Mehr Sichtbarkeit von Frauen im Stadtbild
Die Geschichte der Sinsheimerin ist noch nicht auserzählt.
von Melanie Wricke / Stadt Sinsheim
Bei ihrem Vortrag vergangenen September stellte Verena Dörrich vom Stadtarchiv bereits fest, dass Frauen – bedeutenden Frauen sogar – im Stadtbild von Sinsheim noch immer unterrepräsentiert seien. Verhältnismäßig sind Frauen in Sinsheims Straßennamen ebenso zu gering vertreten wie in den meisten europäischen Städten. Es gibt in der Kernstadt 152 Straßen, 50 davon sind nach Männern, vor allem Sinsheimern, benannt und gerade einmal zwei nach Frauen: Der Annagrund und die Clara-Schuhmann-Straße. Namen von Sinsheimerinnen sucht man vergeblich.
Um dieses Ungleichgewicht in der Sichtbarkeit auszugleichen, werden zu Ehren der Sinsheimerinnen Bäume gepflanzt und ihnen als Denkmal gewidmet. Am 12. Juni werden an der Kraichgau Realschule die ersten sieben Baumdenkmäler eingeweiht.
Folgende Frauen bekommen endlich einen sichtbaren Platz in der Stadt:
- Sophie Laurop für ihr Herz aus Gold,
- die Kersche Jule für ihre Energie,
- Katharina Antony für ihren Mut, sich aufs politische Parkett zu wagen,
- Tina Sidler für ihr Engagement vor allem beim Roten Kreuz,
- Else Reeb für ihre Arbeit ums Heimatmuseum,
- Else Schwenn für ihren Einsatz für Mädchen und Frauen
- und Dr. Herta Häffner-Borchert, die als Kinderärztin weit mehr getan hat, als es der Beruf erforderte.
Bei der Einweihung wird Verena Dörrich die Frauen zusammen mit Schülern der Kraichgau-Realschule vorstellen. Dagmar Digruber, Geschäftsführerin des Landesfrauenrates Baden-Württemberg, wird ebenfalls anwesend sein und das Projekt „Frauenerinnerungsorte“ vorstellen, eine interaktive Karte, die Stätten, Denkmäler und Straßen zeigt, die Frauen gewidmet. In Bälde werden die sieben Sinsheimer Bäume ebenfalls Bestandteil sein.
Die Einweihung findet statt am 12. Juni 2026 um 11:15 Uhr auf dem Gelände der Kraichgau-Realschule. Die Veranstaltung ist öffentlich. Interessierte sind herzlich eingeladen.
