Die Auswirkungen des verheerenden Unglücks, bei dem nach einer Kollision zwischen einer Stadtbahn und einem Tanklastwagen drei Menschen ums Leben kamen, hallen auch heute noch nach.
Das Bild einer sonnengelben Stadtbahn, die leise durch die grünen Hügel des Kraichgaus gleitet, ist vertraut und liebgewonnen. Es gehört zum Alltag im ländlichen Raum, vermittelt ein Gefühl von Ordnung und Verlässlichkeit. Doch dieses Bild lässt sich nicht in Einklang bringen mit dem verbogenen, verbrannten Wrack, das nun mitten auf einer Wiese zwischen Zeutern und Odenheim steht. Das fröhliche Sonnengelb hat sich schwarz verfärbt, die Fenster sind geborsten, der vordere Teil der Bahn ist eingedrückt und kaum noch zu erkennen. Auch einen Tag nach dem schweren Unfall steht die Region unter Schock – die Nachwirkungen dieser Tragödie werden noch lange spürbar sein.
Flammeninferno nach Kollision am Bahnübergang
Was genau passiert ist, darüber gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Fest steht jedoch: Am Dienstagnachmittag gegen 14:15 Uhr kollidierte eine Stadtbahn der Linie S32 mit einem Tanklastwagen, der mit Heizöl beladen war, an einem unbeschrankten Bahnübergang am Ortsrand von Zeutern. Beide Fahrzeuge gerieten sofort in Brand, die Flammen breiteten sich durch den Brennstoff rasant aus und verwandelten die Unfallstelle binnen Minuten in ein loderndes Inferno. Der Lastwagen brannte vollständig aus, die Stadtbahn zu großen Teilen.
Wären es nur Sachschäden gewesen, hätte man von einem Glückstag sprechen können – doch traurigerweise kam es anders. Nach intensiven Löscharbeiten bargen die Rettungskräfte drei Leichen aus der völlig zerstörten Bahn. Eine davon, so gab die Polizei noch am Abend bekannt, war die Fahrerin der Stadtbahn. Die Identität der beiden weiteren Opfer ist noch nicht geklärt, zu schwer wurden ihre Körper von den Flammen in Mitleidenschaft gezogen.
Einsatzkräfte verhindern noch Schlimmeres
Durch das schnelle Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehr aus Ubstadt-Weiher konnte Schlimmeres verhindert werden. Mehr als zehn Menschen überlebten den schweren Unfall – einige nur leicht verletzt, andere fast unverletzt, zumindest körperlich. Fünf Erwachsene und fünf Kinder konnten mittlerweile wieder nach Hause zurückkehren. Der Fahrer des verunglückten Tanklastwagens wurde hingegen mit schweren Verletzungen in eine Spezialklinik geflogen. Über seinen Zustand gibt es derzeit keine neuen Informationen.
Schnell, organisiert und routiniert nahmen die Rettungskräfte ihre Arbeit auf. Zu ihren Aufgaben gehörten die Löschwasserversorgung, das Abschalten der unter Spannung stehenden Oberleitung und die Eindämmung einer möglichen Umweltkatastrophe durch auslaufendes Heizöl – ein komplexer Einsatz mit vielen Herausforderungen.
Die Freiwillige Feuerwehr Ubstadt-Weiher übernahm die Brandbekämpfung, unterstützt von Wehren aus Östringen, Kronau und Bruchsal, das mit einem Großtanklöschfahrzeug vor Ort war. Insgesamt waren 85 Feuerwehrkräfteunter der Leitung von Roland Frevele im Einsatz. Der Rettungsdienst, unter der Führung von Alexander Schmitt, war mit 31 Kräften, zwei Rettungshubschraubern, einem Notarzteinsatzfahrzeug und vier Rettungswagen vor Ort. Notfallseelsorger kümmerten sich um die Betreuung der Betroffenen. Die Polizei Karlsruhe sperrte die Unfallstelle weiträumig ab, übernahm die Ermittlungen und richtete eine Hotline für Angehörige ein. Auch Kreisbrandmeister Jürgen Bordt und sein Stellvertreter Dominik Wolf machten sich vor Ort ein Bild der Lage. Die AVG war mit Geschäftsführer Christian Höglmeier und weiteren Mitarbeitenden an der Unfallstelle. Am Abend übernahm ein Bergeunternehmen aus Karlsruhe die Bergung der Fahrzeuge, den Abtransport der traurigen Hülle, die einmal unsere sonnengelbe Stadtbahn war.
