Weißes Gold aus der Tiefe – 400 Jahre Salzquelle Ubstadt

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Seit 1615 fördert die Quelle bereits Salz zu Tage

Salz aus Ubstadt – was vielen nicht einmal bekannt sein dürfte, war damals nicht weniger eine kleine Sensation und Quelle von Gesundheit und Wohlstand. Salz galt als weißes Gold – im alten China wurden sogar Münzen daraus hergestellt die wiederum in echtes Gold eingetauscht werden konnten. Mit Salz gelang es schon vor Tausenden von Jahren Nahrung haltbar zu machen und die alten Griechen nannten es gar ein Geschenk der Götter.

Heute lässt sich das ehemalige Luxusgut für nur wenige Cent im örtlichen Supermarkt kaufen, weshalb die kleine Salzquelle in Ubstadt fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ein ruhiges Dasein fristet. Seit dem 17. Jahrhundert liefert sie mittlerweile salzhaltiges Wasser aus den tiefen Gesteinsschichten des mittleren Keupers, wo dieses seit über 200 Millionen Jahren darauf wartet sich auf die Reise zur Oberfläche zu begeben.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Quelle zerstört um im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut zu werden. Die damaligen Fürstbischöfe von Speyer leiteten das Wasser zur Saline nach Bruchsal ab, wo es aufbereitet und erträglich weiterverkauft wurde.

1871 wurde schließlich nahe der Quelle ein Kurbad mit angeschlossener Gaststätte und Fremdenzimmern errichtet, vielen dürfte das erst vor wenigen Jahren eingerissene alte Salzbad noch ein Begriff sein. Noch bis 2003 nutzten die beiden Inhaberinnen Luise und Irma Zimmerer das Wasser der Quelle für medizinische Anwendungen in Ihrem alten Bad.

Das alte Salzbad gibt es schon längst nicht mehr und auch die namensgleiche Gaststätte ist längst Geschichte. Heute stehen mehrere Wohnhäuser auf dem Gelände und kaum etwas erinnert an die bewegte Geschichte auf diesem Flecken Erde.

Die alte Salzquelle gibt es aber immer noch. Sie kann jederzeit besichtigt werden und ist über einen kleinen Trampelpfad von der Salzbrunnenstraße aus erreichbar. Eine Infotafel gibt hier über das Kleinod, das 1987 zum Naturdenkmal erklärt wurde, umfassend Auskunft. Auch Botaniker kommen hier auf ihre Kosten, ist die Quelle doch der einzige Ort in ganz Baden-Württemberg an dem der wilde Sellerie noch wächst.

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