250 Millionen Jahre Östringen

Geopfad eröffnet markante Einblicke in die erdgeschichtliche Entwicklung

Minister Peter Hauk übergab LEADER-Projekt seiner Bestimmung

Mit dem Geopfad Östringen konnte am Wochenende das erste vollständig fertiggestellte Projekt der LEADER-Aktionsgruppe Kraichgau im Landkreis Karlsruhe der Öffentlichkeit vorgestellt und übergeben werden. Trotz des ungemütlichen und kühlen Regenwetters fanden am Freitagnachmittag viele Gäste den Weg in die Östringer Feldflur, wo Minister Peter Hauk gemeinsam mit Bürgermeister Felix Geider das mit Kosten von rund 50.000 Euro realisierte Vorhaben einweihte. Der Östringer Geopfad erschließt auf zwei Rundtouren – eine auf Gemarkung der Kernstadt, die zweite im Bereich der Stadtteile Odenheim, Tiefenbach und Eichelberg – die zahlreichen erdgeschichtlichen Besonderheiten des vorderen Kraichgaus und führt zu charakteristischen geologischen Aufschlüssen.

Nicht zuletzt in seiner Eigenschaft als Minister für Ernährung und Landwirtschaft machte Peter Hauk beim Ortstermin in Östringen die Zusammenhänge zwischen der Beschaffenheit des Untergrunds einerseits und dem Lebensraum des Kraichgaus andererseits deutlich. „Landschaften erlebt man vor allem auch im Glas und auf dem Teller und gerade seine besondere Geologie macht den Kraichgau zu einer der wuchskräftigsten Gegenden in Deutschland“, sagte der Minister und verwies im Sinne von Beispielen unter anderem auf die Artenvielfalt der einheimischen Waldstrukturen, auf die ertragreichen Böden und auf die hervorragenden Weine der Region.

Vor der imposanten Kulisse eines alten Schilfsandsteinbruchs am Östringer Geopfad hob Hauk hervor, dass das LEADER-Konzept europaweit das einzige Förderprogramm ist, „das vollständig auf den Überlegungen der Menschen vor Ort fußt“ und zeigte sich im Beisein von MdL Ulli Hockenberger und von Bürgermeister Frank Werner, dem stellvertretenden Vorsitzenden der LEADER-Aktionsgruppe Kraichgau, beeindruckt von der bisherigen guten Resonanz in der Region.

Der Östringer Geopfad, das wurde bei der Einweihung mehrfach anerkennend hervorgehoben, geht auf die private Initiative des Pädagogen Wolfgang Essig zurück, der die Themenstellung umfassend aufarbeitete, das Konzept der beiden 12 und 20 Kilometer langen Rundtouren entwickelte und das Vorhaben gemeinsam mit der Stadt verwirklichte. Das Projekt wird über die europäische LEADER-Initiative mit einer Zuwendung in Höhe von rund 17.000 Euro gefördert. Mit einer LEADER-Plakette wird künftig am Rathaus der Kraichgaustadt mit seiner markanten Sandsteinfassade, der ersten Station des Geopfads, auf die finanzielle und ideelle Unterstützung des Vorhabens durch die Europäische Union hingewiesen. Wie Bürgermeister Geider bei der Einweihung informieren konnte, wurde nun rechtzeitig zur Eröffnung des Geopfads auch das von Wolfgang Essig verfasste Begleitbuch fertig und ist ab sofort bei den Dienststellen der Stadtverwaltung sowie im örtlichen Buchhandel erhältlich. „Damit verfügen wir nun ganz nebenbei auch über einen hervorragend aufgemachten Wanderführer für unsere vier Gemarkungen“, freute sich das Stadtoberhaupt.

Redaktion: Wolfgang Braunecker, Videobeitrag: Stephan Gilliar

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