Bretten wählt einen neuen Oberbürgermeister

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Nico Morast wird im ersten Wahlgang zum neuen Brettener Oberbürgermeister gewählt

Wenn Nico Morast etwas wirklich gut kann, dann ist es lächeln. Auf seinen Wahlplakaten lächelt er so intensiv, dass die Mundwinkel schon fast die Ohren berühren. Lächeln wird er vermutlich an diesem historischen Abend noch sehr viel, Grund genug dafür hat der 38-Jährige in jedem Fall. Gleich im ersten Anlauf hat ihn Bretten in den Chefsessel seines Rathauses gehievt und das mit beeindruckender Klarheit und vor allem eindeutiger Mehrheit. Weit über 7500 der knapp 23.000 Wahlberechtigten haben dem derzeitigen Bürgermeister von Massenbachhausen ihre Stimme gegeben und ihn damit auf Anhieb zum Nachfolger des scheidenden Amtsinhabers Martin Wolff gewählt. Weit abgeschlagen auf Platz 2, aber mit einem durchaus bemerkenswerten Achtungserfolg, findet sich Jana Freis mit 18,24 % der Stimmen wieder, gefolgt von Brettens derzeitigem Bürgermeister Michael Nöltner, der nur 1.503 Brettenerinnen und Brettener (13,09 %) für sich begeistern konnte  – zweifelsohne eine herbe Enttäuschung für den Neibsheimer. Auf den letzten Plätzen finden sich Dr. Fabian Nowak mit 204 Stimmen, was 1,78 % entspricht, Frank Tripel mit 50 Stimmen (0,44 %) und Manfred Westermayer mit 97 Stimmen (0,84 %).

Vorherige Befürchtungen, bei derart vielen KandidatInnen sei mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Stichwahl in drei Wochen zu rechnen, haben sich also definitiv nicht bewahrheitet. Dieses Ergebnis, das sich bereits nach den Auszählungen der allerersten Wahllokale Stück für Stück herauskristallisierte, könnte eindeutiger nicht sein. Wenn Martin Wolff im Herbst seinen Abschied feiert, wird Nico Morast in das geräumige Eckbüro im zweiten Stock des Brettener Rathauses am Alfred-Leicht-Platz einziehen. Auch wenn der Wahlausschuss das offizielle und amtliche Endergebnis erst morgen bekannt geben wird, ist an diesem Umstand definitiv nicht mehr zu rütteln.

Das zahlreich im Ratssaal anwesende Publikum – eine bunte Mischung aus Brettener Bürgerinnen und Bürgern, BesucherInnen aus anderen Kommunen, und sogar VertreterInnen der des Landtages und des Bundestages – quittierte das Wahlergebnis mit frenetisch und donnernde Applaus. “Ich bin überwältigt und es kommt selten vor, dass ich sprachlos bin, aber sie haben es fast geschafft, mich sprachlos zu machen.” wendete sich der frisch gewählte Oberbürgermeister an das Publikum, bedankte sich nach einem intensiven Wahlkampf für die Unterstützung insbesondere auch bei seiner Ehefrau Caroline, die von Oberbürgermeister Martin Wolff mit einem riesigen Blumenstrauß bedacht wurde.

Während im Rathaus bereits die ersten Häppchen verspeist wurden und die ersten Sektkorken knallten, entrichtete die Brettener Bürgerschaft auf dem Platz vor dem Rathaus einen Gruß an ihr neues Stadtoberhaupt, so wie es in Bretten Tradition und Sitte ist. Der Fanfarenzug spielte auf und ließ seine Flaggen durch den sommerlichen Abendhimmel fliegen, die Bürgerwehr ließ Salutschüsse ertönen und gleich mehrere Musikvereine und Chöre gaben dem frisch Gewählten ein Ständchen. 

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So haben wir am Wahlabend berichtet

Bretten, 07.07.2024 17:00 Uhr

Eigentlich hätte Bretten an diesem warmen Julitag keine größeren Ereignisse zu melden – eine Woche nach dem Peter-und-Paul-Fest ist die Stadt normalerweise eher in Katerlaune oder zumindest am Kräfte nachtanken. Tja, normalerweise.. dieser Sonntag ist aber alles andere als gewöhnlich, denn heuer wählt die große Kreisstadt ihr neues Stadtoberhaupt. Eigentlich hätte dieser Urnengang noch eine ganze Weile auf sich warten lassen, doch weil der amtierende Oberbürgermeister Martin Wolff beschlossen hat diese letzte Amtszeit nicht bis zu ihrem regulären Ende auszufüllen, muss der Zeitplan nun aber angepasst werden.

