Ein Schwammerl steht im Walde ganz still und stumm…

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…dann isst´s ein doofer Wandrer und fällt tot um

Warum Amateure das Pilzesammeln lieber lassen sollten

Schlaraffenland Kraichgau. Im Spätsommer und im Herbst kann man in unseren Breitengraden regelrecht von der Hand in den Mund leben. Es gibt frische Beeren, Äpfel, Birnen, Nüsse und viele weitere Leckereien mehr. Direkt vom eigenen Ast oder Strauch gezupft, gibt es kaum eine größere Köstlichkeit. Frisch ist eben immer Trumpf.

In diesen Wochen strotzt unser guter alter Kraichgauer Wald nur so von fantastischen Pilzen in allen Formen, Farben und Größen. Wenn man nun wieder Nachrichten wie die des rbb liest, dass viele Pilze in den Supermärkten schlecht und gesundheitsschädlich sind, kann man leicht zu der Entscheidung kommen einfach selbst im Wald Hand anzulegen. Viel braucht man dafür ja nicht. Festes Schuhwerk, ein Messer und ein Korb und schon kann die aufregende Jagd nach Pilzen, die bekanntlich eher schlecht weglaufen können, schon losgehen.

Frisch gepflückt ist schon halb genossen, in diesem Sinne wird einfach jeder Pilz ins Körblein und später in der Küche ins Pfännlein gelegt. Auf diese Weise sichert man sich ein hervorragendes und wohlschmeckendes Festmahl, oder alternativ eine Einweisung ins Krankenhaus und im schlimmsten Fall einen Freifahrtschein ins Jenseits.

Auch wenn in unseren Wäldern schon längst kein wirklich gefährliches Raubtier mehr unseres Weges lauert, die Natur hat durchaus noch ein paar gefährliche Asse im Ärmel – giftige Pilze findet man selbstredend auch in Deutschland. Gerade jetzt im Herbst laufen unerfahrene Pilzsammler in Bataillonsstärke ins Bockshorn, täglich werden dutzende Vergiftungsfälle bekannt, erst vor wenigen Tagen wurde auch ein erstes Todesopfer gemeldet. Eine junge Dame hatte den fatalsten und klassischsten aller Fehler gemacht und einen leckeren Champignon mit einem tödlichen Grünen Knollenblätterpilz verwechselt. Wer von letzterem 50 oder mehr Gramm zu sich nimmt, hat gute Chancen das Ende des Tages nicht mehr zu erleben. Wie unsere Lesern Annette via Facebook wichtigerweise hierzu ergänzt: „Der Knollenblätterpilz wirkt erst mit Verzögerung von 1-2 Tagen. Das macht die Vergiftung so fatal. Bis Symptome auftreten ist die Leber schon derart geschädigt dass oft keine Hilfe mehr möglich ist.“

Die Moral von der Geschichte? Pilze sammeln ist nichts für Amateure und Anfänger! Manchmal sind kleinste Unterschiede entscheidend, wenn es um die Frage geht – giftig oder nicht giftig – oder eher: to be or not to be. Am besten belegt man einen Kurs bei einem Experten und lässt sich lieber einmal zu oft als einmal zu wenig in diese Kunst einweisen. Übrigens sind auch Smartphone Apps zur Bestimmung von Pilzen keine Garanten für einen folgenlosen Pilzkonsum. Es gibt über 5.000 Pilzarten in Europa die sich in manchen Fällen nur in kleinsten Details voneinander unterscheiden, selbst die beste App kann hier keine hundertprozentige Sicherheit bieten.

Wen es am Ende trotz aller Ermahnungen doch einmal erwischt haben sollte, der möge sofort und ohne Umschweife die Giftnotrufzentrale kontaktieren. Hier im Kraichgau wendet man sich in diesem Fall am besten an die Vergiftungs-Informations-Zentrale der Universitätsklinikum Freiburg. Zu erreichen unter 0761 192 40

In diesem Sinne: Pilzmanns Heil

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