Das große, weiße Rauschen

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Beeindruckende Naturgewalt – Ein Besuch am Uracher Wasserfall

Ganz allmählich schwillt hinter den Bäumen das tiefe, dröhnende Brummen, in der bis dahin fast makellosen Stille des Waldes an. Am Anfang ist es nicht mehr als ein schwaches Säuseln, doch je näher man kommt, desto dominanter wird die Geräuschkulisse jener Urgewalt, die sich hier in im Maisental Bahn bricht.

Wir nähern uns dem Uracher Wasserfall von oben, vom Eppenzillfelsen aus kommend. Hinter uns liegt eine anstrengende, aber auch großartige Wanderung. Vom fast senkrechten Anstieg auf den serpentinenartigen Pfaden hinter dem Uracher Bahnhof über die Plateau-Ebene und entlang der Felskante, von der aus es ohne jegliche Sicherung dutzende Meter in die Tiefe geht.

Wer hier unterwegs sein möchte, der braucht etwas Kondition, sollte nicht unter Höhenangst leiden. Doch die wilde Route lohnt sich, allein die erste Verschnaufpause am Hanner Fels und später die Passage des Paffensteiges ist jede Mühe wert. Nichts ist aber mit der allerersten Begegnung mit den Uracher Wasserfällen vergleichbar. Man mag von Bildern und Prospekten dessen Dimensionen in der Theorie gekannt haben, trifft man aber das erste Mal auf diese gigantischen Wassermassen, die sich 37 Meter in die Tiefe stürzen, hält man erst einmal demütig inne.

Ursprünglich bestand der Uracher Wasserfall nicht nur aus einem kräftigen, sondern aus mehreren kleineren Strömen. Irgendwann wurden die Wasseradern vereint und ein Weg daneben in den Fels geschlagen. Diesen Weg kann man auch heute noch begehen, wenngleich die Stufen und Windungen oft unter Wasser liegen und daher äußerst rutschig sind. In wirklich kalten Wintern kann es sogar passieren, dass der Wasserfall zufriert, das letzte Mal ist dies vor zehn Jahren geschehen.. Dann erstarren die Wassermassen in beeindruckenden Formationen aus massivem Eis…. Meiden sollte man die Fälle nach Starkregen oder bei Tauwetter… nach dem Winter, dann fließt derart viel Wasser ins Tal hinab, dass der Weg oft gesperrt werden muss, weil seine Passage viel zu gefährlich wäre.

Wer wie wir die Wasserfälle von oben angeht und sich dann auf dem steinernen Fahrt ins Maisental begibt, wird am Ende und bei passender Witterung mit einem besonders meditativen Erlebnis belohnt. Der Brühlbach, der das Wasser der Fälle aufnimmt, ist ein derart klares und unverfälschtes Stück Natur, dass man gar nich anders kann und sich an seinem Ufer niederlässt. Kristallklar und so rein haben sie noch nirgendwo ein Bächlein fließen sehen.

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