Zeit war an diesem Tag knappes Gut, verschwendet wurde nicht ein Quäntchen davon. Schnell gelang es der Feuerwehr, den Brand unter Kontrolle zu bringen, doch die Nachlöscharbeiten dauerten noch Stunden. Die Landstraße 552 wurde ab Zeutern vollständig für den Verkehr gesperrt. Für die Fahrgäste richtete die AVG einen Schienenersatzverkehr ein, der auch in den kommenden Tagen bestehen bleiben wird, da das gesamte Ausmaß der Schäden an der Strecke und der Oberleitung noch nicht abschätzbar ist.
Bürgermeister Löffler: „Ein tragischer Unfall“
Bürgermeister Tony Löffler zeigte sich vor Ort erschüttert: „Ein tragischer Unfall, es ist bitter, dass er nicht verhindert werden konnte.“ Auch seine Schwägerin befand sich in der Stadtbahn, blieb jedoch unverletzt. „Ich danke allen Einsatzkräften, allen voran unserer Freiwilligen Feuerwehr aus Ubstadt-Weiher, die einmal mehr ihre Einsatzbereitschaft, ihre Fähigkeit und ihr Können unter Beweis gestellt hat, aber natürlich auch allen anderen Rettungskräften und Helfern, die sich vor Ort für andere eingesetzt haben“, so Löffler weiter.

Die Macht der guten Wünsche
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, liebe Leserinnen, liebe Leser, aber dieser Tag will mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Diese Bilder … die lichterloh brennende Bahn, der dicke, schwarze Rauch, der aus den Fenstern quillt … Es ist wie in einem bösen Traum.
Unsere gute alte gelbe S32 – die Bahn, die unsere Dörfer, unseren Kraichgau miteinander verbindet. Die Bahn, in der meine Tochter zur Schule fährt, in der ich nach Karlsruhe zum Einkaufen fahre, die unzählige Male vor mir über den Bahnübergang geglitten ist, während die rot-weißen Bahnschranken unaufgeregt ihr Bimmeln von sich geben. Für mich war diese Bahn ein Symbol der Beständigkeit und auch der Sicherheit. In ihr habe ich mich immer uneingeschränkt sicher gefühlt – ganz anders, als wenn ich mit dem Auto unterwegs bin.
Dieses Bild hat nun Risse bekommen. Bei vielen wird künftig wohl auch ein Stück weit die Angst mitfahren. Denn was hier, an diesem 11. März, vor Zeuterns grünen Toren passiert ist, wird sich für immer ins Gedächtnis einer ganzen Region einbrennen.
Dennoch ist jetzt nicht die Zeit, um Schuld zu vergeben oder mit dem Finger auf andere zu zeigen. Es ist nicht die Zeit, Öl in das gerade verloschene Feuer zu gießen. Mit einigem Entsetzen musste ich feststellen, dass gewissenlose Zeitgenossen die Kommentarspalte unter unserem Beitrag zum Unglück missbrauchten, um wissentlich Unwahrheiten zu verbreiten. Wie kann so etwas sein?
Noch ist nicht die Zeit für erhobene Stimmen und ausgestreckte Finger – die Aufarbeitung dieser Tragödie wird früh genug beginnen und sicherlich noch weite Kreise ziehen. Doch noch nicht heute.
Drei Menschen sind ums Leben gekommen – grausam verbrannt in den Flammen. Ihnen sollte nun unsere Aufmerksamkeit gelten, unser Mitgefühl und ihren Angehörigen unsere Anteilnahme. Für mehr ist derzeit kein Raum, einfach kein Platz.
Seien Sie empathisch. Senden Sie Ihre guten Gedanken aus. Bleiben Sie herzlich. Bleiben Sie menschlich.
Stephan Gilliar

Lieber Stephan Gilliar, wie immer aus dem Herzen aufs Papier. Vielen Dank für Ihre Zeilen. Unfassbar traurig was passiert ist. Heute erst realisiert man langsam was geschehen ist. Ich wünsche allen Betroffenen viel Kraft und Zuversicht für die nächste Zeit und danke den Helfern der Rettung, Feuerwehr, Polizei und allen anderen die ihren Einsatz!
