Der letzte Außenposten des Hügellands

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Atemberaubende Aussichten auf dem Letzenberg

Er ist der letzte große Außenposten unserer Kraichgauer Hügelheimat, bevor das Land zu seinen Füßen in die flache Einöde des Oberrheingrabens abfällt. Vom 247 Meter hohen Letzenberg bei Malsch kann der Blick ungehindert über unzählige Kilometer hinweg über die Rheinebene wandern – ein Ausflugsziel das es definitiv zu entdecken gilt und dazu ein wahrhaft geschichtsträchtiger Ort. Vor recht genau 500 Jahren versammelten sich hier unzählige Bauern während der Bauernkriege und stellten sich den Reitern des Bischofs von Speyer entgegen. Doch der Kampf endete mit einer Niederlage, die Bauern wurden nieder-, und das Dorf Malsch dem Erdboden gleichgemacht.

Wer von der Südseite den Letzenberg ansteuert, der sieht auf seiner Spitze eine markante Kirche, die sofort alle Blick auf sich zieht. Das Fundament aus gelbem Odenheimer Sandstein, die bunte Ziegeln des Spitzdaches, die ungewöhnliche, achteckige Form – die Wallfahrtskapelle mit dem etwas düstere anmutenden Namen „Sieben Schmerzen Mariens“, ist schon etwas ganz Besonderes. Vor genau 120 Jahren, anno 1901, begannen die Bauarbeiten für die Kapelle, genau an jener Stelle an der laut alter Urkunden bereits 700 Jahre zuvor Menschen gesiedelt hatten. 1902 wurde schließlich der Grundstein gelegt und drei Jahre später erklang zum ersten Mal die Glocke der Kapelle. Die beiden Weltkriege überdauerte das markante Bauwerk ohne größere Schäden, sogar in der Schlussphase des Zweiten Weltkrieges, als der Letzenberg unter amerikanischem Artilleriefeuer stand, bekam das Gotteshaus keinen Treffer ab. Noch heute ist die am Jakobsweg gelegene Kapelle ein wichtiger Wallfahrtsort, im September findet hier regelmäßig eine Pferdewallfahrt mit Segnung von Mensch und Tier vor den Toren der „Sieben Schmerzen Mariens“ statt.

Als nordwestlichster Außenposten des Kraichgau, bietet der Letzenberg aber nicht nur eine tolle Aussicht, sondern eignet sich auch für Wanderungen und Spaziergänge der Extraklasse. Zwischen Malsch und Malschenberg lässt sich rund um den Letzenberg, so wie dem benachbarten, ebenso hohen Galgenberg, ein schöner Rundwanderweg bestreiten. Dieser führt vorbei an der Katharinenkapelle und der Rochuskapelle, durchquert idyllische Weinberge und lässt dabei keinen der spektakulären Aussichtspunkte aus. Unterwegs ist man die ganze Zeit auf festem Untergrund, etwas Muskelmasse braucht es eingedenk der zu meisternden, rund 250 Höhenmetern aber doch. Je nach Ausdauer hat die Gemeinde Malsch zwei verschiedene Routen mit entweder drei oder vier Kilometern Länge ausgeschildert. Den Überblick und die entsprechenden Karten gibt’s hier auf der Webseite von Malsch.

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1 Gedanke zu „Der letzte Außenposten des Hügellands“

  1. Vielen Dank für die Reportage verbunden mit den schönen Bildern. Leider kenne ich diese Ecke nicht. Aber das kann man ja irgendwann mal nachholen. Wie wäre es, diese Ausflugsziele zu sammeln und sie in Buchform zu präsentieren?
    Ich freue mich schon auf den nächsten Hinweis.

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