, kam Colledan 1971 als Koch ins „Venezia“ und nahm mit seiner Arbeit schon damals Anteil am guten Ruf des Hauses. Als sich die Gelegenheit bot, nutzte Rino Colledan zusammen mit seiner Gattin Christa die Gelegenheit, in deren Heimatgemeinde mit der Übernahme des Restaurants den Schritt in die berufliche Selbständigkeit zu wagen.

Ab 1980 erlebte die Gastronomie von Rino und Christa Colledan eine stetige Aufwärtsentwicklung, die Gäste fanden aus der ganzen Region zwischen Sinsheim, Walldorf und Bruchsal und vielfach auch von weiter her den Weg nach Östringen. Auch die Unternehmensleitungen vieler Firmen aus Östringen und der Umgebung, so beispielsweise ICI, IBM oder Pfalzmöbel, vertrauten bei ihren Geschäftsessen mit den Businesspartnern aus dem In- und Ausland auf den jederzeit aufmerksamen und individuellen Service im „Venezia“ sowie auf das außergewöhnliche kulinarische Angebot aus der Küche des Restaurants.

Mit der Entscheidung, ihr Lokal zu schließen, beendeten Rino und Christa Colledan, mittlerweile 67 und 62 Jahre alt, nun auch eine besondere Ära in der Östringer Gastronomiegeschichte, das hob nun auch Bürgermeister Felix Geider hervor, der dem Ehepaar für die über mehr als vierzig Jahre erbrachten besonderen Leistungen nachdrücklich Dank und Anerkennung sagte.

Die Restauranträume des „Venezia“, die zuvor schon viele Jahrzehnte das Traditionsgasthaus „Zum Lamm“ beherbergt hatten, stehen nun einstweilen leer. Beruflich ganz loslassen möchten Rino und Christa Colledan allerdings noch nicht und so führen sie ihren vor fünf Jahren begründeten Lieferservice unverändert fort. Immer freitags und samstags von 17 Uhr bis 21.30 Uhr sowie sonntags von 17 Uhr bis 21 Uhr können sich die interessierten Kunden die aus dem Restaurant „Venezia“ bekannte hervorragende Qualität weiterhin zuhause auf den Teller holen. So geht die Geschichte des „Venezia“ in Östringen also gewissermaßen auch in der Zukunft noch weiter.

Redaktion: Wolfgang Braunecker

Vorheriger Beitrag

Untergrombach: 35-Jähriger in Wohnung überfallen

Weitere Straßensperrungen auf der B 292 in Östringen

Nächster Beitrag