Unfassbar! Auch bei mir drehen sich die Gedanken im Kreis. Unser Sohn fährt auch jeden Tag mit der Stadtbahn nach Ubstadt zur Arbeit.Auf dieser Strecke sind auch einige unbeschrankte Bahnübergänge.Den Angehörigen wünsche ich viel Kraft für die kommende Zeit.
So schrecklich,meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten! Meine Tochter saß auch in dieser Bahn,stieg aber in Stettfeld aus! Ich danke Gott dafür!
Martina Schmitt
Wunderschöne Zeilen und genau auf den Punkt getroffen.Wirklich schreckliche Bilder die man da mit ansehen mußte und auch die Rauchwolke,die man kilometerweit sah.Bekomme jetzt noch eine Gänsehaut,wenn ich nur daran denke.Mein aufrichtiges Beileid an die Hinterbliebenen.Danke an Alle die vor Ort ihr Möglichstes getan haben.Diese Bilder werden uns immer im Gedanken bleiben.
Furchtbar was da passiert ist.
Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen die
einen Menschen verloren haben.
Ich wünsche ALLEN viel Kraft und Gottes
Durchhilfe durch die jetzt traurige und schwere Zeit. Ein Spruch:
Ich wünsche Euch den Mut der Morgensonne, die dennoch jeden Tag neu über dem Übel der Welt aufgeht.
Mut ist eine kostbare Gabe. Ohne Mut können wir nicht leben und lachen.
Wenn wir sagen: Hab Mut! Sagen wir zugleich: Du bist nicht allein! Ich wünsche Ihnen ALLEN Menschen die jetzt da sind.
Schrecklich, meine Schwester ist glücklicherweise eine Minute vorher ausgestiegen.
PS: es war die S31, nicht die S32.
Die Tragweite dieses tragischen Unfalls und für viele Menschen der Region noch gar nicht richtig realisierten Schicksale dahinter, lässt uns in eine Art Schockstarre geraten.Eltern wollen ihre Kinder lieber selbst zur Schule fahren aus Angst vor erneuten Unfällen auch im Schienenersatzverkehr.Es wird uns plötzlich bewusst,wie Sekunden über Leben und Tod entscheiden.Wir gehen Morgens aus dem Haus und kommen vielleicht Abends nicht mehr heim.Die Angst macht sich breit aber noch mehr die Trauer und das Mitgefühl mit den betroffenen Familien der Opfer.Es fehlen einfach die Worte und daher möchte ich eine stille Umarmung an alle Betroffenen weitergeben.🙅♀️
Bin in Gedanken an die Angehörigen mein tiefstes Beileid die Hilfe Kamm einfach zu spät sonst würden noch drei Leben David Schulz
Ich habe heute meine Kinder in Ubstadt aus der Realschule geholt. Ich bin an diesem Wrack auf dieser Wiese vorbei gekommen. Ich habe geweint da es mich tief bewegt hat. Geweint da meine lieben heil angekommen sind eine Bahn vorher, geweint das so etwas unbeschreibliches passiert ist. Und in dem Bewusstsein, dass man aus dem Haus geht und nicht weiß ob man wieder heimkommt. Ich wünsche allen Beteiligten Familien, viel Kraft und das sie es irgendwann schaffen, aus dieser Leere die entstandenen ist wieder Licht zu sehen. Möge Gott allen die morgens aus dem Haus gehen, geben das sie abends wieder zurück kehren. Vorwürfe muss man niemanden machen. Ich denke es hat jeder an dieser Last schwer zu tragen!
Ein toller Beitrag, sehr empathisch geschrieben!
An die Angehörigen mein Beileid und viel Kraft für die kommende Zeit.
M. Heilmann
Sie sprechen mit ihren Zeilen vielen aus dem Herzen.
Allen Betroffenen mein aufrichtiges Beileid. Und allen Einsatzkräften ein großer Dank.
Doch, Vorwürfe müssen und werden gemacht werden, denn so ein verheerender Unfall muss, nein darf (!) nicht passieren.
Aber jetzt ist nicht die Zeit und hier auch nicht der Ort dafür.
Ich glaube nicht, dass die Hilfe zu spät kam. Bei einer solchen Brandexplosion kann niemand mehr gerettet werden, der sich mitten im Feuer befand.
Der Tod kommt innerhalb weniger Minuten. Das schafft kein Rettungshelfer dieser Welt.
Ganz genau…..das konnte so nicht verhindert werden.