Von Jonas Arbogast / Gemeinde Ubstadt-Weiher
Jahresberichte Jugend- und Sozialarbeit vorgestellt
In der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses wurden dem Gremium die jährlichen Berichte zur Schulsozial- sowie der offenen Jugend- und Familienarbeit vorgestellt. Aus dem Bereich der Schulsozialarbeit berichteten Melanie Daubmann und Cornelia Efe über Entwicklungen des vergangenen Jahres. Sowohl an den Grundschulen, als auch an den weiterführenden Schulen am Schulzentrum in Ubstadt, werden Gruppen-oder Klassenprojekte zu verschiedenen Themen angeboten. Während an den Grundschulen die Themen Gewaltprävention, Soziale Kompetenz und Medienprävention vorwiegend behandelt werden, geht es an den weiterführenden Schulen auch um Sexualprävention bzw. auch geschlechtliche Vielfalt. Einzelfallhilfe leistet die Schulsozialarbeit auch bei Verhaltensauffälligkeiten, Schulangst oder –absentismus, zur Identitätsfindung oder auch zum Umgang mit Konflikten. Dabei wird sie auch von außerschulischen Kooperationspartnern unterstützt.
Die Leiterin des Jugend- und Familienzentrums Felica Zorn berichtete anschließend über Aktionen und Aktivitäten der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Gerade die offenen Treffs, die Ferienaktionen sowie Special-Events des „2gether“ finden erfreulich viel Zulauf. Im letzten Jahr nahmen die Jugendlichen beispielsweise am Christopher-Street-Day in Karlsruhe teil. Bereits im Februar soll es eine Ü12-Faschingsparty geben, im Mai findet ein zweitägiger Frühlingsmarkt statt, im Oktober ein Familienfrühstück und Halloweenpartys und im Dezember wird das Weihnachtsbacken stattfinden. Außerdem wird der neue Pumptrack als BMX- und Skaterstrecke gebaut werden.
Sachstandsbericht Asyl und Integration
Die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Ubstadt-Weiher, Damaris Frenzl, berichtete in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses über die aktuelle Situation der Geflüchteten in Ubstadt-Weiher.
Von aktuell insgesamt 13.440 Einwohnern in Ubstadt-Weiher besäßen 1.527 Personen einen ausländischen Pass. Die am häufigsten vorkommenden Nationalitäten sind Rumänisch, dicht gefolgt von Türkisch und Ukrainisch.
In Ubstadt-Weiher leben aktuell 182 Personen in einer Gemeinschaftsunterkunft, 45 davon im sogenannten Kombimodell. 31 Menschen davon sind durch die Gemeinde Ubstadt-Weiher untergebracht, der Rest durch die Stadt Östringen. 28 Menschen seien Spätaussiedler. Weitere 109 Menschen leben in vorläufiger Unterbringung.
In Anschlussunterbringung befinden sich aktuell 107 Personen, 74 davon stammen aus der Ukraine. Zu den Geflüchteten aus der Ukraine führte Frenzl aus, dass seit Kriegsbeginn 363 Personen in Ubstadt-Weiher wohnhaft waren. Aktuell seien es 133 Personen, viele wären mittlerweile entweder zu Verwandten in Deutschland weiter- oder in die Ukraine zurückgereist. Die Arbeitsmarktsituation der Geflüchteten befindet sich derweil auf einem konstanten Niveau.
Die Gemeinde Ubstadt-Weiher hat aktuell die Aufnahmeverpflichtung für die Anschlussunterbringung von Geflüchteten mit einem deutlichen Plus übererfüllt. Dies bedeutet, dass Ubstadt-Weiher aktuell nur nachrangig gegenüber anderen Kommunen zur Aufnahme angesprochen werden könne, erklärte Frenzl. Da im angemieteten Gebäude der Waldmühle in Zeutern aktuell ein Wasserschaden repariert werden müsse, seien die Kapazitäten aktuell auch ausgereizt.
Um die Geflüchteten gesellschaftlich besser integrieren zu können, gibt es eine Vielzahl von Angeboten und Projekten in der Gemeinde, an denen sich Geflüchtete beteiligen können. Neben etablierten Angeboten wie Begegnungsfesten, Weihnachtswunschaktion, Café International, Fahrradwerkstatt oder dem Fahrdienst ins Jugendzentrum gab es 2024 auch neue Projekte. Besonderes Lob, unter anderem von Bürgermeister Tony Löffler, erfuhr dabei das erstmals durchgeführte Zirkusprojekt. Hier konnten Flüchtlingskinder unter professioneller Anleitung ein eigenes Zirkusprogramm gestalten. Auch im Jahr 2025 soll dieses Angebot, wie viele weitere, fortgeführt werden.
Schulbericht und Ganztagsbetreuungsmodelle
Wie in jedem Jahr wurde dem Verwaltungsausschuss vergangene Woche der Schulbericht 2024/2025 vorgestellt. Den Sachstandsbericht trug Toni Ziesel vom Hauptamt vor. Insgesamt besuchen 1.413 Kinder und Jugendliche die verschiedenen Schulen in Ubstadt-Weiher, davon sind 1.110 Schülerinnen und Schüler am Alfred-Delp-Schulzentrum. Den größten Anteil macht dabei die Realschule mit 789 Schülerinnen und Schülern aus. Auf die Grundschule Ubstadt gehen 169 Kinder. Die Grundschulen Weiher (113 Kinder), Stettfeld (77 Kinder) und Zeutern (113 Kinder) komplettieren die Schullandschaft in Ubstadt-Weiher. Des Weiteren erklärte Ziesel die voraussichtliche Entwicklung der Schülerzahlen in den kommenden Jahren sowie das Übergangsverhalten der Schüler und Schülerinnen von den Grundschulen auf die weiterführenden Schulen. In Ubstadt-Weiher lag die Realschule im vergangenen Jahr mit 33,6 Prozent in der Beliebtheit recht weit hinter dem Gymnasium mit 51,7 Prozent.
Hauptamtsleiterin Michaela Schmidt führte derweil einen anderen Tagesordnungspunkt aus, zu welchem auch das Rektorenduo des Alfred-Delp-Schulzentrums, Rektor Jörg Weber und Konrektorin Annette Weber, Wortbeiträge beisteuerten. Schmidt erläuterte zunächst die rechtlichen Grundlagen. Ab dem Schuljahr 2026/2027 besitzt jedes Kind von Klasse 1 bis 4 einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung. Dies soll stufenweise beginnend mit Klassenstufe 1 eingeführt werden. Der gesetzliche Anspruch bezieht sich auf acht Stunden an fünf Werktagen in der Woche. Dieser Anspruch sei laut Hauptamtsleiterin Schmidt durch die kommunalen Betreuungsangebote bereits erfüllt in Ubstadt-Weiher. Der Rechtsanspruch könne nämlich durch eine Ganztagsgrundschule, ein Betreuungsangebot eines kommunalen oder freien Trägers in Form einer Kernzeitbetreuung oder eines Horts, oder eine Kombination aus beidem erfüllt werden.
Das bisherige kommunale Angebot besteht bereits aus einer Grundschulbetreuung in allen Ortsteilen von 7 Uhr bis Schulbeginn und von Schulende bis 14 Uhr, wobei diese laut Schmidt möglichst auch in den Ortsteilen Weiher, Stettfeld und Zeutern schon ab dem Schuljahr 2025/2026 auf 15 Uhr verlängert werden solle, da die Nachfrage danach groß sei. Im Ortsteil Ubstadt gibt es bereits die Möglichkeit einer Betreuung bis 15 Uhr oder sogar bis 17 Uhr, die auch von den Kindern aus allen Ortsteilen besucht werden können. Ein Fahrdienst besteht hier. Außerdem bietet die Gemeinde eine Ferienbetreuung an. Die Eltern können aus den verschiedensten Betreuungsmodellen frei wählen. Sowohl die Rektoren als auch die Mitglieder des Gremiums stellten die Flexibilität der aktuellen Betreuung heraus und lobten die vielfältigen Möglichkeiten der kommunalen Betreuung. Das Gremium stimmte dem Verwaltungsvorschlag zu, dem Gemeinderat zu empfehlen, bereits zum kommenden Schuljahr die Betreuungszeiten in allen Ortsteilen auf 15 Uhr auszudehnen und zusätzlich eine Umfrage unter den Eltern der kommenden Schuljahrgänge durchzuführen, die den langfristigen Bedarf und die Wünsche der Eltern eruiert.
