Dort droben auf dem Berge

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Vor 60 Jahren wurde auf dem Bruchsaler Eichelberg die heutige
General-Dr.-Speidel-Kaserne errichtet

Den Eichelberg kennt in Bruchsal jedes Kind. Er liegt zwischen der Kernstadt und den Stadtteilen Untergrombach, Obergrombach und Heidelsheim. Anders als sein Nachbar, der allseits beliebte Michaelsberg, lässt sich der Eichelberg aber nicht nach Lust und Laune besteigen und durchwandern. Wer die sanfte Anhöhe erklimmt, wird von in engem Abstand aufgestellten Schildern begrüßt, die Schlagworte wie: “Schüsse”, “Blindgänger” und “Lebensgefahr” enthalten und im Falle des unbefugten Betretens mit strafrechtlicher Verfolgung drohen.

Der „verbotene“ Wald auf dem Eichelberg

Kein Wunder, schließlich ist der Eichelberg zu großen Teilen militärisches Gebiet und beherbergt die General-Dr.-Speidel-Kaserne mit ihren rund 1.400 Soldatinnen und Soldaten sowie weiteren Mitarbeitenden. Erbaut wurde der Komplex ursprünglich als Eichelbergkaserne, die Bauarbeiten für den neuen Stützpunkt der damals noch vergleichsweise jungen Bundeswehr begannen vor rund 60 Jahren. 1961, im Jahr des Mauerbaus und der Wahl John F. Kennedys zum 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, wurde auf dem Eichelberg der erste Spatenstich gesetzt. Drei Jahre lang sollten die Bauarbeiten insgesamt andauern.

Am 11. Dezember 1964, einem wolkenverhangenen und kalten Freitag, marschierten schließlich unter den Augen des baden-württembergischen Landtagspräsidenten Franz Gurk, die ersten 1.300 Bundeswehrsoldaten am Rathaus vorbei in Richtung ihres neuen Stützpunktes auf dem Eichelberg. Ursprünglich sollte hier eine Panzerdivision stationiert werden, letztendlich fiel dann aber die Wahl zunächst auf die erste Luftlandedivision.

Soldat während der ABC-Abwehrübung Coronat Mask 2018

Seit 1994 ist der Eichelberg das Zuhause des ABC-Abwehrbataillon 750 Baden, ursprünglich ABC-Abwehrregiment 750 genannt. Stark vereinfacht ausgedrückt ist das Bataillon für die Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Kampfmitteln zuständig.

Erst 33 Jahre später erhielt die Eichelbergkaserne ihren heutigen Namen, benannt nach dem in Metzingen geborenen Hans Speidel, der im zweiten Weltkrieg unter Erwin Rommel kämpfte, sich dann aber der Widerstandsgruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg zuwandete. Nach dem Krieg stieg er in der Bundeswehr zum General auf, wurde zum Höhepunkt seiner Karriere Oberbefehlshaber der alliierten Landstreitkräfte in Mitteleuropa bei der NATO.

Soldat während der ABC-Abwehrübung Coronat Mask 2018

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