Fahrten wie mit dem Taxi, aber zum Bustarif? Diese Möglichkeit bietet das KVV.MyShuttle, dessen flächendeckende Einführung nun vom Kreistag beschlossen wurde.
Ein leerer Linienbus, der ohne Fahrgäste von Dorf zu Dorf fährt? Das ist ein Anblick, der sich irgendwie nicht richtig anfühlt. Kraftstoff- und Personaleinsatz, die ohne jede Wirkung verpuffen – das muss auch anders gehen. Natürlich sind Leerfahrten oder Fahrten mit nur geringer Auslastung nicht die Regel, doch gerade in den Randzeiten kann dieses Phänomen durchaus auftreten. Die entsprechende Verbindung einfach zu streichen, kann aber ebenso wenig die Lösung sein, denn ein Abbau des ÖPNV wäre ein fatales Signal.
Der KVV hat sich aus diesem Grund bereits vor einigen Jahren ein äußerst flexibles System ausgedacht, das Fahrten in solchen Randzeiten weiterhin ermöglicht, aber eben nur dann, wenn sie tatsächlich benötigt werden. KVV.MyShuttle nennt sich dieses On-Demand-System, das Verbindungen auch in publikumsärmeren Zeiten sicherstellt.
Das Prinzip ist simpel und punktet mit maximaler Flexibilität. Es gibt keinen festen Fahrplan und keine zwingend vorgeschriebenen Haltestellen, dafür aber Fahrten auf Abruf – und, besonders wichtig, zu den regulären Konditionen des bekannten KVV-Ticket- und Preissystems. Wer also eine Fahrkarte regulär erwirbt, muss hier nicht draufzahlen oder einen Sondertarif entrichten. Das gilt übrigens auch für Nutzerinnen und Nutzer einer Dauerkarte, etwa des Deutschlandtickets.
Die Buchung einer Fahrt ist dabei kinderleicht. Sofern man sich in einem Gebiet befindet, das durch die Shuttles bedient wird, lässt sich ein Trip einfach über die KVV-App auswählen und buchen. Gewählt werden Abfahrts- oder Ankunftszeit, Start und Ziel sowie die Anzahl der Fahrgäste – fertig.
Im Grunde handelt es sich um ein System ähnlich dem eines Taxis, das für beide Seiten eine Win-win-Situation darstellt. Fahrgäste kommen individuell und auch zu später Stunde oder am Wochenende an ihr Ziel, der KVV spart unterm Strich, weil in diesen Zeiträumen keine regelmäßigen Busse mit geringer oder gar keiner Auslastung Ressourcen, Personal und Geld binden.
Bislang ist das KVV.MyShuttle in vielen ländlichen Gebieten verfügbar, im Hügelland und im Kraichgau jedoch bisher nur im Raum Bretten und Gondelsheim – dort auch erst seit wenigen Wochen. Das soll sich nun ändern, denn die Entwicklung des On-Demand-Verkehrs ist ein wesentlicher Baustein der Weiterentwicklung des ÖPNV, wie sie der Kreistag bereits 2019 beschlossen hat. Wie sich inzwischen gezeigt hat, handelt es sich um ein Modell mit Vorbildcharakter und überzeugenden Zahlen: Im Jahr 2025 wurden über 150.000 Fahrten mit knapp 200.000 Fahrgästen verzeichnet. In seiner jüngsten Sitzung in Kronau hat der Kreistag daher eine Erweiterung des Systems beschlossen und will das Shuttle schrittweise flächendeckend im gesamten Einzugsgebiet einführen.
Man darf also davon ausgehen, dass das KVV.MyShuttle in absehbarer Zeit auch im ländlichen Kraichgau und im nördlichen Landkreis Karlsruhe zum Einsatz kommt. Ein großer Vorteil insbesondere für jene Gemeinden, die bislang nicht an das Stadtbahnnetz angebunden sind und in denen Mobilität am Wochenende oder zu später Stunde mit dem ÖPNV bisher praktisch nicht nutzbar war.

AST neu erfunden ?
Quasi, ist nun auch online beziehungsweise per App Buchbar, außerdem klingt „my Shuttle“ vermutlich etwas mehr sexy als AST 😉
Ich bin froh, wenn die überwiegend leeren Busse hier verschwinden!!!