Trockenes Land

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Die anhaltende Dürre setzt dem Kraichgau zu

Und wieder einmal war alles Hoffen vergebens. Ein paar dünne Regenbänder zogen am Wochenende über das Land, das ersehnte Nass blieb der trockenen und rissigen Erde des Hügellandes allerdings verwehrt. Auch der Sommer 2020 tut es seinen beiden Vorgängern offenbar gleich und schickt sich an viel zu heiß und viel zu trocken auszufallen. Gemessen am Referenzzeitraum zwischen 1961 und 1990 fiel der Juli 0,6 Grad zu warm aus, wie der Deutsche Wetterdienst in einer Analyse zusammenfasst. Diese Temperaturschwankung ist im Vergleich zum akuten Wassermangel aber zu vernachlässigen – Hitze und Trockenheit haben eben nur bedingt miteinander zu schaffen. Nicht die heißen Werte sind ein Problem, sondern das fehlende Wasser. Wirft man einen Blick auf den Dürre-Index des Helmhotz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig, so kommt man nicht umhin laut und vernehmlich zu schlucken. Bis zu 25 Zentimetern Tiefe ist der Boden im gesamten nördlichen Baden-Württemberg sowie auch den umliegenden Regionen, auf gut badisch “forzdrogge”. Tiefrot präsentiert sich der gesamte Bereich auf der Karte und attestiert dem Hügelland 0% nutzbarer Feldkapazität. Auch beim Gesamt-Boden bis zu einer Tiefe von 1,8 Metern sieht die Situation kein Stück besser aus. Laut Helmholtz-Zentrum hat der Kraichgau akut je nach Lage mit einer schweren bis extrem Dürre zu kämpfen.

So wundert es auch nicht weiter, dass es unseren Wäldern hundsmiserabel geht, durch die Trockenheit können sich hier Schädlinge derzeit unter idealen Bedingungen ausbreiten und befallen Waldflächen in bedenklichen Mengen. Überall in der Region gilt derzeit die höchste Warnstufe vor Waldbränden – das Grillen oder das Rauchen in diesen sensiblen Bereichen ist strengstens untersagt. In den Waldgebieten von Hardt und Lußhardt sind zudem die öffentlichen Grillstellen gesperrt, hier könnte der sprichwörtliche Funken bereits ausreichen um das trockene Nadelbett auf dem Waldboden in Flammen aufgehen zu lassen.

Durch das omnipräsente Thema der Corona Krise ist derzeit der Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zwar eher anderweitig gebunden, doch im landwirtschaftlich geprägten Kraichgau lassen sich die derzeitigen Folgen der Dürre kaum übersehen. Wer gerade über die Felder und durch die Wälder spaziert, der kommt nicht umhin den völlig ausgetrockneten Boden zu registrieren und die mannshohen Staubwolken, die die Füße auf dem Erdreich in die Luft wirbeln lassen. Der Boden ist staubtrocken, die Wasserreserven längst aufgebraucht. Um sie wieder aufzufüllen müsste es im Grunde wochenlang immer wieder kräftig regnen, doch danach sieht es derzeit überhaupt nicht aus. In der kommenden Woche wird heißes Sommerwetter mit Temperaturen bis 35 Grad erwartet, Niederschläge lassen weiter auf sich warten.

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Ein Gedanke zu „Trockenes Land“

  1. Der Wassermangel ist wirklich krass.
    Hoffentlich reicht das Grundwasser. Wir müssen so viel Gießen, es ist ermüdent.

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