Bezahlbarer Wohnraum in Kronau

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Wie fast überall, ist auch in Kronau bezahlbarer Mietwohnraum große Mangelware. Dies bestätigen zahlreiche Anfragen im Rathaus, als auch das Ergebnis einer vor rund drei Jahren von der Gemeinde und der LBBW Kommunalentwicklung GmbH angestellten lokalen Untersuchung.

Die regelmäßig angebotenen, meist hochpreisigen Eigentumswohnungen oder Mietwohnungen von Kapitalanlegern mit teils horrenden Monatsmieten helfen den Wohnungssuchenden mit schmalerem Budget da nicht weiter. Sich ein älteres Häuschen zuzulegen oder neu zu bauen ist dann meist auch keine Alternative, da die gehandelten Objekte und Bauplätze rar sind und preislich ebenso Spitzenniveau aufweisen.

Ganz nach der Devise „Machen und nicht lamentieren“, hat das Ortsparlament daher entschieden, die kommunale Freifläche an der Ecke Jahnstraße/Laurentiusstraße hinter der Sparkasse einzusetzen.

In einem öffentlich ausgeschriebenen Investorenauswahlverfahren wurden Rahmenbedingungen formuliert, um die Schaffung nachhaltig bezahlbaren Mietwohnraums im Geschosswohnungsbau sicher zu stellen. Auch energetische und ökologische Aspekte kamen bei der Ausschreibung nicht zu kurz.

Aus dem Wettbewerb ging die Baugenossenschaft Familienheim Heidelberg eG kürzlich mit ihrem Planungsvorschlag siegreich hervor.

Auf dem Areal hinter der Sparkasse werden nun bis Anfang 2023 drei Gebäudekomplexe mit insgesamt 30 Wohnungen entstehen. Eines der Objekte wird Eigentumswohnungen mit Wohnungsgrößen zwischen 60 und 97 Quadratmeter Fläche enthalten, wobei dem künftigen Eigentümer mindestens 10 Jahre lang vertraglich Eigennutzung vorgeschrieben wird. Die Mietwohnungen in den beiden anderen Gebäudekomplexen verbleiben bei der Familienheim Heidelberg eG. In einem der beiden Blöcke sollen nach dem Landeswohnraumfördergesetz zu errichtende Mietwohnungen entstehen. Diese zeichnen sich durch vergünstigte Mieten für Personen und Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen aus. Nicht zu verwechseln mit landläufig als Sozialwohnraum bezeichneten Unterkünften für Bedürftige.

Auch im zweiten Mietwohnblock kann die Baugenossenschaft durch eine Kooperation mit einer kirchlichen Institution vergleichsweise günstige Mietpreise anbieten.

Neben diesen Vorzügen hat der Entwurf der Familienheim Heidelberg eG sowohl die Wettbewerbsjury, als auch den Gemeinderat mit einem innovativen, nachhaltigen Bebauungskonzept überzeugt. Beispielsweise entstehen zwei der drei Gebäude in Holzmodulbauweise, darüber hinaus ist Photovoltaiknutzung sowie die Nutzung des anfallenden Oberflächenwassers vorgesehen. Schließlich werden alle drei Objekte an das Geonetz für Wärme und Kälte der Gemeinde Kronau angebunden. Mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz wie durch diese innovative Kombination ist kaum zu erzielen.

Um den öffentlichen Verkehrsraum möglichst wenig zu belasten, sind nahezu alle Stellplätze in einer Tiefgarage untergebracht. Darüber hinaus forderten die kommunalen Wettbewerbsregeln die Schaffung von mehr, als nur den gesetzlich vorgeschriebenen Stellplätzen pro Wohneinheit. Auch an E-Ladestationen und etliches mehr wurde gedacht.

Bürgermeister Frank Burkard und der Gemeinderat dankten Holger Meid, Vorstandsmitglied der Familienheim Heidelberg eG, in einer Gemeinderatssitzung für das hervorragende Konzept und das Engagement in Kronau. Zur sich abzeichnenden mindestens 30-jährige „Wohnzweck-Ehe“ zwischen Gemeinde und Baugenossenschaft beglückwünschte man sich gegenseitig. Mindestens so lange wird nämlich die Familienheim Heidelberg eG für bezahlbaren Wohnraum in Kronau sorgen.

Redaktion: Armin Einsele

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