55 Jahre zu neunt. Familiär und voller Heimatliebe – Aufbruchstimmung beim Neujahrsempfang der Stadt Kraichtal
von Stephan Gilliar
Ich will ehrlich zu Ihnen sein: Die Phase der Neujahrsempfänge im Januar empfinde ich rein journalistisch betrachtet als echte Durststrecke. Denn diese Art von Veranstaltung läuft meist recht ähnlich ab – salbungsvolle Worte des Gemeindeoberhauptes, ein Rückblick, stets eine Spur zu pathetisch, und ein Programm so trocken wie die Haut nach einem Winterspaziergang in eisiger Kälte.
Der Kraichtaler Neujahrsempfang war in diesem Jahr aber eine erfrischende Ausnahme von der Regel: familiär, warmherzig und von einer derart positiven Grundhaltung geprägt, dass sich dieser eiskalte Sonntagmittag deutlich wärmer angefühlt hat, als es die Außentemperaturen rund um die Gochsheimer Mehrzweckhalle hergegeben hätten.




Maßgeblich zu diesem Gefühl beigetragen haben vor allem die Kinder aus Gochsheim: Der Kindergarten, der das Leitmotiv und den Leitgedanken des Empfangs „Kraichtal blüht“ mit einem bunten Tanz unterstrich – und insbesondere auch die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Gochsheim, die eigens für diesen Anlass ein Lied sangen, das die eigene Heimatstadt in den Mittelpunkt hob.
Der Refrain mag beim trockenen Nachlesen vielleicht etwas kitschig anmuten – aber vor Ort, vorgetragen mit sehr viel Freude und Inbrunst von mehreren Dutzend Kindern, wirkte er keineswegs so: „Kraichtal blüht, und jeder spürt, welch Freude uns berührt. Wo jedes Lächeln weiter zieht, weil jeder Kraichtal liebt.“
Seien wir ehrlich: Darum geht es doch im Grunde bei einem Neujahrsempfang. Nicht um eine dystopische Rückschau oder einen argwöhnischen Ausblick in die Zukunft, nicht um erhobene Zeigefinger, nicht um mahnende Durchhalteappelle. Sondern vielmehr um Optimismus – um den Wunsch nach einem gemeinsamen Gestalten dessen, was kommt, so gut es uns allen möglich ist.




Erfreulich optimistisch und ganz im Sinne dieser Aufbruchstimmung fiel auch die Rede von Bürgermeister Tobias Borho aus. Er konzentrierte sich nicht darauf, in düsteren Worten auszumalen, was durch die Finanznot aller Kommunen im Land in Kraichtal künftig nicht mehr möglich sein wird, sondern eben auf das, was möglich ist. Und das ist nicht wenig. Allein im kommenden Jahr stehen für die Stadt gleich mehrere schöne Anlässe bevor: etwa die Eröffnung des neuen Kindergartens in Unteröwisheim, die Fertigstellung des neuen Hochbehälters in Neuenbürg oder des Regenüberlaufbeckens in Landshausen.



Zudem feiert die Stadt in diesem Jahr ihren 55. Geburtstag und plant aus diesem Grund gleich mehrere Veranstaltungen, um diese Schnapszahl gebührend zu feiern. „Eine Gemeinschaft ist nur stark, wenn wir respektvoll und solidarisch miteinander umgehen. Hetze, Ausgrenzung oder Spaltung schwächen uns. Nur gemeinsam sind wir stark“, so der Bürgermeister am Ende seiner Rede – die im Grunde auch als Credo des gesamten Empfangs taugt.
Vielleicht mag dem einen oder anderen das florale Motiv des Empfangs zu viel Zweckoptimismus enthalten. Denn die Herausforderungen, die Kraichtal – und am Ende wir alle – zu meistern haben, sind weiterhin groß. Umso mehr kommt es auf die Grundeinstellung an, mit der wir ihnen begegnen. Wie hat es Dale Carnegie schon vor rund 100 Jahren so treffend formuliert: „Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast. Es hängt nur davon ab, wie du denkst.“

Das Fazit der sogenannten Gemeindereform viele Einwohner sind dabei NICHT glücklich geworden. Flehingen und Oberderdingen können sich leiden wie Hund und Katze. Aus meiner Heimatstadt Gochsheim (Stadtrechte verliehen im 13. Jahrhundert ) als die Weltstadt mit Schmerz noch nicht existierte. Bauerbach und Bretten sind ebenso NICHT glücklich.
Die meiste Lebenszeit liegt hinter mir. Was die Zukunft bringt interessiert mich nicht mehr. Eine Ansammlung von 9 Gemeinden auf der Fläche von Heidelberg macht noch keine Einheit, da kann man schreiben was man will.
Ich gebe meinem „Vorredner“ Recht!
Lebe jetzt seit 30 Jahre hier, wichtige und notwendige Änderungen wurden nie wirklich angegangen.
Nur weiter so und kräftig jammern, gegenseitig ausspielen und schönreden.
Kein Wunder, welche Mentalität dadurch entsteht und dass man hier nix auf die Reihe bekommt.
Auch ich habe die meiste Zeit des Lebens Hintern mir…zum Glück.
Und was kommt, interessiert mich nicht mehr.
Ich war gestern beim Neujahrsempfang in Kraichtal und muss sagen, dass ich von der positiven Stimmung und der Herzlichkeit der Menschen einfach begeistert war! Es war ein tolles Gefühl, zu sehen, wie die Kinder aus Gochsheim mit so viel Freude und Stolz ihre Heimatstadt präsentieren.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum einige Menschen so negativ über die Gemeindereform und die Zukunft von Kraichtal sprechen. Statt uns gegenseitig auszuspielen und zu jammern, sollten wir uns auf die vielen positiven Dinge konzentrieren, die wir gemeinsam erreichen können, anstatt uns in Negativität zu verlieren.
Wenn ich Kommentare lese: „was nach mir kommt interessiert mich nicht mehr“, fehlen mir die Worte!
Und das ganze erinnert mich an den tollen Artikel über die Kraichtaler Bruddler, die bestimmt nicht beim Neujahrsempfang waren.