Bei wunderbarem Wetter erlebt Bruchsal einen der wunderbarsten Umzüge seit langem
S´klingt scho abgedrosche, awwa so isch´s halt nu mol: Brusl isch oifach mee wie schee! Was sich da am Sonntag zwischen “halwer Zwei” und “was wois i wie lang” in den Bruchsaler Straßen und Gassen abgespielt hat, war mehr als schön – oder eben – mee wie schee. Weit über 10.000 Menschen auf den Straßen, 89 närrische Gruppen mit tausenden Teilnehmern aus allen Winkeln und Ecken von Region und Heimat – ein Fasnachtstraum wie er bunter und glühender nicht hätte brennen können.
Das Wetter, die Stimmung, die Lust an der Freude, die Unbeschwertheit, einfach alles, aber auch wirklich alles hat an diesem Tag gepasst. Wer weiß, ob das am ursprünglich angedachten Termin Ende Februar genauso schön gewesen wäre, der letztlich der Bundestagswahl 2025 weichen musste. Damit startet Bruchsal so ziemlich als erstes in die fünfte Jahreszeit und legt hier auch gleich mal die Latte richtig weit nach oben. Alles vom Feinsten, alles XXL – von den Teilnehmern über das Publikum bis hin zum Spaßpegel.
























Danken muss man dafür einmal mehr dem Komitee Bruchsaler Fasnachtsumzüge 1965, besser bekannt als die Holzlumpen. Die Ausrichtung dieses nunmehr 57. Umzuges ist nicht von schlechten Eltern. Im Grunde muss die komplette Innenstadt abgesperrt und gesichert werden, nicht zuletzt im Hinblick auf die nicht wegzudiskutierende Terrorgefahr, ein absoluter Drahtseilakt. Das KBF hats mal wieder geschafft, obwohl dessen Obrigkeit – sagen wir so – schon ein paar Lenze auf dem Buckel hat. Deswegen an dieser Stelle nochmal ein dreifach kräftiges “Brusl Ahoi” an Oberzugmarschall Peter Dautermann, dessen Adjutanten Frieder Holoch, Zugmarschall Martin Bauer, Zugleiter Manfred Bürstner und nicht zuletzt die ledscht aber halt a bescht Brusler Hex – Markus Böhmer für seine perfekte Moderation am Fuße der Tribüne. Auf der übrigens nicht nur Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick Stellung bezogen hat, sondern auch Bürgermeister Andreas Glaser und dessen, in den Landtag emporgestiegener Vorgänger, Uli Hockenberger. An seiner Seite das große menschliche Bruchsaler Wahrzeichen Graf Kuno persönlich, samt nagelneuem BR Kennzeichen um den Hals.







































Um 13.29 ging es los – pompöser Einmarsch der Fahnenschwinger der Fanfarenzüge – genauer – die Spielgemeinschaft der FZ Bruchsal, Hockenheim und Wiesloch. Danach folgten nicht weniger als 88 weitere Gruppen, manche zu Fuß, manche motorisiert, andere im kompletten Orchesterverbund. Es gab schmetternde Guggenmusik von den Bärämaddl, den Echos aus Ubstadt, den Fudiggl, den Forlebuzzel… außerdem starke Auftritte der Schlabbedengla, Transpiratio, der Hardtseegugga und der Stobblhobblä… Weiterhin reichlich Hexen, Perchte, Krampusse, Teufel und allerlei Dämonen mit furchterregend-hölzernem Äußerem und knutschrosa-flauschigem Inneren.
Ach Leute, wir können unmöglich alle aufzählen, das würde den Rahmen doch a weng spreng´. Nur soviel sei gesagt, es war toll, dass so viele dabei waren, dass sich alle Mühe gegeben haben, um diese mittlerweile uralte Bruchsaler Tradition weiter am Leben zu erhalten. Gerne mehr davon, so macht Fastnacht richtig Spaß. Und seien wir ehrlich: Spaß ist in diesem Jahr nicht nur -nice to have-, sondern eine überlebenswichtige Notwendigkeit, um in diesen bizarren Zeiten nicht unterzugehen.
Ach ja, übrigens – BÄMM – hier noch 99 starke Bilder für Euch. Brusl Ahoi, die siebenefuffzichschste!
































Toller Artikel und wirklich gelungene Fotos, Komplimente aus Florida!
Für meinen Mann und mich als ehemalige Schlabbedengla war es natürlich schade, dass der Umzug vorverlegt wurde. Am 23. Februar wären wir in Deutschland gewesen und hätten als „Altschlabbe“ mitlaufen können. Es freut uns aber sehr, dass der Umzug wieder meh wi schee war!