Der Kampf ums Brettener Rathaus – hier en miniature – läuft auf Hochtouren

Das Interesse an der bald vakanten, höchsten Position Brettens ist jedenfalls beachtlich. Gleich sechs KandidatInnen haben Interesse bekundet und ihre Kandidaturen verkündet. Das wäre Jana Freis (parteilos), Michael Nöltner (CDU), Nico Morast (CDU), Fabian Nowak (Grüne), Frank Trippel (Die Partei) sowie Manfred Westermayer (parteilos). Sie alle haben sich in den letzten Wochen in Stellung gebracht und um die Stimmen der knapp 23.000 Wahlberechtigten. Ober einer davon bereits im heutigen, ersten Wahlgang auf die notwendige Mehrheit kommt, gilt jedoch keinesfalls als sicher. Knackt keiner die erlösende Hürde, trifft man sich in drei Wochen zur Stichwahl – dann machen es die beiden Stimmenkönige aus Runde Nummer 1 unter sich aus. Was sich bedauerlicherweise gerade abzeichnet, ist eine besorgniserregend niedrige Wahlbeteiligung. Noch liegen zwar keine finalen Zahlen vor, doch um halb sechs – also eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale – waren es gerade etwas magere 50 Prozent Wahlbeteiligung.

Wir harren der Dinge die da kommen werden, bleiben für Sie am Ball und aktualisieren diesen Artikel fortlaufend – immer dann, wenn neue Informationen vorliegen. Die jeweils aktuell verfügbaren Auszählungsergebnisse können Sie übrigens auch direkt über diesen Link einsehen.

UPDATE 17:50 Uhr

Der Ratssaal im Brettener Rathaus füllt sich bereits jetzt, viele Menschen wollen die Wahl hautnah miterleben. Auch Kandidatin Jana Freis sowie ihre Mitbewerber Fabian Nowak, Frank Trippel und Michael Nöltner sind schon vor Ort. Im Erdgeschoss wird in 10 Minuten mit der Öffnung der ersten Urnen begonnen – dann startet die umfangreiche Auszählung.

Update 18:14 Uhr

Die ersten Auszählungsergebnisse trudeln allmählich ein – 2 von 28 Wahllokale sind ausgezählt. Ginge es nur nach diesen beiden, hieße der neue Oberbürgermeister der Stadt Bretten Nico Morast. 63 Prozent der Wählerinnen und Wähler in diesen beiden Lokalen stimmten für ihn, mit großem Abstand zur Nummer 2 in dieser Rangfolge – Jana Freis. Doch wie gesagt – nur eine Momentaufnahme. Es fehlen noch reichlich Stimmen… das bleibt weiterhin spannend….

Update 18:30 Uhr

Nun gut, wir erkennen nun schon eine Tendenz in den immer weiter fortschreitenden Auszählungen. Nico Morast bleibt auf der Pole Position und baut diese sogar noch weiter aus. Nach 13 von 28 ausgezählten Lokalen liegt der derzeitige Bürgermeister aus Massenbach bei knapp 65 Prozent. Ihm folgen Jana Freis mit knapp 18 Prozent und Michael Nöltner mit knapp 15 Prozent. Noch warten wir hier auf das Eintreffen von Nico Morast, alle anderen Kandidaten sind bereits im Rathaus.

Update 18:40 Uhr

19 von 28 Ergebnissen liegen vor uns es kristallisiert sich immer mehr ein Erdutschsieg für Nico Morast – zwischenzeitlich mit seiner Frau im Ratssaal angekommen – heraus

18:50 Uhr

Proppenvoll ist der Ratssaal zwischenzeitlich, eng gedrängt stehen die Menschen und diskutierten, während sie den großen Bildschirm mit den Ergebnissen nicht aus den Augen lassen. Dass Nico Morast neuer Brettener Oberbürgermeister wird, scheint gesetzt – der Drops ist wohl gelutscht. Immer mehr prominente Wahlbeobachter lassen sich zwischen den Reihen ausmachen, die dem neuen OB als erste die Hand schütteln wollen. Ansgar Mayr und Andrea Schwarz aus dem baden-württembergischen Landtag, Nicolas Zippelius aus dem deutschen Bundestag, aber auch Bürgermeister aus benachbarten Städten und Gemeinden wie z.B. Tobias Borho aus Kraichtal.

18:52 Uhr

Jubel im Rathaus – habemus OB. Alle Wahlbezirke sind ausgezählt und der Sieger heißt nach diesem Verlauf wenig überraschend Nico Morast!

Alles ausgezählt und der Morastsche Balken glänzt überragend blau
Brettens neuer Oberbürgermeister Nico Morast mit Ehefrau Caroline
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4 Gedanken zu „Bretten wählt einen neuen Oberbürgermeister“

  1. Keiner von allen ist geeignet. Keiner hat eine vernünftige Verkehrskonzeption vorgelegt , d.h. einen Plan, wie der Schwerlastverkehr aus unserer Stadt genommen werden kann. Bretten verfügt über eine Ausfahrt auf der A8 , daher ist eine Umfahrung unerläßlich. Was nutzen da Fahrradkonzepte

  2. Die beste Wahl die ,die Brettener Bürger und Bürgerinnen getroffen haben Von uns auch die besten Wünsche zur Wahl des neuen Oberbürgermeister von Bretten überbringen aus Recklinghausen die Diedelsheimer Hardy und Cornelia Cordier

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