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Am wunderschönen Pfannwaldsee

Meditative Momente an einem magischen Ort

Wer Oberöwisheim an seinem wilden Ende verlässt und sich unbeirrbar auf der Straße nach Odenheim hält, vor dem öffnet sich nach einer Weile der Wald und gibt den Blick auf den Pfannwaldsee frei. Dieser naturbelassene Flecken Erde überrascht den nichts ahnenden Wanderer und bringt ihn ob seiner pittoresken Idylle abrupt zum Schweigen. Das Wasser im mystischen Grün längst verstaubter Märchenbücher, knorrige Bäume die ihre Äste danach recken und in der Mitte eine kleine Insel wie eine Kultstätte keltischer Druiden aus dem dunklen Grund aufragend.

Von fern her dringt das Plätschern eines kleinen Baches heran. Wer dem kleinen Wasserlauf folgt findet drei Stationen für Kneipp-Wassertreter, deren Stauhölzer jedoch fehlen. Dennoch lässt sich dem Drang Schuhe und Strümpfe abzustreifen und in das kalte, klare Nass zu steigen kaum widerstehen. Zurück am See laden mehrere Bänke zum Verweilen ein. Während die Füße in der Frühjahrs-Sonne wohlig zu kribbeln beginnen, wandert der Blick zum Ufer und findet die Quelle für das raunende Rumoren das die Luft erfüllt. Überall sitzen Frösche, fest im Liebesspiel verschlungen und singen ihre gutturalen Lieder. Hin und wieder landet ein turtelndes Stockenten-Pärchen um sich zu erfrischen. Und wer ganz genau hinsieht, bemerkt hier und da das uralt-runzlige Köpfchen einer Wasserschildkröte im dichten Grün. Oft gesellen sich noch Biberratten dazu und durchforsten den Morast um das Wasser nach einer kleinen Mahlzeit.

Wer Glück hat, trifft alleine an diesem einzigartigen Ort ein und kann hier unerwartete, meditative Momente erleben. Meist jedoch haben schon junge Familien das Ufer in Beschlag genommen und das fröhliche Geschnatter von Kindern mischt sich unter jenes der aufgeregten Enten. Auch das gehört zum Leben am wunderschönen Pfannwaldsee.

Ubl, Trubel, Heiterkeit – Die nagelneue Paulus-Kapelle ist eingesegnet

Wann hat man in seinem Leben schon einmal die Chance bei der Segnung einer nagelneuen Kapelle dabei zu sein, wo doch die meisten dieser sakralen Bauten schon Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte auf dem Buckel haben. In Ubstadt-Weiher gab es am Wochenende diese seltene Gelegenheit. Eingeweiht wurde die Paulus-Kapelle am Kallenberger Weg zwischen Ubstadt und Zeutern. Errichtet hat Sie der Unternehmer Herbert Ubl. Die Idee dazu kam ihm vor einigen Jahren in einer Lebenskrise. Damals wanderte er viel durch die Natur und fand in zahlreichen Kapellen immer wieder Trost und einen Platz zum Nachdenken. 2007 stellte er das Projekt im Ubstadter Rathaus dem damaligen Bürgermeister Helmut Kritzer vor. Es vergingen einige Jahre in denen Dinge wie Finanzen, der Standort und zahlreiche weitere kleine und große Herausforderungen gelöst werden mussten.

Nun im Sommer 2014 ist die Kapelle fertig. Sieht man sie das erste Mal auf ihrer kleinen Waldlichtung stehen, so fühlt man sich ein bisschen an die „Wedding Chapels“ in Las Vegas erinnert. Kräftige Farben, viele kleine Details und im Inneren künstliche Risse und Verwitterungen um das nicht vorhandene Alter zumindest optisch zu simulieren. Aber irgendwie fühlt man sich wohl, an diesem Ort. Er wirkt warm, stimmig und einladend.
Das sehen hunderte von Menschen wohl ähnlich, denn zur Einsegnung am Samstag war die kleine Lichtung propenvoll. Zusätzliche Bänke mussten kurzfristig her um den vielen Gästen einen Sitzplatz zu ermöglichen. Die Zeremonie wurde von den beiden Pfarrern Bopp und Koch durchgeführt – musikalisch begeleitet vom katholischen Kirchenchor Ubstadt. Bei strahlendem Sonnenschein, segneten die Geistlichen die kleine Kapelle. Zuvor begrüßte Herbert Ubl sichtlich bewegt die zahlreich erschienen Menschen und auch Bürgermeister Tony Löffler wünschte dem kleinen Gotteshaus alles erdenklich Gute für die Zukunft. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass es ein Ort der Ruhe und Einkehr werden möge.

Das ganze Wochenende wurde anschließend am Kallenberg noch gefeiert und miteinander gegessen, getrunken und gelacht. Wer die Paulus-Kapelle besuchen möchte, findet hier einen Kartenausschnitt für die bessere Orientierung. Übrigens: Zu Fuß lässt sich das Kleinod am besten entdecken – sowohl von Zeutern als auch von Ubstadt führen idyllische Wege direkt dorthin.

Wir haben die schönsten Bilder der Paulus-Kapelle und der Einsegnung für Sie eingefangen: