Bis Anfang November soll alles fertig sein
Von Wolfgang Braunecker / Stadt Östringen
Im Östringer Stadtteil Odenheim blieb seit dem vorigen November bei der grundlegenden Sanierung des östlichen Teilabschnitts der Forsthausstraße buchstäblich kein Stein auf dem anderen. Mittlerweile konnte nun die erste Phase des Projekts mit umfangreichen Tiefbauarbeiten, bei denen unter anderem die viele Jahrzehnte alten und inzwischen maroden Abwasserröhren der Kanalisation sowie die im Baufeld vorhandenen Wasserleitungen inklusive der Hausanschlüsse erneuert wurden, bis auf kleinere Nacharbeiten abgeschlossen werden. Bereits in den Untergrund eingebracht wurde auch ein separater Regenwasserkanal, über den künftig das Oberflächenwasser aus dem südlich entstehenden neuen Wohnviertel „Klotzacker“ vom Baugebiet über die Forsthausstraße zum nahegelegenen Katzbach hin abgeleitet wird.
In dem von dem Sanierungsvorhaben der Stadt erfassten rund 230 Meter langen Teilabschnitt der Forsthausstraße zwischen den Einmündungen der Venninger Straße und der Kirchstraße soll bei der in den kommenden Monaten anstehenden Wiederherstellung von Fahrbahn, Bürgersteigen und Grünflächen die künftige Aufenthaltsqualität im Quartier deutlich verbessert werden.
Die Entwurfsidee des Leonberger Landschaftsarchitekturbüros SETUP für den Straßenraum und den Vorplatz der Mehrzweckhalle des Arbeitskreises Odenheimer Vereine (AOV) legt dabei besondere Akzente auf eine bedarfsgerechte Neuordnung des ruhenden Verkehrs, eine ansprechende Wiederherstellung der Gehwege sowie die nachhaltige gestalterische Aufwertung der diversen weiteren öffentlichen Flächen und Funktionsbereiche.
Die über die gesamte Ausbaustrecke hinweg mindestens 6,25 Meter breite Fahrbahn der Forsthausstraße soll wieder eine Asphaltdecke erhalten, während für die seitlichen Bürgersteige, die mit einer Breite zwischen 2 Metern und 3,50 Metern angelegt werden, ein dazu farblich kontrastierender heller Betonpflasterbelag verwendet wird.
Optisch nachhaltig aufgewertet werden soll das Erscheinungsbild der Forsthausstraße und des Vorplatzes der Mehrzweckhalle schließlich auch durch einen straßenbegleitenden Grünzug mit zahlreichen Baumstandorten. In dem Grünstreifen, der in Teilabschnitten auch mit Stauden bepflanzt wird, ist durchgängig die Anlegung sogenannter Rigolen vorgesehen, die als Pufferspeicher für das von umliegenden befestigten Flächen abfließende Regenwasser dienen und in ihrer Funktion als Versickerungsmulden die Kanalisation wirkungsvoll entlasten.
Ein besonderer Fokus gilt bei der Neugestaltung der Forsthausstraße dem Umfeld der Mehrzweckhalle, in der sich das ganze Jahr über ein wesentlicher Teil des gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Geschehens des Stadtteils sowie des örtlichen Vereinslebens abspielt. Auf dem Vorplatz der „guten Stube“ der Odenheimer werden weit über 30 Stellplätze für Kraftfahrzeuge neu hergestellt, geordnete Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen und außerdem beispielsweise auch Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes installiert.
Ein besonderes Augenmerk gilt bei dem Bauprojekt darüber hinaus auch dem Einmündungsbereich der Forsthausstraße zur Kirchstraße. Dort entsteht nach dem Konzept des Büros SETUP ein attraktiver neuer Aufenthaltsbereich, der mit Sitzbänken zum Verweilen einlädt, weiterhin von den Verkaufsständen des Wochenmarkts gut genutzt werden kann und im kommenden Jahr auch wieder seine Funktion als angestammter Standort des traditionellen Odenheimer Maibaums zurückerhalten wird. Ein gestalterisches „i-Tüpfelchen“ in diesem Teilabschnitt des Baufelds soll schließlich mit der Neubepflanzung der Grünanlage beim Kriegerdenkmal an der Ortsdurchfahrt gesetzt werden.
Wieder hergestellt wird nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen in der Forsthausstraße auch das ursprünglich im 18. Jahrhundert errichtete Hochkreuz am Zugang von der Kirchstraße. Derzeit ist vor Ort nur der Sockel verblieben, während der Aufsatz des Kleindenkmals – um Beschädigungen vorzubeugen – vor Beginn der Arbeiten von der Baustelle entfernt und vorübergehend eingelagert wurde.
Mit dem bisherigen Baufortschritt bei dem Großprojekt in der Forsthausstraße, bei dem die Stadt mit reinen Baukosten von rund 2.375.000 Euro rechnet, ist Stadtbauamtsleiter Jürgen Schorr auch unter Berücksichtigung der nicht immer einfachen Witterungsverhältnisse über die Wintermonate absolut zufrieden. „Bis Anfang November ist alles fertig“, ist sich Schorr sicher, was wiederum gewiss auch für die Elferräte der traditionsreichen Odenheimer Karnevalsgesellschaft OKG eine gute Nachricht ist. Bei ihrer zurückliegenden Fastnachtskampagne sah sich die Geckenzunft wegen der Baustelle in der Forsthausstraße bei den zahlreichen Faschingsbällen in der Mehrzweckhalle sowie dem großen Rosenmontagsumzug durchaus vor die eine oder andere organisatorische Herausforderung gestellt, so dass die Vorfreude bei der OKG nun umso größer sein wird, wenn in der nächsten „fünften Jahreszeit“ ab dem 11.11. dann bauseits rund um die Mehrzweckhalle „alles wie neu“ ist.
