Beim Bioenergiedorf Dürrenbüchig beginnt die entscheidende Phase

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Das Thema Bioenergiedorf bewegt die Einwohnerinnen und Einwohner von Dürrenbüchig. Das wurde bei der zweiten Informationsveranstaltung im Gemeindehaus deutlich, bei der die Umwelt- und Energieagentur des Landkreises Karlsruhe (UEA) sowie die Wieslocher Firma UBP erstmals konkrete Zahlen zum geplanten Nahwärmenetz in Dürrenbüchig vorstellen und konkrete Nachfragen beantworten konnten.

Neben den zahlreichen Interessierten aus der Bürgerschaft war auch Brettens Bürgermeister Michael Nöltner gekommen, um für das richtungsweisende Projekt zu werben, mit dem Dürrenbüchig eine Vorreiterrolle im Landkreis einnehmen würde, was eine nachhaltige Energieversorgung betrifft.

„Es ist ein Gemeinschaftsprojekt“, machte Nöltner deutlich. „Und ein solches gelingt nur, wenn möglichst viele mitmachen.“ Eine Quote von 70 Prozent der Haushalte müsste erreicht werden, damit sich das Projekt wirtschaftlich lohnt. Eine entsprechende (noch nicht verbindliche) Absichtserklärung, die online, bei der UEA im Technischen Rathaus oder bei der Ortsverwaltung erhältlich ist, können die Einwohnerinnen und Einwohner von Dürrenbüchig bis Ende Januar unterschreiben. Sollte die Quote erfüllt werden, könnte nach der Detailplanung zwischen 2024 und 2026 die Umsetzung erfolgen.

„Bitte denken Sie schon heute daran, ob Sie das Nahwärmenetz vielleicht in fünf oder zehn Jahren brauchen“, bat Bürgermeister Nöltner die Bevölkerung, sich dem Projekt anzuschließen. „Jeder einzelne hilft, die Quote zu erfüllen.“ Er wies in diesem Zusammenhang auch nochmals darauf hin, dass Dürrenbüchig nicht über ein Gasnetz verfügt. Ein Wärmenetz sei damit über kurz oder lang ohnehin unabdingbar, um die Wärmeversorgung zu gewährleisten, unabhängig davon, wo und wie die Wärme letztlich erzeugt wird.

Im Fall des Bioenergiedorfs wären zwei Holzhackschnitzel-Kessel in Kombination mit einer Solarthermie-Anlage die Mittel der Wahl, wie Beate und Franz Bruckner vom Unternehmen UBP erläuterten, das bereits aus anderen Gemeinden Erfahrungen mit Wärmenetzen gesammelt hat.

Standort für die Heiz-Zentrale und die Solarmodule wäre die Fläche zwischen der Bundesstraße B293 und dem Bahnhof, auch eine bürgergenossenschaftliche Lösung ist dabei denkbar. Um die produzierte Wärme im Dorf zu verteilen, wäre ein etwa vier Kilometer langes Netz mit drei Leitungssträngen nötig.

Bruckner hatte auch schon eine erste Kostenrechnung am Beispiel eines Einfamilienhauses dabei, um den Anwesenden einen Eindruck zu geben, was finanziell auf sie zukäme. Einmalige Anschlusskosten lägen demnach bei rund 15.000 Euro. Der jährliche Leistungspreis für Wartung und Unterhalt würde sich auf 1.330 Euro belaufen, wobei die Stadtwerke Bretten der Betreiber wäre. Der Wärmepreis läge mit 10 Cent/kWh deutlich unter dem Vergleichspreis fossiler Energieträger.

Wiederholt wurden auch noch einmal sämtliche Vorteile eines solchen Wärmenetzes wie die Versorgungssicherheit, besser kalkulierbare Energiepreise, geringe Betriebskosten, der Wert für den Klima- und Umweltschutz sowie die regionale Wertschöpfung. „Ich möchte Sie motivieren, sich beraten zu lassen und dann zu entscheiden“, sagte Bürgermeister Nöltner zum Abschluss.

Alle Informationen sowie das Formular der Absichtserklärung gibt es online unter: www.zeozweifrei.de/energiequartiere/duerrenbuechig/

Redaktion: Marcel Winter / Stadt Bretten

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