“Die Gerweckle wird’s immer geben”

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Marc und Annika Thollembeek in ihrer frisch überarbeiteten Filiale in Langenbrücken

Seit Marc und Annika Thollembeek die badische Bäckerei Gerweck übernahmen, haben Sie viel bewegt und gewandelt. Fertig sind die beiden noch lange nicht.

Als “Neigschmeckte” hat man es im Kraichgau mitunter nicht leicht. Wir Hügelländer haben zwar gegen Veränderung nichts einzuwenden, sie muss aber gaaanz behutsam vollzogen werden und natürlich “unnerm Strich” auch in die richtige Richtung gehen. Als Anfang 2018 die beiden Jungunternehmer Marc und Annika Thollembeek die Bäckereikette Gerweck mit Stammsitz im Brettener Stadtteil Neibsheim kauften, hagelte es wie zu erwarten erst einmal jede Menge “Vorschusslorbeeren”. Die üblichen Bruddler traten auf den Plan und glaubten bereits nach wenigen Tagen Veränderungen im Geschmack der Backwaren aus Neibse zu erkennen. Dabei wurde an den alten Gerweck-Rezepten nichts das Geringste geändert, übrigens bis heute nicht. Lediglich die unstete Form der berühmten Gerweckle wurde angepasst, einfach damit alle Brötchen fortan etwa gleich groß sind, erklärt uns Marc Thollembeek im Redaktionsgespräch. Freilich, ein paar neue Produkte mit eigenen Rezepten haben mittlerweile Einzug ins Sortiment gehalten, die Klassiker vom Hermann allerdings stehen unter Artenschutz.

Bei den Veränderungen und dem Umbau der altehrwürdigen Bäckereikette, haben es Marc und Annika nicht eilig, gehen behutsam Stück für Stück vor. Ganz allmählich erhält eine nach der anderen Filiale ein neues Gesicht und das was man den Thollembeek-Look nennen könnte: Ein offenes Raumkonzept, erdige und warme Farbtöne, sowie Akzente aus Holz und Stein – schon fast ein Gegenentwurf zum knalligen 90er Gelb-Rot der alten Gerweck-Tage. Bei der Umgestaltung geht es den Thollembeeks nicht um Fassade oder reine Optik, vielmehr stellt man sich bei jeder Filiale die Frage: Was kann sinnvoll geändert werden um Abläufe besser und einfacher zu gestalten? In den beiden jüngst überarbeiteten Filialen in der Bruchsaler Huttenstrasse oder in der Langenbrückener Ortsmitte beispielsweise, ist die Verkaufstheke nun nicht mehr dem Café-Bereich zugewandt, so dass die davor wartenden Kunden nicht unmittelbar neben den dort sitzenden Gästen stehen müssen. Investiert wird auch in die digitale Infrastruktur, wie beispielsweise Computerkassen, die problemlos mit Zahlungen via Smartphone zurechtkommen oder einen papierlosen E-Bon ausstellen können. In der Entwicklung befindet sich derzeit auch eine eigene App, die die Bonuskarte aus Papier überflüssig machen soll und über die zudem Vorbestellungen für Backwaren mit wenigen Klicks übermittelt werden können.

Um Ihre Mitarbeiter, die bedingt durch die Corona-Pandemie fast den ganzen Arbeitstag über eine Maske tragen müssen etwas zu entlasten, haben die Thollembeeks diesbezüglich investiert. Eine spezielle Filteranlage reinigt in der Neibsheimer Zentrale künftig die Luft, damit zumindest in der Pause die Maske in der Tasche bleiben kann. Wie dankbar Marc und Annika ihren Mitarbeitern sind, das betonen sie im Laufe des Gespräches immer wieder. Die Belegschaft habe nicht nur den Wechsel an der Spitze der Bäckereikette und die Neuausrichtung engagiert mitgetragen, sondern zeige auch seit beginn der Corona-Krise und den damit einhergehenden Einschränkungen allen Widrigkeiten zum Trotz vollen Einsatz.

Tatsächlich wirkt das Verhältnis der Thollembeeks und ihrer Mitarbeitern auf einen Außenstehenden äußerst entspannt. Wie überall auch sonst im Leben, macht der Ton die Musik und die Töne von Marc und Annika fallen von je her leise und dezent aus. Während unseres Gesprächs treten die beiden ruhig, höflich, zurückhaltend und aufmerksam auf. Als eine ältere Dame Schwierigkeiten hat ihr Tablett in das Geschirrregal zu schieben, springt Annika sofort auf um ihre Hilfe anzubieten. Die typischen Alphatiere, die man normalerweise in Chefetagen findet, sind Marc und Annika Thollembeek jedenfalls nicht, ein Eindruck der uns von allen Seiten her immer wieder bestätigt wird.

Auch wenn manche Zeitgeister sich schwer mit Veränderungen tun, Stillstand liegt nicht in der Natur des Lebens und so geht es eben immer weiter vorwärts. Seit fast drei Jahren gehört die Bäckereikette Gerweck nun Marc und Annika Thollembeek, wer könnte es ihnen verdenken, dass diese Investition am Ende auch einzig ihren Namen tragen soll. So wird spätestens in zwei Jahren überall dort wo man heute noch “Gerweck” liest, am Ende “Thollembeek” stehen. Manche Dinge werden sich aber sicher nicht ändern: Die Belegschaft die dahinter steht, das Bekenntnis zur Region und regionalen Zulieferern und so viel Handarbeit wie sinnvoll und möglich. “Ach ja… und die Gerweckle werden immer Gerweckle bleiben”, lacht Annika. “Das steht felsenfest!”

Transparenz: Die Bäckerei Thollembeek schaltet bei uns seit längerem bezahlte Stellenanzeigen für neue Mitarbeiter. Dieser Artikel wurde unabhängig davon erstellt, weder beauftragt, inhaltlich beeinflusst, bezahlt oder anderweitig vergütet.

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