Bad Schönborn dankt seinen Maskenschneiderinnen

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Tausende Alltagsmasken für Hilfsbedürftige, Helfer und ältere Menschen in Bad Schönborn genäht

Schon vor der offiziellen Empfehlung und Verordnung des Landes herrschte in Bad Schönborn die Empfehlung, Alltagsmasken zu tragen. „Wir starteten Aufrufe und veröffentlichten Anleitungen im Mitteilungsblatt und auf unserer Homepage und hatten sehr große Resonanz“, berichtet Christiane Bös, Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung, die sich nicht nur bei den engagierten Näherinnen, sondern auch bei den vielen Stoff-Spendern und –Spenderinnen aus der Bevölkerung bedankt. Sogar Nähmaschinen wurden gespendet. Die Gemeindeverwaltung dankte nun Exemplarisch im Amtsblatt einigen der rührigen Menschen, die selbstlos genäht haben. Der Dank galt ausdrücklich auch allen anderen, die sich zum Wohle ihrer Mitmenschen ein- bzw. an die Nähmaschine gesetzt haben.

So „produzierten“ sieben der zehn Mitglieder der ehrenamtlichen Nähgruppe des Familienzentrums über 1.000 Alltagsmasken in ihrer Freizeit. Davon hat Inge Grabsch über die Hälfte der Masken beigesteuert und auch die Materiallogistik (z.B. das Besorgen von Stoff und Gummibändern) geleistet. Die Besucherinnen der Kreativ-Nacht unterstützten das Vorhaben ebenso, indem sie Teilaufgaben, wie das Zuschneiden und Einziehen der Gummibänder übernahmen. Ein Großteil dieser Masken, wie auch die 200 Masken einer weiteren Näherin aus Langenbrücken, ging an Senioreneinrichtungen in der Gemeinde.

Die ehemalige Bad Schönbornerin Oggi Charisis, die inzwischen in Östringen wohnt, begann schon im März mit dem Nähen von Mund-Nasen-Schutz-Alltagsmasken, „als noch kaum jemand davon geredet hat“, erzählt ihr ehemaliger Nachbar Günther Schmidt. Sie spendete 100 ihrer Masken für das Senioren-Zentrum Edelberg und weitere an eine Pflegeeinrichtung in Bad Schönborn. Zudem versorgte sie ihr Umfeld mit den Alltagsmasken. Bis Mitte April waren es bereits 200 Stück, die Oggi Charisis gespendet bzw. verschenkt hat. In den Osterferien nähte die 17-jährige Elin Townsend zirka 70 Masken zuhause. „In den Pfingstferien kommt die Version 2.0“, berichtete die stolze Mutter Inken Townsend.

Drei Nachbarinnen aus Langenbrücken erhielten neue Stoffe und Materialien durch die Caritas und nähten gemeinsam über 600 Alltagsmasken. Damit statteten sie die AWO und den Seniorenstift sowie die Ministranten aus. Mitarbeiterinnen der Gemeinde nähten ebenfalls für das Personal über 750 Alltagsmasken. Die Teams der Kindergärten, der Mensa und der Kernzeitbetreuungen versorgten somit im Rahmen der kollegialen Unterstützung die Mitarbeiter der Rathäuser, des Bauhofs und der Gärtnerei mit den Masken. Auch das Team des evangelischen Kindergartens „Lichtblick“ nähte fleißig über 200 Masken für Mitarbeiter und Gemeindemitglieder im Auftrag der Kirchengemeinde. Daher zählt die Gemeindeverwaltung bereits über 3.000 ehrenamtlich genähte Masken und die „Dunkelziffer“ sei vermutlich enorm. „Ich danke allen für dieses hervorragende Engagement“, so Bürgermeister Klaus Detlev Huge. „So ein wichtiges Zeichen im Ehrenamt zeigt, dass Bad Schönborn auch in Krisenzeiten zusammenhält.“ Ein Zusammenhalt, der keine Hürden kenne, denn alle seien beteiligt, gleich welcher Altersgruppe – vom Schüler bis zur Seniorin. Respekt und Anerkennung zollte er auch der ältesten bekannten Maskennäherin in Bad Schönborn: Sie blickt bereits auf 88 engagierte Lebensjahre zurück.

Redaktion: Nadja Ries

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