Vergnügliche Unterhaltung zwischen Meuchelmord und Dinkelbrei

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Fleischfabrikant Hermann Röllinger (gespielt von Walter Schröpfer) und seine angetraute Ehefrau Gerlinde (gespielt von Denise Kretzler) Foto: Braunecker

Theatergruppe des TuS Mingolsheim zeigte ihr neues Stück

Mit der unter der Regie von Eckhard Böer neu einstudierten Krimi-Komödie „Der Schweinskopfmörder“ wurde jetzt die Schauspielgruppe des TuS Mingolsheim bei der Winterfeier des Vereins in der Ohrenberghalle vom Publikum begeistert gefeiert.

Bei der amüsanten Posse von Werner Gerl dreht sich alles um den ausgebufften Fleischfabrikanten Hermann Röllinger, dem gleich von mehreren Seiten Unbill droht. TuS-Urgestein Walter Schröpfer meisterte die tragende Rolle des Stücks mit einer herausragenden Darbietung und inspirierte damit auch die anderen Akteure des Ensembles zu bravourösen Leistungen.

Hermann, durch ein hartnäckiges Hüftleiden an seinen Schreibtisch gefesselt, zieht geschickt und fintenreich die Fäden des geschäftlichen und familiären Geschehens. Nachdem ihm der Hochzeitstag mal wieder aus dem Blick geraten ist, hat er zuhause jedoch alle Hände voll zu tun, um seine bessere Hälfte Gerlinde (kongenial besetzt mit Denise Kretzler) wieder zu besänftigen. Zugleich bringt Hermann im Betrieb ein dubioser Erpresserbrief, mit dem publik zu werden droht, dass er es mit der Qualität und dem Alter seiner Fleischprodukte nicht immer ganz genau genommen hat, mächtig in Schwierigkeiten.

Bei dem kniffligen Gammelfleisch-Problem lenkt Röllingers gerissener Adlatus Kastner (herrlich-rustikal in Szene gesetzt von Kevin Dickgießer) den bösen Verdacht zur Urheberschaft des Erpresserschreibens schnell auf den missliebigen Kollegen Alfons (Sven Honeck), den er allerdings auch als Rivalen beim Werben um Röllingers adrettes Töchterchen Beate (Carolin Schröpfer) fürchtet. Kastner, in dessen Lebenslauf schon ein längerer Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen prunkt, findet bei seinem Chef schnell ein offenes Ohr, als er ihm anbietet, mit der nachhaltigen Lösung des heiklen Problems den ominösen Schweinskopfmörder zu beauftragen.

Was zügig, verschwiegen und unkompliziert ablaufen sollte, entwickelt sich allerdings für den Familienpatriarchen schnell zu einem wahren Alptraum, als sich herausstellt, dass dem Schweinskopfmörder statt der Angaben zum „Zielobjekt“ Alfons versehentlich die Einladung zum Geburtstagsfest von Hermanns Tante Anna zugespielt wurde. Hermann kommt nicht umhin, die militante und schlagfertige Vegetarierin, deren Rolle bei der Aufführung der Mingolsheimer Theatergruppe mit Jasmin Moch vorzüglich besetzt war, zum Schutze ihres Lebens vorübergehend bei sich aufzunehmen. Zu seinem sichtlichen Entsetzen muss sich Hermann, zeitlebens schon fest auf Fleisch und Wurst eingeschworen, unversehens auf die faden Dinkelbrei-Diäten der resoluten Anna umstellen. Und bis geklärt war, ob der unbekannte Schweinskopfkiller seinen Auftrag tatsächlich ausführt oder ob die von Carolin Schröpfer und Sven Honeck ideal verkörperten Turteltäubchen Beate und Alfons am Ende zueinander finden können, waren dem Publikum in der Ohrenberghalle jetzt zwei rundum vergnügliche Stunden beste Theaterunterhaltung geboten. Mit prasselndem und lange anhaltendem Applaus wurden die Schauspieler von der Bühne verabschiedet.

Redaktion: Wolfgang Braunecker

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