Der Ubstädter Ritter sitzt wieder im Sattel

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Echte neapolitanische Pizza im wiedereröffneten Gasthaus

Pizza im Ubstädter Ritter? Das ist doch nicht Neues, werden jetzt viele örtliche Kenner der italienischen Küche anmerken. Tatsächlich ist das über 150 Jahre alte Gasthaus schon seit geraumer Zeit in italienischer Hand, bei den Wirten jedoch gab es in den letzten Jahren ein Kommen und Gehen. Lange Jahre betrieb die Familie Giarratano das Restaurant, danach übernahm Da Flavio und seit dem 7. März ist der Ritter nun in weiblicher Hand. Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt – eine Woche vor dem Lockdown – übernahm die Sizilianerin Tamara Assenza nun die Geschicke des Gasthauses. Anstatt die Gäste direkt vor Ort begrüßen zu können, setzten Tamara und Pizzabäcker Massimo auf den “Außer Haus-Verkauf” und die Lieferung direkt an die Kundschaft. Seit die Gastronomie in Baden-Württemberg durch die jüngsten Lockerungen wieder unter Auflagen durchstarten kann, sind nun auch die Türen des Ritters in Ubstadt wieder geöffnet. Bis in einigen Wochen eine ausgebildete Köchin des Team ergänzt, gibt es hier ausschließlich Pizza auf der Karte – allerdings eine Pizza, die sich nur bedingt mit anderen vergleichen lässt. Pizzabäcker Massimo hat sein Handwerk in Italien erlernt und bäckt seine Pizzen ausschließlich nach neapolitanischer Art. Der Pizzateig durchläuft hierfür bei der Herstellung ein ganz besonderes Prozedere, damit er am Ende weich, fluffig und aromatisch ausfällt. Gebacken werden muss er dafür bei 485 Grad, nicht länger als 60 bis 90 Sekunden – diese Art der Zubereitung wurde von der UNESCO sogar zum immateriellen Kulturerbe erklärt.

Dass man im Ritter mit Fug und Recht diese spezielle Art der Zubereitung erwarten kann, zeigt auch ein an der Haustür angebrachtes Schild, dass das Restaurant als Mitglied der “gruppo la piccola Napoli” ausweist – einer Art Vereinigung von Restaurants und Pizzabäckern, die sich der originalen Zubereitungsart der neapolitanischen Pizza verpflichtet haben. Im Ubstädter Ritter will Tamara diese Besonderheit mit eigenen Rezepten und hochwertigen Zutaten verbinden, erklärt sie uns bei unserem Vor-Ort-Besuch. Aus diesem Grund finden sich auf der Speisekarte zahlreiche, sogenannte Gourmet Pizzen, die man tatsächlich in dieser Form selten anderswo zu Gesicht bekommt.

Die “Delizia” beispielsweise kommt belegt mit Mozzarella, Lachs, Garnelen, Zitronenscheiben und Balsamico-Essig auf den Tisch. Die “Tronchetto” hingegen erinnert mit ihrer Brotlaib-Form überzogen mit Mozzarella, Parmaschinken, Rucola, Mais, Kirschtomaten und Oliven auf den ersten Blick optisch überhaupt nicht an eine Pizza. Geschmacklich überzeugen uns die zwischen 12 und 16 Euro teuren Pizzen. Hervorzuheben ist dabei der Teig. Während man sich manches Mal dabei ertappt anderswo bei Pizzen den Rand teilweise liegen zu lassen, zählt der fluffige Wulst hier zu den Pluspunkten – wirkt aber schnell sättigend.

Es empfiehlt sich übrigens die Pizza direkt vor Ort zu verzehren, die Atmosphäre hier ist in den alten Mauern des Gasthauses aus dem 19. Jahrhundert durchaus gelungen. Man sitzt sowohl auf der Terrasse als auch im rustikalen Inneren inmitten eines echten italienische Familienbetriebes: Bei unserem Besuch löffelte Tamaras älteste Tochter gerade ein “Gelato” und der jüngste Spross schlief entspannt im Kinderwagen. Das Reservieren macht angesichts des durch Corona ausgedünnten Sitzplatzangebotes definitiv Sinn – außer am Mittwoch, da haben die Assenzas Ruhetag, irgendwann muss sich auch der stärkste Ritter eben ausruhen.

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